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Keine interne Verkaufsliste

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Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche spricht Klartext. © Imago Sportfotodienst GmbH

»Es gibt keinen unverkäuflichen Spieler.« Das sagt Markus Krösche, der Sportvorstand des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, in einer Medienrunde.

Bei einigen der 30, 40 Trainingskiebitze schoss der Puls für einen kleinen Moment in die Höhe, als sie den Fußballern von Bundesligist Eintracht Frankfurt bei deren Körperertüchtigung zusahen. Wo ist denn der Hinti? Ist das der da? Nee, nee, das ist der Seppl, Sebastian Rode. Hintiii? Ahh da, guck, da drüben, er ist doch da. Durchatmen!

Selbstverständlich nahm Martin Hinteregger am Mittwochvormittag mit seinen Kollegen die Vorbereitung auf das Bundesligaheimspiel am Samstag gegen Hoffenheim auf, er hatte seinen blonden Schopf bei 15 Grad und strahlendem Sonnenschein lediglich mit einem Wintermützchen »getarnt«. Warum Martin Hinteregger überhaupt für besondere Aufmerksamkeit taugte? Angeblich, so der Boulevard zuvor, stehe der verteidigende Publikumsliebling auf einer internen Verkaufsliste des Klubs für den kommenden Sommer. Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche nahm dann auch nach der Übungseinheit im Zuge einer Medienrunde Stellung zur Personalie: »Es gibt keinen unverkäuflichen Spieler«, begann der Manager grundsätzlich, »aber es gibt auch keine interne Verkaufsliste.« Der Verein habe kein Signal an den Berater des Verteidigers gesendet. »Wir geben keine Spieler auf den Markt, wir bieten sie dort nicht an«, so Krösche. Dies würden die Spieler schon selbst machen durch ihre Leistungen. »Hinti weiß, was er an uns hat.« Und umgekehrt könne ein Spieler kaum mehr Wertschätzung erfahren als der von den Fans geliebte 29-Jährige. Thema vorerst beendet.

Dass jetzt, knapp einen Monat vor Saisonende, bereits die Planungen für die kommende Runde auf Hochtouren laufen, ist logisch und professionell. Längst hat die Eintracht die Verpflichtungen von vier Profis, den Offensiven Randal Kolo Muani (FC Nantes) und Faride Alidou (Hamburger SV) sowie den Defensiven Je-rome Onguene (RB Salzburg) und Marcel Wenig (Bayern München U19), fix gemacht. Auch Verteidiger Hrvoje Smolcic (HNK Rijeka) wird folgen. Das ist die eine Seite, die faktenbasierte.

Die andere überschwemmt einen Klub wie die Eintracht bereits jetzt mit Gerüchten, weit ehe das Transferfenster überhaupt geöffnet wird. An einem Tag kickt Filip Kostic, der König von Camp Nou, schon (fast) sicher für Inter Mailand, an einem anderen steht eben Hinteregger, der Held der Massen, vor dem baldigen Abgang. »Das zeigt doch auch, dass wir gute Spieler haben und erfolgreich sind«, sagt Krösche und zuckt mit den Schultern. Daily business halt. Neue Fakten, so der Sportchef auch hinsichtlich manch angepeilter Vertragsverlängerung mit Stammpersonal (Kamada, Kostic, Tuta, Ndicka) gebe es nicht, und wird es vor Saisonende wohl nicht mehr geben.

Der Fokus von Markus Krösche und dem gesamten Verein liegt, logisch irgendwie, aktuell mehr denn je auf dem Sportlichen. Die Frankfurter können schließlich Großes erreichen in dieser Spielzeit, einen europäischen Titel zum Beispiel verknüpft mit der Qualifikation für die Champions League. Äußerst erstrebenswert, Ruhe innerhalb des Klubs ist der Sache daher sicher dienlich. Bereits für das Heimspiel gegen Hoffenheim mahnt Krösche zur Konzentration. »Die Bundesliga ist unsere Basis, wir dürfen nicht den Fokus verlieren. Die Europa League ist der Zusatz.« Mit Platz zehn in der Liga sei er nämlich »überhaupt nicht zufrieden«, so Krösche, »speziell mit den Leistungen in der Rückrunde nicht«.

Im Hier und Jetzt geht es vor allem darum, mit einem Heimsieg gegen Hoffenheim frisches Selbstvertrauen zu tanken für die Highlightspiele im Europa-League-Halbfinale gegen West Ham United. Krösche warnt jedoch davor, den englischen Tabellensiebten im Gefühl des Jahrhundert-Triumphs von Barcelona zu unterschätzen. Klar, so der 41-Jährige, der Name der Londoner sei nicht derart klangvoll wie jener des FC Barcelona, »aber West Ham ist eine brutal starke Mannschaft«.

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