Den 4:1-Endstand für die TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern München erzielt Andrej Kramaric per Foulelfmeter. FOTO: DPA
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Den 4:1-Endstand für die TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern München erzielt Andrej Kramaric per Foulelfmeter. FOTO: DPA

Kalte Dusche für FC Bayern

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(dpa/sid). Ein strahlender Sebastian Hoeneß umarmte den konsternierten Hansi Flick. Der Trainer-Neuling in der Fußball-Bundesliga sorgte am Sonntag mit der TSG 1899 Hoffenheim für die erste Pflichtspiel-Niederlage des FC Bayern im Jahr 2020. Nur gut 60 Stunden nach dem siegreichen europäischen Supercup-Finale in Budapest kassierten die Münchner mit dem 1:4 (1:2) in Sinsheim die erste Niederlage seit dem 1:2 am 7. Dezember in Mönchengladbach. "Irgendwann war klar, dass es mal der Fall ist", sagte Bayern-Trainer Flick emotionslos.

Für Trainer Hoeneß, den Neffen von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß, war die Überraschung ein besonderer Triumph. "Es ist so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben", sagte er bei Sky. "Die Mannschaft hat gezeigt, was sie kann heute." Dass seine Spieler ausgelaugt waren nach dem Reise- und Spielstress der vergangenen Tage, wollte Flick nur zum Teil gelten lassen. "Ich schiebe das nicht allgemein auf die Müdigkeit. Wir haben es einfach nicht geschafft, entschlossen und zielstrebig Chancen herauszuspielen. Wir haben dem Gegner zu einfach Torchancen ermöglicht und waren im Angriff nicht durchschlagskräftig genug", urteilte er. Dank der besseren Tordifferenz ist Hoffenheim am bisherigen Tabellenführer FC Augsburg vorbeigezogen. Ermin Bicakcic (16. Minute) und Munas Dabbur (24.) brachten die Kraichgauer in Führung. 6030 Zuschauer im Sinsheimer Stadion sahen dann den Anschlusstreffer von Joshua Kimmich (36.). Der überragende Andrej Kramaric (77.) erhöhte auf 3:1, eher er per Foulelfmeter (90.+2) auch den 4:1-Endstand markierte. "Über allem steht, dass wir eine herausragende Leistung gebracht haben", sagte Hoffenheims Manager Alexander Rosen.

Drei Tage vor dem deutschen Supercup-Endspiel gegen Borussia Dortmund blieben die Münchner matt und ohne Ideen im Angriff. Zuvor war der Meister und Champions-League-Sieger 21 Spiele in Serie ungeschlagen. Nach einer etwas pomadigen, aber überlegenen Anfangsphase der Münchner nutzte die TSG ihre ersten beiden Chancen eiskalt: Bicakcic köpfte nach einer Ecke das 1:0, Dabbur düpierte nach einem Patzer von Benjamin Pavard Nationalkeeper Manuel Neuer mit einem Heber. Die Bayern-Abwehr ließ den Hoffenheimern weiterhin ungeahnte Schlupflöcher: So hatte Christoph Baumgartner nach einer knappen halben Stunde schon das 3:0 auf dem Fuß, der Ball ging aber drüber. Dabei musste die TSG auf ihren Kapitän und Abwehrchef Benjamin Hübner verzichten, zudem musste Bicakcic noch vor der Pause mit einer Knieverletzung raus.

Kimmich gelang zwar das 1:2, doch Baumgartner und Kramaric vergaben vor der Pause weitere dicke Chancen für die TSG. Nach dem Wiederanpfiff verpasste Dabbur gleich zweimal das 3:1. In der zunehmend hektischen Partie rieben sich die Münchner in Zweikämpfen auf. Die eingewechselten Lewandowski und Goretzka blieben ebenfalls weitgehend unauffällig, während Hoffenheim weiter munter seine Chancen suchte - und nutzte. Top-Torjäger Kramaric machte mit seinem vierten und fünften Saisontor den Deckel drauf - den Schlusspunkt setzte er nach einem von Nationaltorwart Manuel Neuer verschuldeten Elfer.

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