Roger Kluge (r.) will an der Seite von Theo Reinhardt den dritten WM-Titel im Madison in Serie einfahren. FOTO: DPA
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Roger Kluge (r.) will an der Seite von Theo Reinhardt den dritten WM-Titel im Madison in Serie einfahren. FOTO: DPA

Kluge plant Historisches

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(sid). Für den Traum vom Gold-Triple kehrte Roger Kluge sogar der Sonne Portugals frühzeitig den Rücken. Schon vor dem abschließenden Zeitfahren am Sonntag stieg der deutsche Radprofi aus der Algarve-Rundfahrt aus und machte sich auf den Weg ins nasskalte Berlin. Im Velodrom an der Landsberger Allee steht ab Mittwoch die Bahn-WM an - der erste Höhepunkt in Kluges ereignisreichem Jahr, das über Berlin zur Tour de France und bis zu den Sommerspielen nach Tokio führen soll.

"Vor heimischen Publikum, vor Freunden und Familie ist es eine besondere WM", sagte der gebürtige Brandenburger Kluge: "Ich hatte das noch nicht und werde es wohl auch nicht mehr haben. Es ist ein schöner, besonderer Moment für uns. Den wollen wir nutzen." Kluge ist der prominenteste deutsche Starter bei der Heim-WM - und er plant Historisches. Im Zweier-Mannschaftsfahren hat er an der Seite des Berliners Theo Reinhardt die Möglichkeit, zum dritten Mal nacheinander das Regenbogentrikot des Weltmeisters zu gewinnen. Das ist vorher noch keinem Team gelungen.

Kluge, 34, der auch im Omnium zu den Besten zählt, ist der erfahrenere der beiden Madison-Spezialisten. "Den bringt so schnell nichts aus der Ruhe", sagte Reinhardt. Spätestens seit der WM 2019 in Polen bestehen daran keine Zweifel. Nur knapp drei Stunden vor der erfolgreichen Titelverteidigung war Kluge damals am Flughafen Warschau-Chopin eingetroffen. Nach über einer Woche auf den Straßen der Vereinigten Arabischen Emirate bei der UAE-Tour zeigte der Lotto-Soudal-Profi dennoch keine Anpassungsprobleme. Kluge und Reinhardt holten Gold - zum zweiten Mal nacheinander. "Wir sind Profis im Zweier-Mannschaftsfahren", sagte Kluge: "Wir können das einfach." Bahn, Straße, Straße, Bahn - kaum ein Radprofi beherrscht den Wechsel zwischen Asphalt und dem Holzoval so gut wie Kluge. Die Rollen, die er dabei jeweils spielt, könnten kaum unterschiedlicher sein. Auf der Straße ist er bei Lotto-Soudal als Helfer des australischen Top-Sprinters Caleb Ewan unverzichtbar. Kluge und Ewan sind ein eingespieltes Team, erst im Dezember belohnte die belgische Equipe das Duo mit neuen Dreijahresverträgen. Für die Tour de France ist er fest eingeplant.

Eine erneute Gold-Fahrt wäre auch ein persönlicher Triumph für Kluge. Im Oktober hatte er sich einer Operation am Herzen unterziehen müssen, nachdem er 2018 eine Vorstufe eines Schlaganfalls erlitten hatte. "Es war nur ein kleiner, minimalinvasiver Eingriff", sagte Kluge, "es lief alles sehr gut. Es war eine notwendige Aktion, um die nächsten Jahre befreit und risikofrei durchs Leben zu gehen."

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