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Ein Mittelhesse in Hamburg: Sonny Kittel (r.) bejubelt seinen Treffer zur 2:0-Führung des HSV mit Teamkollege Lukas Hinterseer. (dpa)

Kittel macht den HSV froh

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(sid). Der Hamburger SV wird seiner Favoritenrolle weiterhin gerecht, die vermeintlich stärksten Konkurrenten patzen dagegen: Während die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking durch ein 4:2 (2:0) im Spitzenspiel beim Karlsruher SC am vierten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga wieder die Tabellenführung übernahm, mussten die hochgehandelten Bundesligaabsteiger Hannover 96 und VfB Stuttgart weitere Rückschläge hinnehmen. Dem 1. FC Nürnberg gelang immerhin ein Arbeitssieg.

Stuttgart musste sich mit einem 0:0 bei Erzgebirge Aue begnügen, Hannover kam gegen die SpVgg Greuther Fürth nicht über ein 1:1 hinaus, und Nürnberg gewann dank eines späten Treffers gegen Aufsteiger VfL Osnabrück 1:0 (0:0). Am Samstag hatte Arminia Bielefeld (3:1 in Regensburg) zwischenzeitlich die Spitze in der 2. Liga erklommen. Für Schlagzeilen am Wochenende sorgte aber vor allem der VfL Bochum, bei dem Trainer Robin Dutt nach dem 3:3 (0:3) gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden am Samstag selbst die Spekulationen um seine Zukunft befeuert und an Rücktritt gedacht hatte. Am Sonntagvormittag stand der 54-Jährige aber wieder wie gewohnt auf dem Platz. "Manchmal muss man die Fragen so frühzeitig klären, dass es auch Lösungen gibt", sagte der Fußballlehrer anschließend am Sky-Mikro und berichtete von einem Austausch mit Verantwortlichen des VfL. 19 Stunden zuvor hatte Dutt mit seinen bemerkenswerten Aussagen auf der Pressekonferenz selbst seine Demission in den Raum gestellt. "Es hilft nichts, mit einem angezählten Trainer weiterzumachen", sagte der erfahrene Fußballlehrer, der sich mit dem VfL mit nur zwei Punkten im Tabellenkeller befindet. Traurig war Aufsteiger Wehen. "Das darf uns natürlich nicht passieren. Wenn du 3:0 führst, dann musst du die Punkte auch mit nach Hause nehmen", sagte SVW-Neuzugang Tobias Schwede. Trainer Rüdiger Rehm hatte die intensive Schlussphase, in der die Hessen den sicher geglaubten Sieg noch verspielten, sichtlich zugesetzt. "Wir haben ein brutal mitreißendes Spiel erlebt."

Solche Probleme hat der HSV nicht, der in Karlsruhe seinen dritten Ligasieg in Folge feierte und mit zehn Punkten vor Arminia Bielefeld und Mitabsteiger VfB Stuttgart, die beide acht Zähler auf dem Konto haben, rangiert. In Karlsruhe brachte Neuzugang Lukas Hinterseer die Gäste per Foulelfmeter (16.) in Führung. Lukas Fröde hatte mit einer regelwidrigen Attacke an Tim Leibold den Strafstoß verursacht. Der ehemalige Bochumer Hinterseer nutzte die Gelegenheit zu seinem zweiten Saisontor. Sonny Kittel (34./67.) mit seinen Saisontreffern zwei und drei machte frühzeitig den zweiten Auswärtssieg der Hamburger in dieser Saison perfekt. Daniel Gordon (77.) und Philipp Hofmann (88.) machten mit ihren Toren für den KSC das Match noch einmal spannend, ehe Jairo Samperio (90.+1) für den HSV alles klarmachte.

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