Andreas Mies (l.) und Kevin Krawietz wollen in Paris ihren Titel im Doppel verteidigen. ARCHIVFOTO: DPA
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Andreas Mies (l.) und Kevin Krawietz wollen in Paris ihren Titel im Doppel verteidigen. ARCHIVFOTO: DPA

Krawietz/Mies auf Kurs

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(sid). Kevin Krawietz knabberte hochzufrieden an seinem Bananenbrot und richtete schon den Blick aufs Halbfinale. "Alle Schläge sind da, wir haben viele gute Matches gehabt", sagte der 28-jährige Coburger, der mit Andreas Mies voll auf Kurs Titelverteidigung liegt: "Jetzt müssen wir gut regenerieren und den Kopf wieder frei kriegen."

Am 8. Juni des vergangenen Jahres war Roland Garros für "KraMies" zum "magischen Ort" geworden, nun steht das Doppel bei den French Open schon wieder im Halbfinale. Am Dienstag gewannen die Davis-Cup-Spieler gegen die an Nummer 13 gesetzten Briten Jamie Murray und Neal Skupski 6:4, 6:4.

Am Donnerstag geht es für Krawietz und Mies gegen die US-Open-Finalisten Wesley Koolhof/Nikola Mektic (Niederlande/Kroatien/Nr. 9) um ein Endspielticket. Das deutsche Duo strotzt vor Selbstbewusstsein. "Es ist schön zu sehen, dass es funktioniert, was wir uns vornehmen, und dass wir den Matchplan durchziehen", sagte der Kölner Mies. Von allzu großem Druck will das Duo nichts wissen. Stattdessen sei es nötig, im Endspurt die nötige Lockerheit zu bewahren, "den Spaßfaktor", wie sie es nannten.

Die Ablenkung abseits der Anlage ist dabei in diesem Jahr coronabedingt deutlich schwieriger als bei ihrem sensationellen Triumph 2019. Statt in AirBnB-Wohnungen - sie mussten angesichts einer wachsenden Unterstützerschar während des Turniers umziehen - wohnen beide nun in Einzelzimmern, was ihnen nicht so behagt. "Wir sind beide familienorientierte Typen", sagte Krawietz.

Die fehlende Geselligkeit wird sie aber nicht davon abhalten, wieder das Maximum, den silbernen Pokal, anzustreben. Ihren großen Willen bewiesen Krawietz/Mies im Achtelfinale gegen die Franzosen Benjamin Bonzi und Antoine Hoang, als sie drei Matchbälle abwehrten. "Wir saßen schon dreimal im Auto und waren auf dem Weg nach Hause", sagte Krawietz. Sie kehrten um und haben weiter die Chance auf die Titelverteidigung.

Thiem scheitert nach fünf Sätzen

US-Open-Champion Dominic Thiem ist derweil in einem hochklassigen Marathonmatch überraschend im Einzel-Viertelfinale gescheitert. Der an Position drei gesetzte Österreicher, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils im Endspiel Rekordsieger Rafael Nadal unterlag, verlor in der Runde der letzten Acht nach 5:08 Stunden gegen den Argentinier Diego Schwartzman (Nr. 12) mit 6:7 (1:7), 7:5, 7:6 (8:6), 6:7 (5:7), 2:6.

Thiem verpasste damit seinen fünften Halbfinaleinzug in Paris in Serie. Er hatte von Beginn an große Mühe mit Schwartzman, der beim Masters in Rom Nadal auf Sand niedergerungen hatte. Der 28-Jährige aus Buenos Aires sicherte sich den ersten Satz im Tiebreak - dann entwickelte sich auf dem Court Philippe Chatrier eine Sandplatz-Schlacht. Erst nach 3:24 Stunden gelang Thiem nach einem nervenaufreibenden dritten Durchgang die 2:1-Satzführung. Beim Stand von 4:5 im vierten Satz wehrte Thiem zunächst drei Satzbälle ab, wurde dann aber im Tiebreak in den fünften Satz gezwungen.

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