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Kracher zum Auftakt

Pack ma’s! Mit dem Spiel beim FC Barcelona beginnt für Bayern München heute in der Champions League eine Reise, die in St. Petersburg enden soll - auf Europas Fußball-Thron. Bundesliga-Tabellenführer VfL Wolfsburg fährt mit breiter Brust nach Frankreich.

Beim Gedanken an den »Henkelpott« begannen Julian Nagelsmanns Augen zu leuchten. Der Champions- League-Pokal, betonte der Trainer von Bayern München, sei »der erstrebenswerteste Titel, den du haben kannst im europäischen Fußball«. Seine Stars, ergänzte er, »haben alle Lust, den Titel wieder zu gewinnen« - und auch er selbst giert nach dem größten Ziel.

Auf der Reise zum Finale am 28. Mai 2022 in St. Petersburg stellt sich dem sechsmaligen Champion am heutigen Dienstag (21 Uhr/Amazon Prime) gleich der ruhmreiche FC Barcelona in den Weg. Barca, warnte Nagelsmann, sei auch ohne den abgewanderten Weltstar Lionel Messi »nicht zwingend schlechter geworden« und habe »immer noch Strahlkraft. Das ist eine Mannschaft, die um den Titel mitspielen kann«.

Als Topfavoriten gelten Titelverteidiger FC Chelsea sowie die deutlich besser alimentierten Paris St. Germain und Manchester City. Aber, betonte Bayern-Boss Oliver Kahn, auch mit dem Münchner Kader sei es »möglich, die Champions League zu gewinnen«. Corona-Loch hin, Transfer-Probleme her: Ziel und Anspruch des FC Bayern sei es, »in Europa zur absoluten Spitze zu gehören«.

Der Vorstandschef formulierte selbstbewusst das Ziel Gruppensieg. Das ist angesichts der weiteren Kontrahenten Benfica Lissabon und Dynamo Kiew realistisch. Doch Kapitän Manuel Neuer warnte: »Wir dürfen uns keinen Fehler erlauben.« Barcelona lechzt nach der Revanche für das 2:8 im Viertelfinale 2020, das die Bayern auf dem Weg zum bislang letzten Triumph in der Königsklasse beflügelt hatte. Genauso wie die 40 000 Fans im Camp Nou. Barca sei angesichts von 1,35 Milliarden Euro Schulden zwar »überhaupt kein Vorbild mehr«, ätzte Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Und ohne Messi fehle die »Extravaganz«, meinte Nagelsmann. Doch Barcelona, meinte Neuer vor dem »Kracher« zurückhaltend, »wird nie schwach sein«. Umso wichtiger ist es, dass die Bayern »mit der vollen Kapelle« (Nagelsmann) nach Spanien reisten. Weltfußballer Robert Lewandowski hat seine Adduktorenprobleme überwunden. Kingsley Coman steht zumindest als Joker bereit, nur Corentin Tolisso fehlt. Ob Serge Gnabry (Rücken) spielen kann, entscheidet sich am Spieltag.

Für Bundesliga-Tabellenführer VfL Wolfsburg kommt der Auftakt in die Champions League genau zum richtigen Zeitpunkt. Nach dem makellosen Ligastart mit zwölf Punkten aus vier Spielen dürfen die Niedersachsen am heutigen Dienstag (21 Uhr/DAZN) ihrem Gastspiel beim französischen Meister OSC Lille optimistisch entgegensehen. Denn ganz anders als die Norddeutschen, die 2015 im Viertelfinale gegen Real Madrid ausschieden, ist Lille mittelmäßig in die neue Spielzeit gestartet, der aktuelle Rang zwölf ist für den Titelverteidiger enttäuschend. Dennoch warnt Trainer Mark van Bommel davor, die Gastgeber zu unterschätzen. »Natürlich haben wir eine Chance gegen Lille und auch eine Chance, in unserer Gruppe zu bestehen. Aber das glauben die anderen Klubs natürlich auch«, sagte der Niederländer vor der Abreise in den Norden Frankreichs. Die weiteren Wolfsburger Gegner in der Gruppenphase sind der FC Sevilla und der österreichische Meister RB Salzburg.

Van Bommel muss es eigentlich wissen, denn der 44-Jährige hat als Spieler weit mehr Erfahrung in der Königsklasse gesammelt als seine aktuellen Schützlinge. 76 Einsätze stehen für ihn in den Statistiken, mit Barcelona gewann er 2006 den Henkelpott, vier Jahre später stand der VfL-Coach mit dem FC Bayern im Finale. »Ich kann den Jungs dazu natürlich einige Sachen erzählen, aber die Königsklasse muss man selbst erfahren und erleben«, relativierte van Bommel indes seine Möglichkeiten als Motivator.

Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka hat sich mit Bayern München offenbar auf eine Vertragsverlängerung bis 2026 verständigt. Das berichtet das Fachmagazin »kicker« einen Tag vor der Champions League-Partie beim FC Barcelona.

FOTO: IMAGO

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