imago1004022762h_230721_4c
+
Der neue Trainer Tim Walther soll dem Hamburger SV den Weg ins Oberhaus weisen. Heute starten die Hanseaten bei Absteiger FC Schalke 04 in die Saison.

Knisternde Spannung

Das Duell der langjährigen Bundesliga-Schwer- gewichte Schalke 04 und Hamburger SV zum Zweitliga-Auftakt heute wird eine erste Standortbestimmung geben. Die Vorfreude auf beiden Seiten ist trotz einiger Probleme groß.

Vorhang auf zur stärksten 2. Liga der Geschichte: Die Vorfreude sprudelte aus Tim Walter heraus. Wer dem neuen Trainer des Hamburger SV auf der Pressekonferenz vor dem Start in die neue Saison in der 2. Fußball-Bundesliga zuhörte, konnte erahnen, wie viel Lust er auf das Auftaktspiel bei Schalke 04 heute Abend (20.30 Uhr/Sat.1) hat.

»Es ist schön, gegen Mannschaften zu spielen, die ein solches Kaliber haben«, sagte Walter. Siebeneinhalb Stunden nach der Eröffnung der Olympischen Spiele im über 9000 km entfernten Tokio beginnt in Gelsenkirchen mit dem Duell zweier früherer Bundesliga-Schwergewichte eine Spielzeit, die nicht nur Walter voller Spannung erwartet.

Bei den Schalkern überschattete in den vergangenen Tagen der Corona-Fall von Torhüter Ralf Fährmann die Vorbereitung. Er wird heute vom Österreicher Michael Langer vertreten. Zur Sicherheit zog sich S04 in ein Quarantäne-Trainingslager zurück, zwei weitere Testreihen waren allesamt negativ.

Die zusätzliche Anspannung bei den Knappen ist aber spürbar. »Wir jammern nicht rum. Trotz der speziellen Situation finde ich es sehr positiv, wie wir das hingenommen haben«, sagte Trainer Dimitrios Grammozis am Donnerstag. Zudem wird der Coach nicht alle Spieler, die noch im Kader stehen und abgegeben werden sollen, einsetzen können. »Bei einigen Spielern steht der finanzielle Aspekt so im Vordergrund, dass ein Einsatz einfach nicht möglich ist«, erklärte Grammozis. Dies betrifft Spieler, die hohe Prämien in ihren Verträgen verankert haben. Dazu dürften Profis wie Amine Harit, Omar Mascarell oder Matija Nastasic zählen. Kein Spiel sei »kein Selbstläufer. Egal, ob es gegen namhaftere Gegner geht oder gegen weniger namhafte: Die Mannschaften sind alle top organisiert«, sagte Grammozis: »Wir wissen, dass wir eine gute Rolle spielen müssen, und wollen auch ambitioniert sein.«

Dies trifft auch auf den HSV zu. Ein Sieg bei S04 wäre auf diesem Weg ein erstes Statement. »Was wir zeitnah erledigen können, sollten wir sofort umsetzen«, sagte Walter. Ausgerechnet in einer um die Absteiger Schalke und Werder Bremen sowie die prominenten Aufsteiger Dynamo Dresden und Hansa Rostock angereicherten Spielklasse, die von vielen als die stärkste 2. Liga der Historie eingeschätzt wird, will Walter den HSV nach drei vergeblichen Anläufen zurück ins Oberhaus führen.

Sein Gegenüber Grammozis freut sich ebenfalls auf den Start: »Es kommt ein geiler Gegner in unser Stadion, unsere Fans sind da und wir haben richtig Bock auf die Partie«, sagte der S04-Coach.

Rund 20 000 Zuschauer dürfen sich vor Ort davon überzeugen, ob dieses Vorhaben gelingt. Auch wenn angesichts steigender Corona-Zahlen ausverkaufte Stadien wohl noch eine Weile lang ausgeschlossen sind, kehrt ein wenig Normalität zurück. »Es ist ein schönes Gefühl, endlich wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen«, sagte Walter.

Mit Innenverteidiger Sebastian Schonlau (kam vom SC Paderborn), Sechser Jonas Meffert (Holstein Kiel), Mittelfeldmann Ludovit Reis (FC Barcelona B) und Stürmer Robert Glatzel (Cardiff City) könnten gleich vier Neue in der Startelf stehen. Stürmer Robin Meißner hat indes einen Innenbandanriss im rechten Knie erlitten und fällt vorerst aus, »Ich denke, dass wir eine mutige, bereitwillige und intensive Mannschaft sehen werden«, kündigte Walter an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare