Kritik reißt nicht ab

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(sid/bac). Hat Ferrari getrickst? Will der Weltverband FIA durch den geschlossenen Deal mit Sebastian Vettels Team etwas verbergen? Die millionenschwere PS-Branche ist mächtig in Aufruhr, der Streit um die Schummel-Vorwürfe gegen die Scuderia sorgt rund eine Woche vor dem Formel-1-Saisonstart weiter für Wirbel. So attackierte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko nun die FIA heftig, der Verband rechtfertigte derweil sein umstrittenes Vorgehen in dem mysteriösen Fall - konnte eine Fehlverhalten Ferraris aber nicht final ausschließen.

"Das Ganze hat jetzt FIFA-Dimensionen angenommen. Zwischen FIA und FIFA fehlt nur noch ein Buchstabe. In jedem anderen Verband wäre es politischer Selbstmord, was Todt (FIA-Präsident Jean Todt, d. Red.) da als führender Kopf der FIA zugelassen hat", sagte Marko dem "Münchner Merkur": "Die FIA hat einen Sport in Verruf gebracht, in denen wir dreistellige Millionensummen im Jahr investieren. Das kann man sich jetzt nicht mehr bieten lassen."

Die FIA hatte zuletzt erklärt, ihre Untersuchungen gegen Ferrari offiziell abgeschlossen zu haben - hält das Ergebnis seitdem aber weitgehend unter Verschluss. Die Funktionsweise des 2019 verdächtig starken Antriebs des Traditionsteams sei analysiert und anschließend "eine Einigung mit dem Team erzielt" worden. Angeführt vom Weltmeister-Team Mercedes hatten am Mittwoch insgesamt sieben Rennställe die FIA in einem gemeinsamen Protest-Schreiben dafür kritisiert und sich "rechtliche Schritte" vorbehalten. "Wir sind überrascht und schockiert", schrieben Mercedes und Co..

Die FIA bemühte sich derweil am Donnerstag um eine Erklärung der eigenen Vorgehensweise. Nach dem Motto: Wir haben nichts falsch gemacht, die Einigung mit Ferrari kam im Rahmen der Regularien zustande. Zwar seien die Zweifel an dem Kultteam nicht ausgeräumt gewesen, aufgrund der Komplexität des Falls hätten aber auch weitere Maßnahmen einen Regelbruch nicht eindeutig belegen können.

Wegen der "materiellen Unmöglichkeit, unwiderlegbare Beweise vorzulegen", schrieb die FIA, und "um negative Konsequenzen" eines langwierigen Prozesses inklusive Rechtsstreit, dessen Ausgang "offen" gewesen wäre, abzuwenden, habe man sich "in bestem Interesse der Meisterschaft" und innerhalb der Statuten um eine außergerichtliche Einigung mit Ferrari bemüht. "Um das Verfahren zu beenden", wie es hieß. Den Inhalt des Deals offenlegen, wie von Mercedes, Red Bull und weiteren Rennställen gefordert, will die FIA aber nicht. "Die Vertraulichkeit der Bestimmungen der Vergleichsvereinbarung", sei innerhalb ihrer Gerichts- und Disziplinarordnung entsprechend geregelt. Genau das stört die Ferrari-Rivalen. Hätte die FIA herausgefunden, dass der Motor aus Maranello im grünen Bereich gearbeitet hat, wäre dies der PS-Welt auch so mitgeteilt worden, denkt sich die Konkurrenz. Und deshalb ist die Anti-Ferrari-Allianz stinksauer.

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