Redebedarf zwischen Benjamin Stambouli (l.) und Suat Serdar. Jetzt bleibt abzuwarten, ob sich die Schalker wenigstens beim viertklassigen SSV Ulm werden durchsetzen können. FOTO: DPA
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Redebedarf zwischen Benjamin Stambouli (l.) und Suat Serdar. Jetzt bleibt abzuwarten, ob sich die Schalker wenigstens beim viertklassigen SSV Ulm werden durchsetzen können. FOTO: DPA

Jetzt oder nie für Königsblau

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Schalke will das sportliche Schreckensjahr mit einem Erfolg beenden. Ein Pokalsieg gegen Regionalligist Ulm ist Pflicht und soll helfen, von Januar an neu durchzustarten. Im Hintergrund läuft die Suche nach einem Nachfolger für Kurzzeit-Coach Stevens.

Huub Stevens soll dem FC Schalke 04 zum Abschluss eines sportlichen Katastrophenjahres noch einmal zu einem Erfolgserlebnis verhelfen, hinter den Kulissen wird die Suche nach einen Nachfolger des Kurzzeittrainers forciert. Bevor eine Lösung präsentiert wird, will sich das verunsicherte Team mit einem Sieg gegen den Fußball-Regionalligisten SSV Ulm am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) dringend benötigtes Selbstvertrauen für den Neustart nach Weihnachten holen. Schon am 27. Dezember trifft sich die Mannschaft wieder, weil dann die ersten Corona-Tests anstehen.

Stevens war nach der bitteren 0:1-Niederlage gegen Arminia Bielefeld vor allem als Psychologe gefragt. "Die Jungs sind am Boden. Da trittst du nicht noch drauf", sagte der 67-Jährige am Montag. Der Niederländer hofft, dass sich das verunsicherte Team wenigstens noch mit einem Erfolgserlebnis in die kurze Weihnachtspause verabschieden kann. "Und wenn es ein Pokalspiel ist. Jetzt kann jeder Moment wichtig sein, um aus dem Tief herauszukommen. Die Mannschaft, die aufläuft, muss noch mal alles geben", sagte Stevens.

Ausgerechnet jetzt fallen in Kapitän Omar Mascarell (muskuläre Probleme) und Sturm-Alternative Nassim Boujellab (Entzündung im Mund) weitere Profis aus. Für Mark Uth käme ein Einsatz nach seiner Gehirnerschütterung noch zu früh. Zudem ist der Einsatz von Ozan Kabak (muskuläre Probleme) fraglich. Während Stevens versucht, das Team für einen letzten Kraftakt aufzurichten, läuft die Suche nach einem neuen Trainer. Das seit 29 Bundesliga-Spielen sieglose Team noch vor dem Abstieg zu retten, gleicht einer Mammutaufgabe. "Da reicht ein Sieg nicht", gab Stevens zu. "So einfach ist es nicht. Du musst mehrere Siege erkämpfen, um eine Serie zu starten. Ich hoffe, dass die Jungs es als Chance sehen, das 2020-Geschehen hinter sich zu lassen. Noch sind genügend Spiele da."

Spekulationen über Trainer-Kandidaten gibt es reichlich, doch hat sich noch kein Favorit herauskristallisiert, obwohl Sportvorstand Jochen Schneider bereits jemanden "im Kopf" hat. Der TV-Sender Sky und die "Bild" sehen Alexander Zorniger mit den besten Chancen. Der 53 Jahre alte Ex-Trainer des VfB Stuttgart und RB Leipzig wäre frei, arbeitete zuletzt bis Februar 2019 bei Bröndby Kopenhagen. Schneider kennt Zorniger aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten und hatte angeblich bereits Kontakt mit ihm nach dem Aus von David Wagner.

Unterdessen feiern sie bei Eintracht Braunschweig in diesen Tagen 125. Geburtstag. Sondertrikot, Gedenkfeiern am Ort der Gründung - trotz der eingeschränkten Möglichkeiten in der Coronavirus-Pandemie lassen sie es sich beim Traditionsverein nicht nehmen, diesen besonderen Ehrentag gebührend zu begehen. Schließlich ist die Historie der Gelb-Blauen reich an Erfolgen, Niederlagen, Geschichten und Anekdoten.

Eine davon stammt vom 22. August 2005. Im Erstrunden-Spiel des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund fiel gleich zweimal das Flutlicht aus. Die Partie, die deutschlandweit im TV zu sehen war, musste unterbrochen werden. Es herrschten Unsicherheit, Hektik und eine ganz besondere Atmosphäre im altehrwürdigen Stadion an der Hamburger Straße. Eine Stimmung, die der Zweitliga-Aufsteiger zur Überraschung nutzte und den großen BVB nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1 aus dem Pokal-Wettbewerb warf.

Inmitten der Feierlichkeiten des 125. Geburtstages kommt es am Dienstag (20 Uhr/live Sport1 und Sky) zur Neuauflage des Duells Eintracht gegen Borussia. Wieder gehen die Braunschweiger als Zweitliga-Aufsteiger in die Partie. Wieder reisen die Dortmunder mit einem Starensemble und als großer Favorit nach Niedersachsen. Und wieder wird die Begegnung live im Fernsehen übertragen.

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