Für Benjamin Stambouli und Schalke 04 wird es nicht besser. Königsblau wartet seit nunmehr 26 Spielen auf einen Sieg in der Bundesliga. FOTO: DPA
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Für Benjamin Stambouli und Schalke 04 wird es nicht besser. Königsblau wartet seit nunmehr 26 Spielen auf einen Sieg in der Bundesliga. FOTO: DPA

Kein Ende der Misere

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(sid). Mit dem letzten Aufgebot und einem Not-Torwart taumelt Schalke 04 weiter auf den Spuren von Tasmania Berlin dem vierten Abstieg in der Vereinsgeschichte entgegen. Ein Eigentor des Youngsters Malick Thiaw leitete das 0:3 (0:1) des Tabellenletzten gegen Bayer Leverkusen ein. Seit 26 Bundesligaspielen und fast elf Monaten sind die Königsblauen mittlerweile ohne Sieg, zum 55 Jahre alten Rekord fehlen nur noch fünf Partien. Die Fans machten ihrer Wut über den rasanten sportlichen Niedergang und das Führungschaos einmal mehr auf Transparenten rund um die Arena Luft. Leverkusen nahm die drei Punkte trotz Europacup-Stress dank Schalker Hilfe mit und kletterte auf den zweiten Platz.

Der frühe Rückstand durch Thiaws missglückte Abwehraktion (10.) sorgte für heftige Proteste. Nach Meinung der Gastgeber hatte Bayer-Verteidiger Aleksander Dragovic den 19-Jährigen gestoßen. Doch auch aus dem Videokeller in Köln kam kein Widerspruch. Als die Gelsenkirchener über den vermeintlichen Ausgleich durch Nassim Boujellab jubelten, wurden sie zurückgepfiffen: Vorlagengeber Mark Uth hatte im Abseits gestanden (32.). Für die Entscheidung sorgte Julian Baumgartlinger erneut nach einer Ecke des starken Leon Bailey (67.). Steven Skrzybski scheiterte mit einem Foulelfmeter an Bayer-Keeper Lukas Hradecky (72.), Patrik Schick (78.) traf zum Endstand.

Im Schalker Tor stand ein Keeper, der seit dreieinhalb Jahren kein Pflichtspiel mehr bestritten hatte. Weil Frederik Rönnow (Oberschenkelzerrung) und Ralf Fährmann (Knieprobleme) verletzt ausfielen, musste Michael Langer zwischen die Pfosten. Der Österreicher hatte zuletzt am 9. Juli 2017 für den schwedischen Erstligisten IFK Norrköping gespielt. Die fehlende Spielpraxis war dem 35-Jährigen anzumerken, im Laufe des Spiels steigerte er sich.

Schalke-Coach Manuel Baum schimpfte nach dem Spiel über die Fehler seiner Spieler, die allen kämpferischen Einsatz zunichte machten. "Dann kriegen wir zwei Standard-Tore, beim dritten Tor verlieren wir den Ball und selber machen wir unsere Dinger nicht rein - das ist genau der Tenor, den wir in der Kabine haben: Wir sind so sauer auf uns, dass wir es im Moment einfach nicht hinkriegen, das, was wir an Energie und Leistung aufwenden, in Punkte ummünzen", wetterte der Trainer.

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