Ende einer Ära?

Kroatien braucht eine Zeitmaschine

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Bei ihrem rauschenden Empfang in der Heimat sehnten sich Kroatiens neue Nationalhelden um Luka Modric nach einer Zeitmaschine. Nicht, um das verlorene WM-Finale gegen Frankreich noch einmal zu spielen – sondern um das nahende Ende der zweiten "goldenen Generation" verhindern zu können. "Ich wünschte, wir wären jetzt 24, jeder von uns und besonders Luka", sagte der 29 Jahre alte Verteidiger Dejan Lovren vor dem Abflug aus Moskau traurig. "Es gibt eine Zeit, in der alles zu Ende geht."

Bei ihrem rauschenden Empfang in der Heimat sehnten sich Kroatiens neue Nationalhelden um Luka Modric nach einer Zeitmaschine. Nicht, um das verlorene WM-Finale gegen Frankreich noch einmal zu spielen – sondern um das nahende Ende der zweiten "goldenen Generation" verhindern zu können. "Ich wünschte, wir wären jetzt 24, jeder von uns und besonders Luka", sagte der 29 Jahre alte Verteidiger Dejan Lovren vor dem Abflug aus Moskau traurig. "Es gibt eine Zeit, in der alles zu Ende geht."

Hunderttausende Kroaten bereiteten dem Team am Montag in Zagreb einen begeisterten Empfang. Für sie markierte die WM in Russland den größten sportlichen Erfolg in der Geschichte des Landes. Modric hatte die Silbermedaille selbst auf dem Weg Richtung nach Hause zunächst am liebsten gar nicht mehr vom Hals nehmen wollen. Denn auch der stolze Superstar von Real Madrid realisierte, dass es zumindest in dieser Zusammenstellung womöglich der letzte Angriff seines Teams auf den Weltmeister-Titel gewesen sein könnte.

Beim Anpfiff der nächsten WM im November 2022 wird Modric 37 Jahre alt sein, auch Mario Mandzukic (36), Ivan Rakitic (34) oder Torwart Danijel Subasic (38) sind dann über ihren Zenit hinaus. "Wir waren so nah dran und haben den besten Fußball gespielt", sagte Modric nach dem schmerzhaften 2:4. "Wir haben mehr verdient."

Dennoch präsentierten sich die Kroaten als vorbildliche Verlierer, motzten nicht lange über den Handelfmeter zum 1:2, den Schiedsrichter Nestor Pitana erst nach Videobeweis gab. Stattdessen stand die mitfühlende Art von Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic sinnbildlich für den tapferen Umgang mit dem Schmerz der Niederlage. Franzosen wie Kroaten herzte sie gleichermaßen bei der Siegerehrung, auch der Regen machte ihr gar nichts aus. So ließ sie es sich nicht nehmen, völlig durchnässt das Team in der Kabine wieder aufzurichten.

Auf dem Flughafen von Zagreb wurde das Team um Kapitän Modric von den Fans mit Rufen "Champions, Champions" begrüßt. Maschinen der Luftwaffe hatten das aus Russland kommende Flugzeug mit den Nationalspielern nach Erreichen des kroatischen Luftraums eskortiert. Die Silbergewinner wurden danach mit einem offenen Bus zum Ban-Jelacic-Platz gefahren, anschließend von Grabar-Kitarovic an ihrem Amtssitz empfangen und mit einem Orden auszeichnen. Es könnte nicht die letzte Ehre für Modric und Co. gewesen sein.

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