Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo will heute gegen Mainz mit seinem Team zurück in die Erfolgsspur.	FOTO: DPA
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Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo will heute gegen Mainz mit seinem Team zurück in die Erfolgsspur. FOTO: DPA

Krisenstimmung beim VfB

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(sid). Machtkampf in der Führungsetage, Talfahrt in der Fußball-Bundesliga: Nach einem vielversprechenden Saisonstart ist beim VfB Stuttgart Krisenstimmung eingekehrt. Nun soll gegen den Abstiegskandidaten FSV Mainz 05 heute (20.30 Uhr/DAZN) ungeachtet der internen Schlammschlacht der erste Heimsieg seit dem Wiederaufstieg und damit die sportliche Wende gelingen.

Nach zuletzt zwei Niederlagen, darunter das 0:3 beim Mitaufsteiger Arminia Bielefeld, will sich der Tabellenzehnte rehabilitieren. »Wir sind voll im Kampfmodus für die Punktejagd«, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo motiviert. Jedes Spiel sei richtungsweisend. Von den störenden Nebengeräuschen will sich Matarazzo nicht ablenken lassen. »Das ist nicht mein Lieblingsthema«, sagte der 43-Jährige zurückhaltend, deswegen werde er das »ausnahmsweise nicht kommentieren«.

Dabei hat sich der schmutzige Disput zwischen Präsident Claus Vogt und der Klubführung um Vorstandschef Thomas Hitzlsperger am Mittwoch weiter zugespitzt. Vogt verkündete in einer 2008 Worte langen Mitteilung, die für den 18. März geplante Mitgliederversammlung auf September verschieben zu wollen und schrieb von der »größten internen Krise, die dieser Verein in seiner lebhaften Geschichte erlebt hat«.

Als Grund für die Verschiebung nannte Vogt »berechtigte Interessen der Mitglieder«, mögliche technische Probleme bei der digitalen Veranstaltung sowie die noch fehlende lückenlose Aufklärung der »Datenaffäre«. Diese spaltet weiter die Lager, ein Auftrag für eine »notwendige rechtliche Bewertung« an eine Rechtsanwaltskanzlei nach der Weitergabe von Mitgliederdaten an Dritte sei laut Vogt noch nicht erteilt worden. Eine Verschiebung des vereinbarten Termins der Mitgliederversammlung würde allerdings gegen die Satzung des Vereins verstoßen, entgegneten die beiden weiteren Präsidiumsmitglieder Bernd Gaiser und Rainer Mutschler. Es gebe einen »erkennbaren Riss im Präsidium«.

Hitzlsperger hatte Vogt kurz vor Jahreswechsel in einem offenen Brief harsch attackiert und darin eine Kampfkandidatur für das Präsidentenamt angekündigt. Mittlerweile habe sich der Vorstandschef entschuldigt, »das war nicht meine größte Sternstunde«, hatte der ehemalige Nationalspieler am Sonntag gesagt.

Abseits der klubpolitischen Krise wollen die Schwaben wenigstens auf dem Rasen mit dem ersten Heimsieg im neunten Versuch wieder positive Akzente setzen. Bei Mainz sei allerdings »eine Aufbruchstimmung zu spüren«, sagte VfB-Coach Matarazzo, »man sieht, in welche Richtung es mit dem neuen Trainer gehen soll«. Der Tabellen-17. will den Schwung aus dem überraschenden 3:2 gegen den Titelkandidaten RB Leipzig mitnehmen und mit Neu-Trainer Bo Svensson den Aufwärtstrend fortsetzen.

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