Lennard Kämna hat bislang eine starke Tour de France gefahren und sieht in den Alpen Chancen auf einen erfolgreichen Ausreißversuch. FOTO: DPA
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Lennard Kämna hat bislang eine starke Tour de France gefahren und sieht in den Alpen Chancen auf einen erfolgreichen Ausreißversuch. FOTO: DPA

Kämna schmiedet Angriffspläne

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Das deutsche Team Bora-hansgrohe wartet noch immer auf einen Etappensieg bei der Tour de France. In der Schlusswoche soll sich das ändern, Maximilian Schachmann und Lennard Kämna sind bereit. Auch das Grüne Trikot für Peter Sagan hat der Rennstall noch nicht aufgegeben.

Bei der lockeren Trainingsausfahrt im sonnigen Tal der Isere schmiedete Lennard Kämna Angriffspläne für die Alpen. "Die Etappen 16 und 18", ließ der deutsche Radprofi am wohlverdienten zweiten Ruhetag der Tour de France durchblicken, "die könnten sehr interessant sein für Ausreißer. Wenn es die Möglichkeit gibt, würde ich es auf jeden Fall gerne versuchen."

Schon am heutigen Dienstag also, wenn in Villard-de-Lans der Sieg eines Ausreißers erwartet wird, könnte der 24 Jahre alte deutsche Jung-Star in einer Fluchtgruppe wieder um den Sieg "pokern", wie er es nennt - und auch die Durststrecke des Teams Bora-hansgrohe endlich beenden.

Noch immer wartet die deutsche Equipe bei der 107. Großen Schleife auf den erlösenden ersten Etappensieg. Schon vor dem Start hatten Stürze wichtige Fahrer zurückgeworfen, auch während der Rundfahrt blieben Rückschläge nicht aus. Seit klar ist, dass der gesundheitlich angeschlagene Kapitän Emanuel Buchmann nicht um das Podest fahren kann, haben Kämna und auch Ex-Meister Maximilian Schachmann zumindest in den Bergen freie Fahrt.

Wozu das führen kann, zeigten beide schon im Zentralmassiv. Schachmann, mit einem gebrochenen Schlüsselbein in die Tour gestartet, kletterte am Puy Mary auf Rang drei. Kämna wurde sogar Zweiter, erst im Schlusssprint gingen ihm die Kräfte aus. Nun sind die Akkus wieder aufgeladen. Die Pause war dringend nötig. "Jeder Fahrer im Feld ist zum jetzigen Zeitpunkt müde", sagte Schachmann, der verhaltener als Kämna auf die Schlusswoche blickte. Ob er erneut einen Angriff wagen wird? "Ich muss schauen", sagte Schachmann.

Drei schwierige Alpenetappen stehen bis Donnerstag auf dem Plan. Zwei dürften aus einer Fluchtgruppe entschieden werden - für Kämna die große Chance. Das Dasein als Ausreißer gefällt ihm. Es sei "ein riesiges Pokerspiel", das "sehr taktisch geprägt ist. Man muss versuchen, keine Fehler zu machen und die Gegner zu analysieren." Kämna hofft auf das beste Blatt. Das Kletter-Talent ist Boras vielversprechendste Optionen in den Bergen. Doch das Team aus dem oberbayerischen Raubling verfolgt noch andere Ziele. Superstar Peter Sagan soll am Sonntag zum achten Mal im Grünen Trikot auf dem Podium stehen, wenn möglich sogar mit einem Etappensieg im Rücken.

Viel hat Bora für Sagan investiert. Auf dem Weg nach Lavaur opferten sich Schachmann und Co. im Wind auf - im Ziel sprang die Kette von Sagans Rad. In Poitiers waren ihm Punkte sicher - und doch stand er wegen eines Rammstoßes gegen den Belgier Wout Van Aert letztlich mit leeren Händen da. Es ist nicht die Tour des dreimaligen Weltmeisters.

45 Punkte Rückstand auf den Iren Sam Bennett (Deceuninck-Quick Step) hat Sagan vor der Schlusswoche. Trotzdem sieht der Rekordgewinner des Grünen Trikots den Kampf um den erneuten Sieg in der Punktewertung ganz entspannt. "Ich habe keinen Druck. Ich habe schon sieben Grüne Trikots. Ob ich ein achtes gewinne, macht keinen Unterschied. Das ist nur eine Sache der Zahlen", sagte der slowakische Star.

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