Kinderfotos am Spind

  • schließen

(dpa). Unter dem früheren Bundestrainer Marco Sturm gehörte der berühmte Pepita-Hut von Eishockey-Idol Xaver Unsinn zu den legendären Utensilien in der Kabine des Nationalteams. Der beste Spieler der Partie bekam Unsinns Hut zum Jux der Profis aufgesetzt und reichte ihn nach dem nächsten Match weiter. Bekannt wurde dieses Ritual vor allem während der Olympischen Winterspiele 2018, die mit dem Gewinn der Silbermedaille für Deutschland endeten. Sturm-Nachfolger Toni Söderholm hat bei seinem ersten Turnier als Bundestrainer bei der WM in der Slowakei eigene Kabinen-Rituale eingeführt.

Glockengeläut:Unsinns Hut hat ausgedient. Nach dem letzten WM-Vorbereitungsspiel in Mannheim gegen die USA (2:5) brachte Söderholm zur Verwunderung seiner Spiele eine Glocke mit in die Kabine und überreichte sie an Kapitän Moritz Müller. "Eine Viertelstunde nach dem Spiel klingelt dann die Glocke und dann wissen wir: Das Spiel ist jetzt abgehakt. Jetzt können wir uns auf das nächste Spiel vorbereiten", erzählte Stürmer Yasin Ehliz über das neue Ritual, das wieder der zunächst von Müller ausgewählte beste Spieler einer Partie startete. Nach dem ersten WM-Spiel gegen Großbritannien (3:1) war dies Torhüter Mathias Niederberger. Dieser reichte die Glocke nach dem 2:1 gegen Dänemark an Verteidiger Yannic Seidenberg weiter. Nach dem 4:1 gegen Frankreich war in Niklas Treutle wieder ein Torhüter dran.

Kinderfotos:Söderholm forderte vor dem Turnierstart jeden Spieler auf, ein Kinderfoto von sich zu schicken. Zur Belustigung der Nationalspieler fanden sich diese in der WM-Kabine im slowakischen Kosice an jedem Spielerplatz wieder. "Das war eine ganz nette Idee, das ist wirklich gut angekommen", sagte Angreifer Patrick Hager, und Marcel Noebels meinte: "Das lässt jeden schmunzeln, wenn er in die Kabine an seinen Platz kommt. Das ist gut für die Lockerheit." Noebels ist auf seinem Bild bei der Einschulung im Trikot von Borussia Dortmund zu sehen. Andere Spieler schickten ein Baby-Bild von sich. Der älteste deutsche WM-Spieler Seidenberg (35) gab gar ein Schwarz-Weiß-Bild ab. "Das war natürlich eine Steilvorlage für den einen oder anderen Spruch", berichtete Seidenbergs Münchner Clubkollege Hager.

Bundesadler:Der Bundestrainer brachte noch eine weitere Idee ein. "Er hat von jedem ein Motivationsbild verlangt", erzählte Ehliz. "Der eine hat die Familie drauf, der andere die Tochter. Die Bilder sollen jedem einzelnen Kraft geben." Ehliz selbst brachte ein Foto mit, das ihn und seine Mutter auf einem Berg zeigt. Vor jedem Spiel befestigt jedes Teammitglied sein persönliches Bild an einem bestimmten Platz auf einer Magnettafel in der Kabine. Herauskommt bei dem Gebilde am Ende der Bundesadler.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare