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Start frei für die Damen-Staffel, wobei das deutsche Quartett auf Rang fünf landet.

Knapp am Podest vorbei

(sid). Franziska Preuß trudelte im Gefrierschrank von Östersund nach ihrer missglückten Aufholjagd mit einem Schulterzucken ins Ziel, als Janina Hettich bereits etwas verzweifelt nach Erklärungen rang. »Läuferisch ging bei mir dieses Wochenende gar nichts«, haderte die auf der Strecke desolate dritte Läuferin der deutschen Frauen-Staffel: »Ich fühle mich total schlecht, komme einfach nicht voran.

Es ist kein gutes Gefühl.«

Mehr als anderthalb Minuten verlor Hettich auf ihrem Teilstück auf die Schnellsten - und brachte damit das deutsche Quartett mit Vanessa Voigt, Denise Herrmann und Preuß bei minus 13 Grad Celsius um den greifbaren Podestplatz. Nach 4x6 km kamen die Biathletinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) trotz einer starken Schießleistung mit nur vier Nachladern nicht über Rang fünf hinaus. »Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich kann es mir nicht erklären«, sagte Hettich ratlos in der ARD.

Dabei ging es sehr gut los. Voigt konnte sich bei ihrem Staffel-Debüt im Weltcup über »abartige Ski« und ein »Top-Rennen« freuen. Nach fehlerfreiem Schießen übergab die 24-Jährige mit einer minimalen Lücke zur Spitze als Vierte. Herrmann verbesserte sich zwar auf Rang drei, doch der Rückstand auf das Führungsduo Frankreich und Belarus wuchs durch drei Nachlader auf 46 Sekunden an. »Das ärgert mich«, haderte die Oberwiesenthalerin. Die fehlerfreie Hettich fiel dann weit zurück, was Preuß trotz einer erneut starken Leistung mit nur einem Nachlader beim Sieg der Französinnen nicht mehr wettmachen konnte. »Man darf sich grad überhaupt nichts erlauben«, bilanzierte Herrmann. Das zeigte sich schon am Samstag.

In der Verfolgung hatten die deutschen Vorzeigeläuferinnen Preuß und Herrmann beim Sieg der Norwegerin Marte Olsbu Röiseland mit je zwei Schießfehlern auf den Plätzen fünf und acht überzeugt. »Es fehlt momentan der eine Schuss, damit es ganz nach vorne geht. Aber wirklich sehr stabil in der Weltklasse, da können wir in den nächsten Wochen gut drauf aufbauen«, lobte Bernd Eisenbichler, beim DSV Sportlicher Leiter für Biathlon, sein Topduo.

Weiter den eigenen Ansprüchen hinterher laufen die deutschen Männer, auch in der Staffel blieb die erhoffte Erlösung aus. Mit Platz vier über 4x7,5 km verpassten Erik Lesser, Roman Rees, Benedikt Doll und Philipp Nawrath knapp den ersten Podestplatz der Saison. Vor allem läuferisch können die Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit der Weltspitze derzeit nicht mithalten. Zumindest erfüllten Rees als 13. und Johannes Kühn als 14. am Sonntag im Verfolger über 12,5 km den zweiten Teil der Olympia-Norm. »Ich bin natürlich zufrieden, auch wenn ich auf der letzten Runde richtig kämpfen musste«, sagte Kühn. Lesser lief beim Sieg des Norwegers Vetle Sjaastad Christiansen um 30 Plätze bis auf Rang 18 nach vorne, verpasste aber wie Benedikt Doll als 22. zumindest eine Teilnorm für Peking. Chance zur Verbesserung gibt es ab Freitag beim dritten Weltcup in Hochfilzen.

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