Kleine Staatskrise in Dänemark

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(sid). "Schock", "Fiasko", "Tiefpunkt der Handball-Geschichte": Das historische Scheitern des Weltmeisters und Olympiasiegers löste im handballverrückten Dänemark eine kleine Staatskrise aus. Ein K.o. in der Vorrunde einer EM - das hatte es bei den Skandinaviern noch nicht gegeben.

Während sich die Kommentatoren in der Heimat mit Superlativen überschlugen, waren die dänischen Stars um Welthandballer Mikkel Hansen in Malmö konsterniert. Ihr Trainer Nikolaj Jacobsen wirkte mächtig angefressen. Die allgemeine Endzeitstimmung ging dem Weltmeister-Macher dann aber doch zu weit. Ob das schlechteste EM-Abschneiden in der Geschichte der Handballnation ein "Fiasko" sei? "Ich habe keinen Bock solche Wörter zu benutzen", sagte Jacobsen: "Wir haben diesmal das Niveau nicht erreicht."

Sie hatten vor dem Turnier vom Grand Slam des Handballs, der Vereinigung aus Olympiasieg, Welt- und Europameistertitel geträumt - doch drei Punkte waren am Ende zu wenig. Nach einer Niederlage gegen Island (30:31) und dem Remis gegen Ungarn (24:24) fiel der abschließende 31:28-Erfolg gegen Russland nicht mehr ins Gewicht.

Hansen und Co. fabrizierten satte zehn technische Fehler im Schnitt pro Spiel. Bei der WM waren es gerade einmal die Hälfte. "Das ist viel zu viel, wenn jeder einzelne Spieler so viele produziert wie letztes Jahr im ganzen Turnier", sagte Hansen, der in der Heimat für seine mäßigen Auftritte kritisiert wurde. Auch Jacobsen bekam sein Fett weg. "Darüber solltest Du nachdenken, Nikolaj", schrieb das dänische Boulevardblatt "BT". Das wird er. "Ich trage die komplette Verantwortung und muss mich hinterfragen, was ich besser machen kann", sagte Jacobsen.

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