Eintracht-Trainer Adi Hütter mag schon nach dem Gegentreffer zum 0:2 nicht mehr hinschauen. FOTO: DPA
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Eintracht-Trainer Adi Hütter mag schon nach dem Gegentreffer zum 0:2 nicht mehr hinschauen. FOTO: DPA

Kein Mutmacher

  • vonSID
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Nach dem überaus demoralisierenden 0:3 gegen den FC Basel hätten sie bei Eintracht Frankfurt klare Kante zeigen können. Den Abbruch der Europa League forderte aber niemand so richtig.

Adi Hütter und seine Spieler hätten allen Grund gehabt, den sofortigen Abbruch der Europa League zu fordern. Eintracht Frankfurt war im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Basel schließlich mit 0:3 (0:1) untergegangen, die Begleiterscheinungen waren trostlos und die Sorgen über die Ausbreitung des Coronavirus allgegenwärtig. Aber irgendwie wollte (oder konnte) Hütter seine Stimme nicht erheben.

"Eigentlich sind wir alle ja nur Beifahrer bei dieser ganzen Sache und müssen warten, was passiert", sagte der Frankfurter Trainer mit leerem Blick. Sein schwarzer Pulli passte zur Atmosphäre an einem gruseligen Abend, an dem niemand so richtig verstand, warum überhaupt gespielt worden war. "Die Gesundheit muss immer die klare Nummer eins sein", sagte Hütter.

Man wurde den Eindruck jedoch nicht los, dass diese Meinung nicht jeder zu 100 Prozent vertrat. Frankfurts Mittelfeldspieler Sebastian Rode sagte beispielsweise, dass "so ein Virus nicht das Ende" sei und es daher "weitergehen muss". Sportdirektor Bruno Hübner blickte gar schon auf die kommende Woche voraus und meinte mit Blick auf das Rückspiel, dass es "unheimlich schwer" werden dürfte.

Ein zweites Duell in Frankfurt zwischen der Eintracht und dem 20-maligen Schweizer Meister, der die Hessen mit einfachsten Mitteln aushebelte, wird es vorerst aber nicht geben. Weil auch immer mehr Profis positiv auf das Virus getestet werden, teilte die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Freitag mit, alle Spiele in der kommenden Woche abzusagen. Und danach?

"Wir hoffen", stellte Rode klar, "dass in die gesamte Situation jetzt endlich Gewissheit reinkommt". Wie auch immer die Entscheidung ausfallen sollte - spätestens nach einem zweiten Duell mit dem FCB dürfte die Europapokal-Reise der Eintracht beendet sein. "Das Ergebnis ist erschreckend", sagte Hütter, für den die Gäste die Partie vor leeren Rängen schlichtweg "besser angenommen" hatten: "Wir haben an diesem Abend wenig richtig gemacht." Und in dieser Form wäre die Eintracht am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach wohl chancenlos gewesen - allerdings findet die Partie nicht statt. Zum Glück für die SGE.

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