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Der Mainzer Jae-Sung Lee (r.) kommt vor dem Kölner Benno Schmitz an das Leder. F.: DPA

Bundesliga aktuell

Kein Sieger

Der SC Freiburg kassiert die erste Heimniederlage im neuen Stadion. Eintracht Frankfurt feiert mit dem 2:0 hingegen einen weiteren wichtigen Erfolg.

(dpa). Der 1. FC Köln hat dem FSV Mainz 05 den Sprung auf einen Europacupplatz vermasselt. Zum Abschluss des zwölften Spieltages in der Fußball-Bundesliga kamen die Rheinländer am Sonntag in Mainz zu einem 1:1 (0:1). Jonathan Burkardt hatte die Gastgeber in der 41. Minute mit seinem sechsten Saisontreffer in Führung gebracht. Kurz nach der Pause markierte Salih Öczan (47.) vor 25 500 Zuschauern für die über weite Strecken besseren Kölner das verdiente 1:1. Wermutstropfen für das Team von Trainer Steffen Baumgart: Kölns bester Torjäger Anthony Modeste musste mit einer schmerzhaften Verletzung vom Platz und könnte in der kommenden Woche gegen Borussia Mönchengladbach ausfallen.

Modeste, mit acht Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft, musste in der 44. Minute nach einem Foul von Stefan Bell ausgewechselt werden. Der Franzose hielt sich den Rücken und wurde mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz begleitet. Bei dem Stürmer besteht der Verdacht auf eine schwere Beckenprellung. Auf Mainzer Seite hatte es zuvor schon Dominik Kohr erwischt, der wegen einer Oberschenkelblessur durch Leandro Barreiro ersetzt wurde.

Nach einem Zusammenprall von Mark Uth und FSV-Verteidiger Alexander Hack im Mainzer Strafraum gerieten an der Seitenlinie Kölns Co-Trainer Kevin McKenna und FSV-Coach Bo Svensson aneinander. Nach einem heftigen Wortgefecht zeigte Schiedsrichter Deniz Aytekin beiden Streithähnen die Gelbe Karte.

(dpa/jcm). Die Leitung der Elite-Schiedsrichter im DFB hat Fehler im Umgang mit dem Videobeweis am Wochenende in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga eingeräumt. Der FC Schalke 04 verpasste in der 2. Bundesliga beim 1:1 gegen Werder Bremen durch einen sehr umstrittenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit den fünften Auswärtssieg. Dabei war kein Foul an dem Bremer Roger Assalé zu erkennen gewesen. Schiedsrichter Tobias Stieler revidierte aber nach Intervention des VAR seine Entscheidung und gab Strafstoß. Der Eingriff des Videoassistenten (war nach einer DFB-Mitteilung vom Sonntag »nicht angemessen«.

»Nachdem es jetzt lange Zeit sehr gut lief und die hohe Eingriffsschwelle bei den Interventionen von Video-Assistenten insgesamt gut akzeptiert wird, weil sie bisher auch weitestgehend einheitlich umgesetzt wurde, ist es jetzt die Aufgabe, diese drei Vorgänge im Sinne der bisherigen Linie aufzuarbeiten und noch mal klar festzustellen, dass die Abläufe im Spiel und die Evidenz des Bildmaterials die Grundlage einer Intervention sein müssen«, schrieb der Deutsche Fußball-Bund.

Der DFB verwies erneut darauf, dass eine Intervention der Videoassistenten nur erforderlich sei, wenn absolute Klarheit über einen Fehler bestehe. Dies sei bei der Partie Bayer Leverkusen gegen den VfL Bochum (1:0) am Samstag so gewesen. VfL-Trainer Thomas Reis, der direkt nach Abpfiff zum Unparteiischen Daniel Schlager gegangen war, haderte wegen eines ausgebliebenen Elfmeterpfiffs nach einer Aktion von Bayer-Verteidiger Jonathan Tah gegen Christopher Antwi-Adjei.

»Hierbei handelt es sich um ein Foulspiel, bei welchem die TV-Bilder den Ablauf und das Trefferbild evident belegen. Aus diesem Grunde wäre hier eine Intervention durch den Video-Assistenten angebracht gewesen«, erklärte der DFB.

Denis Zakaria foulte beim Stand von 3:0 für seine Mönchengladbacher den Fürther Jamie Leweling deutlich, nachdem dieser den Ball schon abgespielt hat. Referee Benjamin Brand lässt weiterspielen, wird aber richtigerweise vom aufmerksamen VAR Norbert Grudzinski auf das unbedingt ahndungswürdige Foul aufmerksam gemacht. Brand bleibt auch nach Sichtung der Videobilder bei seiner Entscheidung.

Als erster Freiburg-Heimbezwinger mahnte Oliver Glasner trotz des wichtigen Auswärtserfolges auch gleich zur Demut. »Wir müssen bescheiden bleiben, viele Sachen waren sehr gut, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns«, sagte der Coach von Eintracht Frankfurt nach dem 2:0 (2:0) am Sonntag beim SC Freiburg. Frankfurt hat mit dem dritten Pflichtspielsieg in Serie den Vorsprung auf die Abstiegszone der Fußball-Bundesliga weiter vergrößert. Die Hessen liegen nun schon fünf Punkte vor dem Relegationsrang. Und sie gehen mit Selbstvertrauen am Donnerstag in die Europa League, wo es gegen Antwerpen um den Gruppensieg geht.

Jesper Lindström (34. Minute) und Filip Kostic (43.) erzielten vor 32 500 Zuschauern im Europa-Park Stadion die Tore für die Gäste, die Freiburgs erste Heimniederlage der Saison perfekt machten. Die Freiburger kassierten zwei Wochen nach dem 1:2 beim FC Bayern München ihre zweite Saisonniederlage und die erste im neuen Stadion. In der Tabelle bleiben sie Dritter, liegen nun aber fünf Zähler hinter dem Zweitplatzierten Borussia Dortmund.

»Wir hatten auch Chancen, die sind aber nicht reingegangen, dann hatte Frankfurt auch noch Glück, wir hatten es nicht und dann verlierst du so ein Spiel«, sagte gewohnt unaufgeregt Freiburgs Coach Christian Streich.

In einem gutklassigen Spiel mit Chancen auf beiden Seite sorgte Freiburgs Vincenzo Grifo für eine besondere Szene, als er nach einem vermeintlichen Foul an ihm im Strafraum (55.) sofort klarmachte, dass es keins war. »Ich hatte nicht das Gefühl, dass er mich getroffen hat. Wir wollen fair bleiben, auch wenn es uns geholfen hätte«, sagte Grifo bei DAZN. Streich hatte von draußen sofort gesehen, dass es kein Elfer war. »Das war gar nichts und das ist dann auch richtig, dass Vincenzo das so kommuniziert, das finde ich gut.«

Beide Teams begannen flott und störten den Gegner früh in dessen Hälfte. Ein übler Fehlpass von Freiburgs Woo-yeong Jeong blieb ohne Folgen (10.), kurz später prüfte der emsige Lindström SC-Keeper Mark Flekken aus spitzem Winkel (11.). Die Gastgeber brauchten eine gute Viertelstunde, ehe sie richtige Torgefahr erzeugten - dann aber zweimal in wenigen Minuten. Erst war Frankfurts Torhüter Kevin Trapp bei einem Flachschuss von Lucas Höler gefordert (19.), dann bei einer Flanke von Grifo, die länger und länger geworden war (25.).

Die Eintracht brauchte durchaus etwas Glück, um in der bis dahin ausgeglichenen Partie in Führung zu gehen. Vor dem 1:0 durch Lindström, dem ersten Pflichtspieltor des Neuzugangs der Hessen, spitzelte Gegenspieler Lukas Kübler dem Dänen den Ball unfreiwillig in den Lauf. Beim 2:0 durch Kostic flog ein Freistoß des Serben aus dem rechten Halbfeld über alle Spieler im Strafraum hinweg, prallte auf dem Boden auf und dann vom linken Innenpfosten ins Netz. Zur zweiten Halbzeit stellte Streich sein System und hinten von Dreier- auf Viererkette um. Auf beiden Seiten war nun reichlich Musik im Spiel: Ein Schuss von Grifo wurde von den Frankfurtern gerade noch von der Linie gekratzt (56.), für die Eintracht ließen Lindström (57.) und Daichi Kamada (58.) gute Gelegenheiten aus.

Frankfurter Jubel über das 2:0 in Freiburg; Schlussmann Mark Flekken ist machtlos.
Frankfurter Torschützen: Filip Kostic (l.) und Jesper Lindström.

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