Karriereende oder Fortsetzung?

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In dieser Woche könnte die große Karriere von Dirk Nowitzki zu Ende gehen. Ob der 40-Jährige Schluss macht oder doch noch ein Jahr dran hängt, ist auch vor dem letzten Heimspiel der Dallas Mavericks völlig offen.

Auf der Plaza sind drei große Buchstaben aufgebaut. Ein D, ein R und ein K stehen in Blau vor dem American Airlines Center, fast zwei Meter hoch, die Fans der Dallas Mavericks können sich dazwischen stellen, das I bilden und dann ein Erinnerungsfoto schießen lassen. Dirk Nowitzki ist rund um die Halle allgegenwärtig, auch das Thema Abschied, denn es beginnt die vielleicht letzte Woche einer ganz großen Karriere.

Unter dem Hashtag #ALL41, angelehnt an Nowitzkis Rückennummer und zu übersetzen mit »Alle für Einen«, wird fleißig über den Würzburger getwittert. Anekdoten werden gepostet, er wird gewürdigt, dabei ist kurz vor dem Saisonausklang weiterhin offen, ob Nowitzki geht oder bleibt. Es deutet zwar einiges darauf hin, dass das Basketballidol nach 21 Jahren im Klub mit 40 einen Schlussstrich zieht. Sicher ist es nicht, und auch nicht, ob er schon jetzt für klare Verhältnisse sorgt.

Immer, wenn es um seine Zukunft ging, hat sich Nowitzki Zeit zum Nachdenken genommen. Es gab Gespräche mit Ehefrau Jessica, mit Mentor Holger Geschwindner, mit den Mavericks, erst danach hob Nowitzki den Daumen. Grundsätzlich will er es diesmal genauso halten, das betonte der Superstar in den vergangenen Monaten regelmäßig. Und Geschwindner sagte zuletzt, dass »alles offen« sei: »Es gibt viele Dinge, die dafür sprechen, aufzuhören. Und viele, die dafür sprechen, weiterzumachen.«

In der Nacht auf Mittwoch (2.30 Uhr/MESZ) macht Nowitzki sein vorerst letztes oder allerletztes Heimspiel in Dallas. Am Donnerstag (19.30 Uhr MESZ) gibt der NBA-Champion von 2011 im gerade neu eröffneten Deutschen Haus seines Sponsors ING eine Pressekonferenz, aber was wird Nowitzki dort erzählen? Der eher ungewöhnliche Termin könnte ein Indiz dafür sein, dass er den Basketball hinter sich lässt. Mehr aber nicht.

Tritt Nowitzki vor laufenden Kameras zurück, wirft er seine eigenen Ankündigungen über den Haufen. Er würde auf die Chance verzichten, Abstand zu suchen, in sich zu gehen, die Eindrücke der durchaus schwierigen Saison sacken zu lassen und ausgiebig mit seinen Vertrauten zu reden. Schwer vorstellbar, denn für Nowitzki gilt seit jeher: Ein Mann, ein Wort. Nowitzki lässt sich ungern von außen steuern. Aber die Ausnahmeerscheinung wird seit Monaten abgefeiert, von gegnerischen Fans, von langjährigen Konkurrenten, von Weggefährten. Es ist fast so, als würde ihm der Weg zur Ausgangstüre gewiesen, als würde er dorthin geschoben, getreu dem Motto: Dirk, lass es jetzt gut sein. Dabei hat er nie gesagt, dass er aufhören will. Noch nicht einmal, dass es eher in diese Richtung geht.

Und so bleibt es spannend. Abschiedsstimmung ist programmiert, das Heimspiel der Mavericks gegen die Phoenix Suns wird außergewöhnlich, weil es der Schlusspunkt einer Ära sein könnte – so viel steht fest. »Es wird unglaublich. Es wird emotional«, sagte Klubboss Mark Cuban. »Wir haben ein paar Leute eingeflogen, die für Dirk wichtig sind.« Sollte Nowitzki aufhören, wäre es so, »als würde man die Kinder aufs College schicken«, sagte Cuban. »Es wird in vielerlei Hinsicht eine Art Schock.« Die Mavericks würdigen ihren Helden gebührend, so wie das County. Die Bezirksverwaltung hat zuletzt offiziell den »Month of Dirk« (Dirks Monat) ausgerufen – er hört ja im April auf. Oder vielleicht doch nicht?

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