Kerber zögert noch bei Olympia-Zusage

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(sid). Angelique Kerber zögerte. Ja, versicherte sie, die Olympischen Spiele stünden in ihrem Kalender, das schon. Allerdings: Nachdem ihre wunderbare Reise in Wimbledon in einem Halbfinale von allerbester Güte gegen die Weltranglistenerste Ashleigh Barty zu Ende gegangen war, ließ Kerber offen, ob sie auch tatsächlich hinreist. Sie sei ja, sagte sie mehr oder weniger sinngemäß, nicht mehr die Jüngste.

Obwohl in diesem Kalender steht, dass das olympische Tennisturnier in Tokio am 24. Juli beginnt, will sich Kerber »trotzdem mit meinem Team hinsetzen und besprechen, wie die nächsten Wochen aussehen und wie wir das weiter planen«. So oder so, »ich werde auf jeden Fall ein paar Tage Pause für mich nehmen, und die werde ich auch brauchen«, betonte die 33-Jährige, denn: »Ich habe sehr viel gespielt, und mein Körper merkt das natürlich auch.«

Tatsächlich war das Halbfinale in Wimbledon schon das elfte Match in drei Wochen für Kerber. Vor ihrer Reise nach London hatte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin sich beim Turnier in Bad Homburg bis zum Titelgewinn gespielt. Jedoch: Die Mühen haben sich gelohnt. »Ich verlasse Wimbledon mit einem Lächeln im Gesicht und einem Herzen voller Erinnerungen«, teilte sie auf Instagram mit. Die vergangenen Wochen hätten ihr wieder mal gezeigt, »wie sehr ich diesen Sport liebe«.

Das war so freilich nicht abzusehen, wie Kerber selbst einräumte. Titel in Bad Homburg, Halbfinale in Wimbledon - vor ein paar Wochen hätte sie gesagt: »Das ist eine sehr lange und schwere Reise, um das hinzubekommen.« Die vergangenen Monate seien nicht so gelaufen, wie sie sich das vorgestellt habe, dennoch seien ihr »Glaube an mich« und »der Wille, in Wimbledon groß aufzuspielen, immer da gewesen.«

Den All England Club in London SW19 verließ Kerber daher mit einem sehr guten Gefühl, trotz des 3:6, 6:7 (3:7) gegen eine beeindruckte und beeindruckende Barty (Australien). »Ich bin unendlich dankbar, dass ich das geschafft habe, weil ich denke, dass die einen oder anderen mich in den letzten Monaten auch abgeschrieben haben«, sagte sie. DTB-Frauen-Chefin Barbara Rittner lobte bei Eurosport: Kerber habe sich »wieder in die Weltklasse zurückgespielt«.

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