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So kennt man ihn: Liverpools Trainer Jürgen Klopp will auch heute Abend jubeln. (dpa)

Klopps dritter Anlauf

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Das verlorene Finale 2018. Der zweite Platz in der englischen Meisterschaft. Der FC Liverpool und sein Trainer Jürgen Klopp waren schon mehrfach dicht dran am ganz großen Erfolg. Heute wollen sie gegen Tottenham endlich die Champions League gewinnen.

Jürgen Klopp wagt den nächsten Angriff auf den Henkelpott, doch dem FC Liverpool stellt sich bei der geplanten Krönung seines Teammanagers ein altbekannter Gegner in den Weg: Im Finale der Champions League müssen die Reds am Samstag (21 Uhr/Sky und DAZN) im rein englischen Premier-League-Duell erst Tottenham Hotspur schlagen - nur dann würde sich Klopp nach dreieinhalb Jahren an der Merseyside endgültig ein Denkmal setzen. "Die Welt da draußen erwartet von uns, dass wir das Finale gewinnen. Von mir persönlich erwarten das viele Leute vielleicht noch ein bisschen mehr", sagt der 51-Jährige Klopp vor seinem dritten Endspiel im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb: "Ich will das Spiel unbedingt gewinnen, aber ich will das nicht für mich. Ich will das für meine Spieler und für diesen großartigen Klub."

Der gebürtige Stuttgarter könnte im Wanda Metropolitano als zweiter deutscher Trainer nach Jupp Heynckes (1998 mit Real Madrid) mit einem ausländischen Klub die Königsklasse gewinnen. Sein erster Versuch mit den Reds schlug im vergangenen Jahr gegen die Königlichen fehl. Seine Premiere im CL-Endspiel mit Borussia Dortmund ging 2013 gegen Bayern München verloren. Nun also Versuch Nummer drei - es ist die letztmögliche Chance, um den von ihm versprochenen Titel in den ersten vier Jahren zu liefern.

Die Voraussetzungen dafür sind besser denn je. Ausfälle gibt es kaum zu beklagen, die Topstars um Mohamed Salah und Co. melden sich fit für den Showdown mit den Spurs. "Als beste Mannschaft, mit der ich je in einem Finale stand" bezeichnete der 51-Jährige Anfang der Woche sein Team, das nach einer historischen Ligasaison mit 97 Punkten vor Selbstvertrauen nur so strotzt. "Wir können es nicht erwarten, dass es endlich losgeht", sagt der Schweizer Xherdan Shaqiri.

Angst vor einem erneuten Scheitern gibt es nicht. Und selbst im Falle einer Niederlage dürfte an der Anfield Road der Hype um "König Klopp" nicht abreißen. Gefährlich wäre sie dennoch: "Wenn sie es wieder nicht gewinnen, könnte natürlich Zweifel aufkommen. Man fragt sich dann schon, was man denn noch alles tun muss, um den ganz großen Wurf zu landen. Das kann Spuren hinterlassen", schrieb die Liverpooler Vereins-Ikone Dietmar Hamann, die 2005 im legendären Finale von Istanbul den bisher letzten Henkelpott für den LFC holte, auf skysport.de.

Die Spurs würden nur zu gerne die Klopp-Party verderben. Teammanager Mauricio Pochettino führte den Klub aus dem Londoner Norden erstmals in das Endspiel der Königsklasse, ein Erfolg wäre folglich der größte aller Zeiten in der noch jungen Vereinsgeschichte. Die Mentalität hat sie dafür gewiss. Das wies die Mannschaft um den rechtzeitig genesenen Superstar Harry Kane mehrfach nach: Beim Erfolg gegen Meister Manchester City im Viertelfinale oder dem Last-Minute-Wahnsinn bei Ajax Amsterdam.

100 000 englische Fans werden in der spanischen Hauptstadt erwartet, nur knapp 35 000 sollen ein Ticket für das Endspiel haben, teilte der britische Botschafter mit. Der verrückte Anhang organisierte 1500 Charterflüge in die spanische Hauptstadt. Die Polizei rüstet sich daher für den bisher größten Einsatz im Rahmen einer Sportveranstaltung. 5000 Polizisten, darunter auch britische Unterstützung, werden im Einsatz sein.

Die voraussichtlichen Aufstellungen: Tottenham Hotspur: Lloris - Trippier, Alderweireld, Vertonghen, Rose - Sissoko, Wanyama - Alli, Eriksen, Son - Kane (Moura). - Liverpool: Alisson - Alexander-Arnold, Matip, van Dijk, Robertson - Fabinho - Henderson, Wijnaldum - Salah, Firmino, Mane.

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