_1SPOHSPORT10-B_151058_4c
+
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Jahresstart mit Hindernissen

  • vonDPA
    schließen

(sid). Wichtige Spielerinnen können nicht einreisen, der Wintereinbruch raubt Spielpraxis in der Bundesliga, die Pandemie erschwert jede Planung - doch Martina Voss-Tecklenburg jammert nicht. Die Fußball-Bundestrainerin versucht unerschütterlich, jede Hürde auf dem Weg zurück in die Weltspitze als Chance zu begreifen.

»Es sind noch immer schwierige Bedingungen. Aber wir sind auf einem tollem Weg und wollen uns mit Topteams messen, um zu sehen, wie weit wir in unserer Entwicklung sind«, sagte die 53-Jährige gut gelaunt bei einer digitalen Pressekonferenz zum Start ins Länderspieljahr: »Wir können zeigen, dass wir Widerstände überwinden können.«

Für den Rekordeuropameister ist es auf dem Weg zur in den Sommer 2022 verschobenen EM in England ein Brückenjahr, denn die Olympia-Qualifikation hatte der zweimalige Weltmeister durch das enttäuschende WM-Aus im Viertelfinale 2019 verpasst. Zum Jahresauftakt trifft die DFB-Auswahl bei einem Miniturnier am 21. Februar (18.00 Uhr) in Aachen auf Belgien und drei Tage darauf in Venlo auf Europameister Niederlande (18.30 Uhr).

Kurze Wege sollten in schwierigen Zeiten für bestmögliche Rahmenbedingungen sorgen, doch die Virus-Mutationen führten zu neuen Problemen. Aufgrund der Einreisebestimmungen für Großbritannien können Melanie Leupolz, Ann-Katrin Berger (beide FC Chelsea) und Leonie Maier (FC Arsenal) nicht teilnehmen.

Weil beschlossen wurde, komplett auf die Anreise per Flugzeug oder Zug zu verzichten, müssen auch Turid Knaak (Atletico Madrid) und Lena Petermann (HSC Montpellier) passen. Alle 26 nominierten Spielerinnen kommen wie auch der Staff per Shuttle oder PKW zum Trainingscamp nach Düsseldorf, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

»Das war keine einfache Entscheidung, es ist aber auch eine Chance für jüngere Spielerinnen«, betonte Voss-Tecklenburg, die jüngst ihren Vertrag bis 2023 verlängert hatte. Schon im vergangenen Jahren hatte die Pandemie immer wieder Pläne durchkreuzt, nur sechs Spiele konnten stattfinden. Die Bundestrainerin gab daher zu: »Es hemmt vielleicht ein wenig den Festigungsprozess, aber wir haben ja noch anderthalb Jahre Zeit.«

Schult dabei, aber nicht im Kader

Erstmals seit über 18 Monaten ist Torhüterin Almuth Schult wieder dabei, wenn auch noch nicht als Teil des offiziellen Kaders. Nach Schulter-OP und der Geburt ihrer Zwillinge kämpft die ehemalige Nummer eins ums Comeback, kommt aber derzeit beim VfL Wolfsburg nicht zum Zuge. Nun will sich die Bundestrainerin selbst einen Eindruck verschaffen: »Es wird viel an Almuth und ihrer Leistung liegen, aber sie weiß auch, dass sie spielen muss.«

Läuft alles nach Plan, absolviert der Olympiasieger 2021 elf Länderspiele. Höhepunkt wäre eine Reise zum Weltmeister USA im Sommer, hinter der allerdings wegen der Coronakrise noch große Fragezeichen stehen.

Das über allem stehende Entwicklungsziel aber ist klar definiert: »Wir wollen dominant sein und das Spiel bestimmen, egal gegen welchen Gegner.«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare