Jung pausiert, Deußer kehrt zurück

Eine EM ohne Vielseitigkeits-Ikone Michael Jung, ein Comeback von Springreiter Daniel Deußer im deutschen Olympiakader und ein mögliches Weltcup-Triple für Dressur-Königin Isabell Werth – die deutschen Topreiter starten mit unterschiedlichsten Voraussetzungen in das vorolympische Jahr 2019.

Eine EM ohne Vielseitigkeits-Ikone Michael Jung, ein Comeback von Springreiter Daniel Deußer im deutschen Olympiakader und ein mögliches Weltcup-Triple für Dressur-Königin Isabell Werth – die deutschen Topreiter starten mit unterschiedlichsten Voraussetzungen in das vorolympische Jahr 2019.

Überraschend verkündete Vielseitigkeits-Bundestrainer Hans Melzer schon jetzt seinen Verzicht auf den dreimaligen Olympiasieger Jung und sein neues Championatspferd Chipmunk bei der EM Ende August in Luhmühlen. Jung sei »für die EM kein Thema«, sagte Melzer am Donnerstag in Warendorf: »Michi hat zum ersten Mal ein fertiges Pferd übernommen, und auch ein Topreiter braucht Zeit, sich auf so ein Pferd einzustellen. Diese Kennenlern-Phase dauert mindestens ein Jahr.« Jung hatte den elfjährigen Wallach Chipmunk Anfang Februar von seiner Teamkollegin Julia Krajewski (Warendorf) übernommen. Nach der WM im September 2018 in Tryon/North Carolina war der Vertrag zwischen Krajewski und dem Züchter und Mitbesitzer von Chipmunk aus persönlichen Gründen nicht verlängert worden. Auf Chipmunk hatte Krajewski 2018 unter anderem beim CHIO in Aachen die Einzelwertung gewonnen. Jung raus, Deußer wieder rein: Die Nummer drei der Weltrangliste, wird nach drei Jahren in den deutschen Olympiakader zurückkehren. Deußer hatte sich ebenso wie der zweimalige Mannschafts-Europameister Christian Ahlmann (Marl) zuletzt geweigert, die Athletenvereinbarung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zu unterschreiben. Diese besagt unter anderem, dass sich ein Sportler im Falle eines Verstoßes gegen die Regeln ausschließlich der Sportgerichtsbarkeit unterwerfen muss, der Gang vor ein ordentliches Gericht bleibt ihm verwehrt. Deußer hat diese Vereinbarung nun unterschrieben, Ahlmann zögert noch. »Für mich zählt nur eines, dass die beiden wieder an Bord sind«, sagte Bundestrainer Otto Becker am Donnerstagnachmittag in Warendorf. Der 60-Jährige ist »sehr sicher, dass wir auch mit Christian Ahlmann bald zu einer Einigung kommen«.

Unbeeindruckt von allen Personalien bereitet sich Dressur-Königin Isabell Werth auf das Weltcup-Finale am ersten April-Wochenende in Göteborg vor. Die 49-Jährige peilt ihren dritten Weltcupsieg in Serie und den fünften insgesamt an, sie vertraut dabei auf ihre Stute Weihegold. Werth hatte die Wahl zwischen Weihegold und dem Wallach Emilio, beide Pferde hatte sie im Laufe der Weltcup-Serie für das Finale qualifiziert.

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