Die Entscheidung: Pierre Kunde Malong macht mit dem 2:0 alles klar für den FSV Mainz 05 im Bundesliga-Derby bei Eintracht Frankfurt. FOTO: AFP
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Die Entscheidung: Pierre Kunde Malong macht mit dem 2:0 alles klar für den FSV Mainz 05 im Bundesliga-Derby bei Eintracht Frankfurt. FOTO: AFP

Die Konstanz fehlt

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Eintracht Frankfurt wollte noch einmal in den Kampf um die Europa-League-Plätze eingreifen. Diese Hoffnung hat sich nach der 0:2-Derbypleite gegen Mainz zerschlagen.

Der niemals aufsteckende Frankfurter Mittelfeldrenner Sebastian Rode hat sich im Nachbarschaftsduell gegen den FSV Mainz 05 nach einer guten Stunde ganz fürchterlich über einen Pfiff des Unparteiischen Felix Brych aufgeregt. Der 29 Jahre alte Südhesse hatte den Mainzer Leandro Martins gefoult, nicht übermäßig hart, aber nach Ansicht von Schiri Brych doch hart genug, um Gelb zu zücken. Rode mutierte in Sekundenschnelle zum Rumpelstilzchen, sein Wutschrei hallte bis weit hinein in den Stadtwald. Da war viel Frust im Spiel, über die generelle Leistung, die drohende Niederlage, und auch über sich selbst, denn der unverzichtbare Abräumer wird seiner Mannschaft nun im folgenden Bundesligaspiel am Samstag bei Hertha BSC fehlen - fünfmal Gelb bedeutet einmal aussetzen.

Hinterher, als der Puls wieder runtergefahren war, analysierte Rode die völlig verdiente 0:2 (0:1)-Pleite im Rhein-Main-Gipfel gleichermaßen nüchtern wie kritisch, allemal zutreffend. "Wenn wir nicht alle an unsere Leistungsgrenze kommen, wird es für uns schwer, Spiele zu gewinnen. Gegen Mainz haben es viele nicht geschafft", urteilte er. "Diese Inkonstanz zieht sich durch die ganze Saison. Wir haben zu viele Höhen und Tiefen."

Zwei Aussetzer in der Defensive gaben am Ende den Ausschlag für die an diesem Tag klar besseren Gäste. Beim Führungstor von Moussa Niakhaté (43.) stand Stefan Ilsanker zu weit weg, vor dem 0:2 durch Pierre Kunde Malong (77.) ließ sich Abwehrchef Makoto Hasebe den Ball abjagen.

Das Saisonende naht, vier Partien sind in der Liga noch zu absolvieren und mit einiger Wahrscheinlichkeit nur noch eine im DFB-Pokal, am Mittwoch tritt die Eintracht im Halbfinale bei der "Übermannschaft" (Sportdirektor Bruno Hübner) Bayern München an - ohne ihren besten Spieler: Filip Kostic fehlt rotgesperrt. Da muss man schon ein unverbesserlicher Optimist sein, um vom Finale in Berlin auszugehen.

Nach der erneuten Schlappe gegen die Rheinhessen, die dritte in Serie, herrschte im Frankfurter Lager ziemlicher Frust. Nach oben, das steht nach dem Rückschlag unumstößlich fest, brauchen die Hessen nicht mehr schielen, sondern müssen noch ein paar Pünktchen zusammenklauen, um nicht unten reinzurutschen.

Die indiskutable Leistung gegen starke Mainzer wirft sehr wohl Fragen auf, etwa die, weshalb es das Team nicht schafft, einen leichten positiven Trend zu bestätigen. Das ist gewiss eine Frage der grundsätzlichen Qualität. Die Mannschaft ist in dieser Zusammenstellung und Konstellation nicht besser als ihr Tabellenstand. Ihr fehlt Tempo, Dynamik und - siehe Sebastian Rode - die Konstanz, nach vorne zudem eine klare Spielidee. Daichi Kamada ist in seinem Bemühen zu unstet und wankelmütig, und sehr viel mehr kreatives Personal gibt der Kader gar nicht her. So bleibt alles an Filip Kostic am linken Flügel hängen, während die rechte Seite lahmt - zumindest seit Trainer Hütter den Ex-Immerspieler Danny da Costa mehr oder weniger aufs Abstellgleis befördert hat. Der Mainzer Trainer Achim Beierlorzer hat die Disbalance auf den Außenbahnen analysiert und der Eintracht richtigerweise attestiert, "so ein bisschen ungleich" zu sein.

Die Mannschaft schafft es zudem nicht, ihr Leistungslimit regelmäßig abzurufen, gegen die Nullfünfer stand sie von Beginn an auf verlorenem Posten, der Spannungabfall im Vergleich zum erfolgreichen Bremen-Spiel war offenkundig. Die Eintracht agierte zu planlos, fand gar kein Mittel gegen die sehr früh attackierenden Mainzer. Coach Hütter monierte die fehlende taktische Disziplin, die zu großen Abstände, das laxe Zweikampfverhalten.

Der Österreicher erinnerte aber daran, dass sein Team arg beansprucht war und in den vergangenen zwölf Tagen vier Partien zu absolvieren hatte. "Die Frische hat gefehlt." Das ist eine zulässige Begründung, die Mannschaft ist auch nur 111 Kilometer gelaufen, drei weniger als die Gäste. Natürlich hätte der 50-Jährige in verstärktem Maße rotieren können, andererseits ist es nachvollziehbar, dass man ein zuvor erfolgreiches Team nicht großartig umbaut.

Der Müdigkeit ist in jedem Fall Kapitän David Abraham zum Opfer gefallen, er habe "signalisiert, dass er es aufgrund seines Alters nicht schafft, alle drei Tage zu spielen", wie Hütter berichtet. Ausgerechnet der für Abraham nominierte Stefan Ilsanker fügte aber eine schwache Leistung an die Reihe seiner durchwachsenen Auftritte - das können auch seine zwei Tore in Bremen nicht übertünchen.

Zudem zündete des Trainers Idee nicht, es mit zwei Spitzen zu versuchen und dafür den Piesacker Mijat Gacinovic auf der Bank zu lassen. Die Stürmer Bas Dost und André Silva hingen vorne völlig in der Luft.

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