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Schon in Runde zwei des DFB-Pokals kommt es zu einem Kracher: Gladbach erwartet die Bayern - wie zum Bundesliga-Saisonstart, als beim 1:1 Leroy Sane (l.) und Christoph Kramer um den Ball kämpften.

Auslandsfußball

Knaller in Runde 2

Hansi Flick weiß, dass er fokussiert sein muss. Bei seinem Debüt als Bundestrainer setzt der einstige Bayern-Titelsammler daher auf einen straffen Zeitplan.

(dpa). Die Fußballfans freuen sich auf den Pokalkracher zwischen den ewigen Bundesliga-Rivalen Borussia Mönchengladbach und Bayern München, Titelverteidiger Borussia Dortmund erwischte mit dem Heimspiel gegen den Zweitligisten FC Ingolstadt ein Glückslos für die zweite Runde des DFB-Pokals. Dies ergab die Auslosung am Sonntagabend in der ARD-«Sportschau«. Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe bescherte zudem Vizemeister und Pokalfinalist RB Leipzig ein Ostduell beim Regionalligisten SV Babelsberg 03. Die Partien der zweiten Runde finden am 26. und 27. Oktober statt.

Im Saison-Auftaktspiel der Liga hatten sich Gladbach und die Bayern am 13. August 1:1 getrennt. Doch auch die weiteren drei Bundesliga-Duelle versprechen Spannung: Aufsteiger VfL Bochum empfängt den FC Augsburg, Mainz 05 erwartet Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart den 1. FC Köln. Schalke 04 muss zum Drittligisten 1860 München, Zweitliga-Spitzenreiter Jahn Regensburg empfängt Aufsteiger FC Hansa Rostock.

(sid). Jahn Regensburg hat in der 2. Fußball-Bundesliga den ersten Rückschlag kassiert, bleibt aber Tabellenführer. Die Oberpfälzer von Trainer Mersad Selimbegovic verloren am Sonntag nach vier Siegen zum Saisonstart mit 0:2 (0:0) beim FC St. Pauli. Absteiger Werder Bremen, der dank des Doppelpacks von Neuzugang Marvin Ducksch 3:0 (1:0) gegen Hansa Rostock gewann, liegt hingegen wieder auf Kurs.

Dynamo Dresden kam im Spitzenspiel gegen den SC Paderborn unter die Räder und verpasste es, Regensburg (12 Punkte) an der Spitze abzulösen. Die Sachsen verloren 0:3 (0:3) und belegen mit zehn Punkten Relegationsplatz drei, punkt- und torgleich mit St. Pauli. Der SCP (11) rückte auf den zweiten Rang vor.

Nachdem Absteiger Schalke 04 Samstagabend mit dem 3:1 (1:1) bei Fortuna Düsseldorf den ersten Heimsieg gefeiert hatte, fand auch Bremen durch den am Mittwoch verpflichteten Ducksch (39., Handelfmeter nach Videobeweis/53.) und Nicolai Rapp (90.+4.) mit nun acht Punkten in die Erfolgsspur zurück. Schalke hat einen Zähler weniger, der Hamburger SV hinkt den Erwartungen nach dem 0:0 am Samstag beim 1 FC Heidenheim mit sechs Punkten weit hinterher.

Der SSV Jahn agierte nach dem bärenstarken Saisonstart mit viel Selbstvertrauen. Trotzdem hatte St. Pauli insgesamt mehr vom Spiel, kam allerdings nur selten gefährlich vor das Gäste-Tor. Regensburg tat wenig für die Offensive und wurde durch den Ex-Schalker Guido Burgstaller (74./89.) bestraft.

Ein Sprung auf Rang sechs gelang dem SV Darmstadt. Mit dem 4:0 (2:0) über Hannover setzte das Team von Trainer Torsten Lieberknecht seinen Aufwärtstrend fort. Dagegen mussten die Niedersachsen nach den Gegentreffern von Luca Pfeifer (21.), Philipp Dietz (45.+1) und Fabian Schnellhardt (70.) sowie dem Eigentor von Luka Krajnc (87.) einen neuerlichen Rückschlag hinnehmen und kommen als Tabellen-15. der Gefahrenzone bedenklich nahe.

(dpa). Der Wechsel von Marcel Sabitzer von Fußball-Bundesligist RB Leipzig zum FC Bayern München steht unmittelbar bevor. Am Sonntag vermeldete die »Bild« die Einigung der beteiligten Parteien. Die Ablösesumme soll bei rund 16 Millionen Euro liegen. Sabitzer wäre nach Trainer Julian Nagelsmann und Abwehrspieler Dayot Upamecano der dritte namhafte Leipziger, der in dieser Saison an die Isar wechselt. Sabitzer, dessen Vertrag zum Saisonende bei RB ausläuft und den er trotz Bemühungen der Leipziger nicht vorzeitig verlängert hatte, war seit geraumer Zeit mit den Münchnern in Verbindung gebracht worden.

Mit flottem Schritt marschierte Hansi Flick durch den Stuttgarter Regen. Schnell noch ein Medientermin, dann gingen die letzten Vorbereitungen im Teamhotel weiter. Wie ein ungeduldiger Party-Ausrichter erwartete der neue Bundestrainer am Sonntag die Ankunft seiner 26 ausgesuchten Gäste. Denn auf dem Platz soll es für die Fußball-Nationalmannschaft nach vielen Tiefschlägen in der Endphase der Ära Löw mit dem großen Bayern-Titelsammler schnell wieder Länderspiel-Festtage und Gründe zum Feiern geben.

»Wir wissen, dass wir nur eine kurze Zeit gemeinsam mit den Spielern zur Verfügung haben, die wollen wir optimal nutzen«, sagte Flick . Der Nachfolger von Joachim Löw will einfach keine Zeit verschwenden. Mit Enthusiasmus und einer positiven Grundhaltung startet der 56-Jährige in den Countdown auf den ersten Länderspiel-Dreierpack seiner Amtszeit - Fernziel ist die WM 2022.

»Ich freue mich total drauf. Mein ganzes Team freut sich, dass wir jetzt anfangen können«, sagte Flick vor der Fortsetzung in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein, Armenien und Island. Dass neun Punkte zum Start Pflicht sind, hat Flick längst klar gemacht.

Einen Tag eher als zuletzt üblich versammelte er seinen 26 Spieler umfassenden Kader im Waldhotel der Schwaben-Metropole. »Um unser Programm unterzubekommen, treffen wir uns früher«, begründete Flick diesen Schachzug, der verdeutlicht, dass er bereit ist. Mit Münchner Erfolgsmentalität will er ein Vollzeit-Bundestrainer sein.

Zwei Monate nach dem EM-Aus im Achtelfinale gegen England beginnt eine neue Zeitrechnung. Gedanken an ein mögliches Scheitern in der WM-Qualifikation will Flick nach den jüngsten DFB-Enttäuschungen wie dem 1:2 im Heimspiel gegen Nordmazedonien auf keinen Fall zulassen. »Ich bin ein Mensch, der immer positiv nach vorne schaut. Jetzt wollen wir erstmal die anstehenden drei Spiele gewinnen. Das ist unser Ziel«, sagte Flick.

Deutschland liegt auf dem dritten Platz seiner Qualifikationsgruppe. Für das direkte Ticket nach Katar muss man Gruppensieger werden. Sonst droht als Zweiter ein schwieriges Playoff-Turnier mit zwei K.-o.-Spielen im März. »Daran denke ich nicht«, sagte Flick. Punkt!

Der neue Chef hat klare Ideen und macht auch kein Geheimnis daraus, dass er zuletzt ins Leere gelaufenen Entscheidungen seines Vorgängers Joachim Löw als Sofortmaßnahmen korrigieren wird. Joshua Kimmich? Für Flick gehört er nicht auf die Außenbahn, sondern wieder ins Zentrum. »Er kann beide Positionen gut spielen, aber ich sehe ihn eher auf der Sechs.« Dreier- oder Viererkette? »Wir werden mit einer Viererkette spielen und werden stets analysieren, was wir besser machen können.«

Für seine ersten drei Länderspiele setzt Flick auf einen Generationen-Mix. »Wir denken, dass das insgesamt ein guter, ein interessanter Kader ist und freuen uns auf das, was kommt«, sagte er. Erstmals stehen die drei U-21-Europameister Karim Adeyemi (19), Nico Schlotterbeck (21) und David Raum (23) im Kader. Mit dabei sind auch die Teenager Jamal Musiala (18) und Florian Wirtz (18).

(dpa). Der FC Liverpool spielt eine Halbzeit in Überzahl und trotzdem reicht es gegen Champions-League-Sieger FC Chelsea nicht zum Sieg. Chelsea-Coach Tuchel ist zufriedener als sein Gegenüber Klopp. Turin verliert nach dem Abschied von Superstar Ronaldo. In der niederländischen Eredivisie bleiben Eindhoven und Götze ungeschlagen.

England: Einen Sieger gab es beim Duell der beiden deutschen Erfolgstrainer Jürgen Klopp und Thomas Tuchel, Europas Coach des Jahres, nicht. Sehenswert war das 1:1 (1:1) zwischen Klopps FC Liverpool und Champions-League-Sieger FC Chelsea im mit 54 000 Zuschauern ausverkauften Stadion allemal. »Alles war erfreulich bis auf das Ergebnis«, sagte Klopp: »Wir hätten definitiv mehr aus dem Vorteil machen müssen.« Denn die Reds spielten nach der Roten Karte gegen Reece James die zweite Halbzeit in Überzahl.

Klopp hatte vorher gewarnt: Wer sich zu sehr auf Stürmer Romelu Lukaku konzentriere, vergesse die anderen Gefahren der Blues. Und so sorgte nicht Lukaku, sondern der deutsche Nationalspieler Kai Havertz (22. Minute) für die Gäste-Führung. Nach einem umstrittenen Handelfmeter, den Mohamed Salah (45.+5) verwandelte, und dem Platzverweis konnte Liverpool die Überzahl nicht nutzen, weil Chelsea zu zehnt stark verteidigte. »Die letzten fünf Minuten habe ich echt gebetet, dass wir das bekommen, was wir verdienen«, gestand Tuchel.

Spanien: Ohne den weiter wegen einer Schambeinentzündung fehlenden Ex-Weltmeister Toni Kroos hat Real Madrid im dritten Saisonspiel seinen zweiten Sieg geholt. Die Königlichen siegten bei Betis Sevilla 1:0 (0:0) durch das Tor des Ex-Leverkuseners Daniel Carvajal. Doch fast genauso wichtig wie der Erfolg war die Frage nach Weltmeister Kylian Mbappé. Real wirbt weiter um den Franzosen von Paris Saint-Germain. Ein zweites Angebot soll bei 180 Millionen Euro liegen. »Wir sollten lieber über das Spiel sprechen, denn der Rest ist Sache des Vereins, der daran arbeitet, und ich kenne im Moment keine Details«, sagte Coach Carlo Ancelotti.

Italien: Superstar Cristiano Ronaldo ist weg - und schon verliert Rekordmeister Juventus Turin. Im ersten Spiel nach dem Abschied des Portugiesen Richtung Manchester United unterlag das Team des neuen Trainers Massimiliano Allegri am Samstag gegen den FC Empoli 0:1 (0:1) und ist damit auch nach dem zweiten Spieltag noch ohne Sieg.

Niederlande: Mit einer Torgala meldete sich die PSV Eindhoven nach dem bitteren Aus in der Champions-League-Qualifikation zurück. Die Elf von Coach Roger Schmidt holte sich mit dem 5:2 (3:2) gegen den FC Groningen den dritten Sieg im dritten Spiel. Ex-Weltmeister Mario Götze kam auf zwei Assists, bereitete die Treffer vom starken Cody Gakpo (7.) sowie Bruma (90.+6) vor.

Frankreich: Nach dem abgebrochenen Skandalderby zwischen OGC Nizza und Olympique Marseille musste Nizza das Duell gegen Girondins Bordeaux unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Nizza gewann 4:0.

Jubel auf Schalke - beim Torschützen zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen Düsseldorf: Marius Bülter (h.) und Victor Palsson.

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