Nach dem frühen Aus von Titelverteidiger Bayern München wollen nun die Dortmunder die Gelegenheit beim Schopfe packen und nach 2017 wieder den DFB-Pokal gewinnen.		FOTO: AFP
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Nach dem frühen Aus von Titelverteidiger Bayern München wollen nun die Dortmunder die Gelegenheit beim Schopfe packen und nach 2017 wieder den DFB-Pokal gewinnen. FOTO: AFP

DFB-POKAL

Karten neu gemischt

  • vonDPA
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Der FC Bayern hat in den vergangenen fünf Spielzeiten acht nationale Titel geholt. Alle anderen deutschen Profiklubs zusammen zwei - aber in dieser Saison wird in jedem Fall ein weiterer dazukommen. Ohne den Abo-Sieger gewinnt der Pokal zusätzlich an Reiz.

Für die titelhungrigen Verfolger ist die DFB-Pokal-Schmach von Triple-Sieger FC Bayern Chance und Warnung zugleich. Der völlig überraschende Münchner Elfmeter-K.-o. im Schneegestöber bei Fußball-Zweitligist Holstein Kiel bietet Borussia Dortmund, RB Leipzig und Co. zwar eine riesige Gelegenheit, die seit Jahren gewachsene Titelsehnsucht in diesem Mai endlich zu stillen. Doch zeigte das erste Zweitrunden-Aus der Bayern seit 2000/2001 auch, wie schnell in der dicht gedrängten Corona-Saison eine vermeintliche Pflichtaufgabe zum Stolperstein für alle Titelträume werden kann.

An diesem Dienstag und Mittwoch stehen die Achtelfinals auf dem Programm. Und während Robert Lewandowski und seine Kollegen es sich vor dem Fernseher gemütlich machen müssen und kurz vor der Klub-WM ein paar Tage zum Verschnaufen haben, schlüpfen Dortmund, Leipzig und die zuletzt in der Bundesliga mehrfach gestrauchelte Werkself von Bayer Leverkusen in ihre neuen Rollen als Pokal-Favoriten. »Dass Bayern nicht mehr dabei ist, macht es sicherlich nicht schwerer. Aber jetzt sehen viele Klubs ihre Chance«, sagte Leipzigs Nationalspieler Lukas Klostermann im MDR: »Man darf sich keinen Ausrutscher leisten.«

Gemeinsam hat das Trio neben den gestiegenen Titelchancen durch das Bayern-Aus auch das vermeintliche Losglück, das allen drei Klubs machbare Achtelfinale-Aufgaben beschert hat. Der 2020er-Finalist Leverkusen gastiert am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) beim letzten verbliebenen Viertligisten Rot-Weiß Essen. Dortmund empfängt am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) Zweitligist SC Paderborn. Und auch für den Tabellenzweiten Leipzig ist das Heimspiel gegen Zweitligist VfL Bochum am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) eine Pflichtaufgabe.

Dass die Dauersieger aus München erstmals seit 2009 nicht das Pokal-Halbfinale erreichen, vergrößert nicht nur die Ambitionen der in der Liga so erfolglosen Jäger. Sondern auch die mediale Präsenz. Denn üblicherweise ist das Bayern-Spiel im Free-TV stets gesetzt, diesmal zeigt die ARD am Dienstag Dortmund gegen Paderborn (20.45 Uhr) und am Mittwoch Stuttgart gegen Mönchengladbach (20.45 Uhr).

»Ein Topspiel am Mittwochabend, dazu live im Fernsehen, vor der breiten Masse, kein Pay-TV. Das ist ein super Wettbewerb. Das ist unsere Champions League. Wir wollen alles investieren und weiterkommen«, sagte Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat.

Der sportlichen Spannung in Fußball-Deutschland dürfte die neue Konstellation in jedem Fall guttun, zumal Bayern in der Bundesliga angesichts von sieben Punkten Vorsprung dem neunten Titel in Serie entgegeneilt.

Im Pokal gab es für die Münchner unter Hansi Flick und Vorgänger Niko Kovac zuletzt zwei Titel in Serie, davor durften Eintracht Frankfurt (2018) und Dortmund (2017) jubeln. Beide Klubs besiegten in der jeweiligen Saison auch die Bayern.

Dienstag

Rot-Weiß Essen - Bayer Leverkusen (18.30)

Holstein Kiel - Darmstadt 98 (18.30)

Werder Bremen - SpVgg Greuther Fürth (20.45)

Borussia Dortmund - SC Paderborn (live ARD/20.45)

Mittwoch

VfL Wolfsburg - Schalke 04 (live Sport1/18.30)

RB Leipzig - VfL Bochum (18.30)

Jahn Regensburg - 1. FC Köln (20.45)

VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach (live ARD/20.45)

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Weitere Termine: Viertelfinale: 2./3. März / Halbfinale: 1./2. Mai / Finale (in Berlin): 13. Mai.

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