Edin Terzic soll es nun beim BVB richten. FOTO: DPA
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Edin Terzic soll es nun beim BVB richten. FOTO: DPA

Ein Typ wie Klopp

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(sid). Bevor Edin Terzic jetzt mit all den Hochbegabten von Borussia Dortmund wieder die Liga aufmischen will, schaute der neue Hoffnungsträger kurz zurück. Als neunjähriger Knirps sei er erstmals ins Stadion gepilgert, um den BVB spielen zu sehen, sagte Terzic mit strahlenden Augen: "Da war klar, für wen das Herz schlägt. Ich bin seit Ewigkeiten Fan des Vereins."

Deshalb musste sich Terzic auch nur "kurz mit der Familie" besprechen, als Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc fragten, ob er Nachfolger von Lucien Favre werden wolle. Und seit seinem "Ja" schlägt das Herz von Terzic jetzt wie wild, schon am heutigen Dienstag steht bei Werder Bremen (20.30 Uhr/Sky) das Debüt an. Mit aller Macht und so schnell wie möglich will der 38-Jährige den Klub wieder in die Spur bringen. Seinen Klub.

"Ich bin ein Produkt von Borussia Dortmund", sagte Terzic, der von 2010 bis 2013 bereits im Nachwuchsbereich der Borussia tätig war. Bevor er 2018 nach Dortmund als Co-Trainer von Favre zurückkehrte, war Terzic als Assistent von Slaven Bilic in England und der Türkei tätig. Es sei etwas "ganz Besonderes, morgens aufzustehen und über schwarzgelben Fußball nachzudenken", sagte Terzic: "Ich bin geprägt von dem, was hier in der Vergangenheit stattgefunden hat."

Und in seiner Art ist Terzic wohl eher bei Jürgen Klopp als Favre. Der ehemalige Angreifer gilt als emotional, direkt und bei den Spielern um Stürmerstar Erling Haaland als durchaus beliebt. Doch Terzic muss nun als Chef natürlich auch ganz andere Entscheidungen treffen, er spüre "natürlich auch die Verantwortung".

Beim BVB hoffen sie, dass Terzic den Job vielleicht so gut macht, dass im Sommer die ganz große Beförderung mit einem langfristigen Vertrag folgt. Dass Beispiel Hansi Flick, der bei Bayern München in einer ähnlichen Situation den "Jackpot" gezogen habe, spielte bei der BVB-Entscheidung zu Terzic laut Watzke aber "keine Rolle".

Die Borussia habe Terzic 2018 zurückgeholt, damit in einer solchen Situation wie jetzt "kein Vakuum entsteht", wie Watzke bei "Bild" sagte. Schon damals hätten sie gewusst, dass Terzic "unser Mann ist, wenn es brennt".

Nach übereinstimmenden Medienberichten könnte im Sommer aber auch Marco Rose von Borussia Mönchengladbach ein Thema werden. Der 44-Jährige besitzt nach Informationen der "Bild" nach der Saison eine Ausstiegsklausel bei den Fohlen.

Für Dortmunder Verhältnisse brennt es beim BVB derzeit jedenfalls ziemlich. Als Tabellenfünfter wäre der Klub Stand jetzt nicht für die Champions League qualifiziert, erstmals seit 14 Monaten blieb das Team drei Bundesliga-Spiele in Folge sieglos - negativer Höhepunkt das 1:5 gegen Stuttgart.

Terzic, der vor Weihnachten innerhalb von acht Tagen noch dreimal als Chef auf der Bank sitzt, forderte gleich einmal "eine Reaktion" der Mannschaft. "Wir haben zuletzt auch sehr viele gute Dinge gezeigt", sagte er: "Den Glauben müssen wir haben, um uns wieder gemeinsam dahin zu bringen und es allen anderen zu zeigen."

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