Dortmunds Jacob Bruun Larsen steht bei der Eintracht auf dem Wunschzettel. FOTO: DPA
+
Dortmunds Jacob Bruun Larsen steht bei der Eintracht auf dem Wunschzettel. FOTO: DPA

Kommt Larsen vom BVB?

  • vonred Redaktion
    schließen

(dur). Seine stärkste von vielen starken Szenen hatte der urplötzlich in Gnaden aufgenommene Ante Rebic kurz nach der Pause im Fußball-Pokalspiel gegen Spal Ferrara. Da nahm der kroatische Stürmer des AC Mailand den Ball mit der Hacke mit, ließ ihn durch die Beine laufen und steckte ihn phantastisch durch auf den Polen Krzysztof Piatek, der den Abschluss aber noch verdaddelte. Ein irgendwie unfertiges Kunstwerk. Am Ende hatte der AC Milan dennoch einen völlig ungefährdeten 3:0-Erfolg im Achtelfinale gegen das überforderte Schlusslicht feiern können, und auch Ante Rebic durfte sich ausnahmsweise als Sieger fühlen.

Der von Eintracht Frankfurt bis 2021 ausgeliehene Angreifer machte, obwohl er ohne eigenen Treffer blieb, ein hervorragendes Spiel. Der 26-Jährige durfte sogar 90 Minuten durchspielen - zum ersten Mal, seit er im Sommer 2019 nach Italien gewechselt war.

Schon vor dem Pokalduell war klar, dass der kroatische Nationalspieler eine Bewährungschance erhalten würde, die für gewöhnlich gut unterrichtete "Gazzetta dello Sport" berichtete gar von der letzten Bewährungschance, weil die Geduld von Coach Stefano Pioli mit Rebic am Ende sei. Ob der eigenwillige Stürmer seine missliche Situation nun durch einen guten Auftritt schlagartig um ein Vielfaches verbessert hat? Das lässt sich schwer sagen. In jedem Fall hat Rebic gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Auch das neue 4-4-2-System Milans kommt ihm zugute, genauso wie die Verpflichtung von Megastar Zlatan Ibrahimovic, der binnen kürzester Zeit zu einem wichtigen Bezugspunkt geworden ist. Friede, Freude Eierkuchen also? Mitnichten.

Sollte Rebic in den beiden folgenden Punktspielen gegen Udinese Calcio und Brescia Calcio dennoch weiterhin außen vor sein, könnte in eine mögliche Rückholaktion des Draufgängers noch einmal Bewegung kommen. Denn grundsätzlich ist der Frankfurter Pokalheld unzufrieden bei den Rossoneri, fühlt sich nicht wertgeschätzt. Obzwar die Eintracht-Spur zu Rebic nicht heiß ist und Sportvorstand Fredi Bobic einem möglichen Transfer im Trainingslager eine Absage erteilte, verfolgen die Verantwortlichen die Entwicklung mit Argusaugen und sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Klar ist, dass die bisher so zögerliche Eintracht auf dem Transfermarkt zuschlagen wird, Sportchef Bobic stellt einen, vielleicht sogar zwei Spieler bis zum Ende der Wechselperiode am 31. Januar in Aussicht.

Einer davon soll Jacob Bruun Larsen sein, der zurzeit beim Spitzenklub Borussia Dortmund ein Schattendasein fristet. Der 21 Jahre alte Flügelspieler kommt beim BVB in dieser Saison nur auf vier Kurzeinsätze bei einer Spielzeit von 66 Minuten - das ist viel zu wenig für einen, der in der vorherigen Runde noch als Shootingstar gefeiert wurde. Der dänische U-21-Nationalspieler ist wechselwillig, will seine ins Stocken geratene Karriere neu beleben. Im Raum steht ein Leihgeschäft bis Saisonende, die Eintracht würde sich gerne eine Kaufoption verankern lassen, da spielt die Borussia bisher aber noch nicht mit. Eine feste Verpflichtung ist aktuell eher nicht angedacht, da die Eintracht vor der Saison bereits 70 Millionen Euro in den Kader gesteckt hat und ihre Großinvestitionen erst im Sommer plant. Larsen würde etwas mehr als zehn Millionen Euro kosten, was momentan zu stemmen wäre, wenn Newcastle United die Kaufoption für den geliehenen Jetro Willems ziehen würde, das würde elf Millionen Euro in die Kasse spülen.

Für die Frankfurter würde eine Leihe Larsens mit optionalem Kaufrecht absolut Sinn ergeben, weil sie dann, im Optimalfall, sogleich einen Nachfolger von Filip Kostic unter ihren Fittichen hätten. Der Linksaußen wird die Hessen am Saisonende bei einem entsprechenden Angebot, das bei rund 45 Millionen Euro liegen müsste, ziemlich sicher verlassen. In Frankfurt wäre Larsen aktuell einer für den rechten Flügel, obwohl der Rechtsfuß in Dortmund zumeist links spielte. Der junge Mann aus Lyngby gilt als robuster Spieler mit guter Grundschnelligkeit. Der Däne ist keiner, der eine Abwehr mit seinen Dribblings im Alleingang aushebelt, aber ein verlässlicher, hart arbeitender Teamplayer. Mit seiner Dynamik würde er dem Eintracht-Spiel gewiss gut tun.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare