Mit vier Monaten Verspätung beginnt am Wochenende auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg die Formel-1-Saison. FOTO: DPA
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Mit vier Monaten Verspätung beginnt am Wochenende auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg die Formel-1-Saison. FOTO: DPA

Keine Geschenke für Vettel

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Die Formel 1 hat mit fast vier Monaten Verspätung endlich begonnen. In der wohl außergewöhnlichsten Saison ihrer Geschichte scheint Mercedes das Maß der Dinge zu bleiben. Im Freien Training am Freitag kommt keiner an den Silberpfeilen vorbei, die sich in ganz neuem Outfit präsentieren.

Alles neu in der Formel 1, nur die Rollen bleiben unverändert: Weltmeister Lewis Hamilton hat im ersten Freitagstraining der verspätet gestarteten Saison mal wieder den Ton angegeben. Im neuerdings schwarz lackierten Mercedes setzte der Brite in 1:04,304 Minuten die Bestzeit auf dem Red-Bull-Ring - und versetzte den ohnehin nicht allzu großen Hoffnungen von Sebastian Vettel und Ferrari gleich einen Dämpfer.

Der Heppenheimer kam an seinem 33. Geburtstag in Spielberg zu Beginn seiner Abschiedstournee bei den Roten nicht über Rang vier hinaus, der Rückstand des Hessen auf Hamilton betrug 0,657 Sekunden. Immerhin: Vettels Teamkollege Charles Leclerc schwächelte bemerkenswert und wurde lediglich Neunter (+0,994).

Dem Briten, der seine siebte Weltmeisterschaft und damit die Egalisierung des Rekords von Michael Schumacher anpeilt, konnte am ehesten noch sein finnischer Teamkollege Valtteri Bottas (+0,197) folgen. Auf Rang drei reihte sich der Mexikaner Sergio Perez (+0,641) im Racing Point ein, das Team hatte über den Winter eine Art Kopie des Weltmeister-Mercedes von 2019 gebaut. Red-Bull-Star Max Verstappen, Spielberg-Sieger 2018 und 2019, belegte nur den achten Rang mit 0,911 Sekunden Rückstand.

"Nach dem Test in Barcelona war klar, dass wir nicht da waren, wo wir sein wollten", sagte Vettel am Donnerstag. Der Trend wurde zumindest auf einer schnellen Runde nicht besser - zumal Ferrari anders als Mercedes und Red Bull keine technischen Updates nach Spielberg mitbrachte.

Die äußeren Bedingungen mit bedecktem Himmel und einigen Regentropfen waren allerdings nicht repräsentativ für das weitere Wochenende: Am Samstag und Sonntag werden viel Sonnenschein und Temperaturen über 25 Grad erwartet.

Mercedes setzte das ebenso revolutionäre wie umstrittene DAS-System ein, mit dem der Pilot durch Ziehen am Lenkrad auf der Geraden die Spur verstellen kann. Kontrahent Red Bull hat im Vorfeld des Großen Preises von Österreich (Sonntag, 15.10 Uhr/RTL und Sky) am Freitagabend Protest beim Weltverband FIA eingereicht.

In Spielberg, wo die Saison wegen der Corona-Pandemie mit fast viermonatiger Verspätung anrollt, zeigt sich die Formel 1 in ungewohntem Gewand. Die Ränge bleiben zum ersten Mal in der 71-jährigen Geschichte der Rennserie leer, die Teammitglieder müssen sich an Abstandsregeln halten, Mundschutz tragen, regelmäßig Coronatests absolvieren und dürfen ihre zugewiesene "Blase" nicht verlassen.

Dazu hat sich die Formel 1 das Thema Gleichberechtigung auf die Fahne geschrieben. Alle Boliden tragen den Slogan "We Race As One", verziert mit einem Regenbogen. Mercedes ging mit dem Beschluss der Umlackierung seines traditionell silbernen Boliden für die gesamte Saison noch einen Schritt weiter. Es ist auch eine Verneigung vor Hamilton, der in den vergangenen Wochen seine Berühmtheit für die Bewegung "Black Lives Matter" einsetzte.

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