Auch der Hamburger Alexander Zverev wird in New York mit von der Partie sein. FOTO: DPA
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Auch der Hamburger Alexander Zverev wird in New York mit von der Partie sein. FOTO: DPA

Kritik und Bedenken

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New York macht sich bereit für den Restart der Grand-Slam-Saison. Trotz prominenter Absagen erwarten die Veranstalter einen hochkarätigen Tennis-Wettbewerb.

Die kleinen Kunststücke von Novak Djokovic und Alexander Zverev sorgen für Erstaunen. Der Weltranglistenerste aus Serbien schlägt den Ball vom Netz des Arthur Ashe Stadiums in Richtung Oberrang - und der deutsche Topspieler schnappt sich dort die Filzkugel. Die Stars präsentieren sich bestens gelaunt in der Tennis-"Bubble" von New York.

Das gefällt nicht nur den Fans der beiden Profis, Millionen folgen ihnen auf ihren Social-Media-Kanälen. Auch die Veranstalter der anstehenden Events in der Metropole nehmen die kostenlose Werbung sicher gerne mit. Sie kämpfen vor dem ATP-Restart bei den Western und Southern Open (ab Samstag) und den am selben Ort folgenden US Open (ab 31. August) lautstark gegen noch nicht verhallte Kritik an. "Was unser Feld angeht, könnte ich im Kontext der aktuellen Zeit nicht glücklicher sein. Es hat unsere Erwartungen übertroffen", sagte Michael Dowse, Vorstandsvorsitzender des US-Tennis-Verbands. Turnier-Direktorin Stacey Allas- ter berichtete, bereits rund 90 Prozent der Teilnehmer seien in New York angekommen und in zwei abgeschirmten Hotels untergebracht worden. Dazugehören aber weder Superstar Rafael Nadal (Spanien) noch die beiden besten Frauen der Welt, Ashleigh Barty (Aus-tralien) und Simona Halep (Rumänien). Sie und viele weitere große Namen der Branche haben sich trotz aller Bemühungen der Organisatoren gegen eine Reise in die coronageplagten USA entschieden. Weltranglistenpunkte sammeln und Preisgelder kassieren kann nur, wer seine Bedenken beiseiteschiebt. Insbesondere das Teilnehmerfeld bei den Frauen ist folglich enorm ausgedünnt, sechs der zehn besten Spielerinnen der Welt werden nicht antreten. Der sportliche Wert der Veranstaltungen leidet darunter enorm.

Für das Spitzentennis ist der Umgang mit der Pandemie besonders knifflig, die Ausrichter müssen sensible Antennen haben. Denn die Profis trainieren in aller Welt und kommen dann für ein Turnier wie die US Open zusammen. Die ersten Veranstaltungen der WTA boten dabei noch keine hundertprozentige Sicherheit vor dem Virus. "Die Bubble ist ein Stück weit Theorie", sagte die deutsche Spielerin Laura Siegemund zu Erfahrungen in Palermo. Auch in der Blase von New York hat es bereits einen positiven Fall bei 1400 Tests gegeben. Es handele sich dabei nicht um einen Spieler, und die betroffene Person werde sich in Isolation begeben, teilten die Veranstalter mit. Sie wollen mit einem konsequenten Vorgehen dafür sorgen, dass es rund um das Thema Corona ruhig bleibt.

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