Zweikampfstark zeigt sich Frankfurts Daichi Kamada (r.) gegen den Bremer Maximilian Eggestein. FOTO: DPA
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Zweikampfstark zeigt sich Frankfurts Daichi Kamada (r.) gegen den Bremer Maximilian Eggestein. FOTO: DPA

Ilsanker kommt und trifft doppelt

  • vonred Redaktion
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Riesenerleichterung bei Eintracht Frankfurt: Durch den 3:0-Sieg im Nachholspiel in Bremen hat die SGE gestern Abend einen großen Schritt in Richtung Ligaverbleib gemacht. Ein Einwechselspieler sorgt für die Entscheidung.

Es hätte sicherlich einen würdevolleren Rahmen gegeben für das 100. Bundesligaduell zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt als das fast menschenleere Weserstadion. Doch die Atmosphäre wird den Hessen nach einem verbissen geführten Geisterspiel zweier Traditionsvereine ziemlich egal gewesen sein: Mit einem 3:0 (0:0)-Erfolg im Nachholspiel beim Abstiegskandidaten von der Weser verbuchte die Eintracht einen vielleicht schon entscheidenden Dreier für den Verbleib in der Fußball-Bundesliga.

Der Ertrag aus den beiden Dienstreisen in den Norden - sechs Punkte in Wolfsburg und Bremen binnen fünf Tagen - hätte für die zuvor so auswärtsschwachen Frankfurter nicht besser sein können. Dem 1:0 von André Silva mit einem Kopfball (60. Spielminute) ließ der eingewechselte Stefan Ilsanker mit einem Doppelschlag noch das 2:0 und 3:0 (81. und 90.) folgen. Für die seit neun Monaten auf einen Heimsieg wartenden Bremer wird die Lage nach diesem Rückschlag als Tabellenvorletzter arg bedrohlich.

Eintracht-Trainer Adi Hütter vertraute bis auf einer Position sowohl beim Personal als auch bei der Taktik dem Befreiungsschlag in der Autostadt. Nur Almamy Touré ersetzte auf der rechten Außenbahn Timothy Chandler, ansonsten beließ der Österreicher die erfolgreiche Elf zusammen. Daichi Kamada und Mijat Gacinovic sollten die einzige Spitze Silva unterstützen. Werder-Coach Florian Kohfeldt nominierte mit Davie Selke, Yuya Osako und Fin Bartels gleich eine komplett neue Sturmreihe.

Im Weserstadion herrschte zwar auf den Tribünen mit den verwaisten grün-weißen Schalensitzen das größtmögliche Kontrastprogramm zum Abstiegsendspiel vor vier Jahren, als die Hanseaten noch die Hessen in die Relegation entsandten, aber in der Intensität auf dem Platz boten sich sehr wohl Parallelen an. Gleich nach drei Minuten handelte sich Bartels nach einem harten Einsteigen gegen Gacinovic die Gelbe Karte ein. Es sollte der Auftakt zu einer umkämpften Auseinandersetzung sein, wobei die Bremer Reservisten einen lautstarken Fantrupp gaben. Die Eintracht spielte durch Silva, der an Werder-Keeper Jiri Pavlenka scheiterte, die erste gute Gelegenheit heraus (11), ehe Torwart Kevin Trapp bei einem Distanzschuss von Davy Klaassen eingriff (15.).

Die anfangs sichtbaren spielerischen Vorteile der Frankfurter verpufften allmählich, als würde das Bremer Gewese auf Tartanbahn und Tribüne Eindruck machen. Auch Werder-Trainer Florian Kohfeldt betätigte sich dabei als Einpeitscher, der mit Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner aneinander geriet. Ähnlich zerfahren sollte das Geschehen auf dem Rasen im ersten Abschnitt bleiben.

Die Pause nutzte vor allem die Eintracht, um wieder besser die Ordnung zu finden. Über die zentralen Stabilisatoren Makoto Hasebe und Sebastian Rode in Abwehr und Mittelfeld sollte der Kombinationsfluss verbessert werden. Doch gelang es den Gästen nicht, die weiterhin umkämpfte Partie mit längeren Ballbesitzpassagen zu prägen. Analog zu Durchgang eins sorgte ein Videobeweis für Spannung, als einem Treffer von Dominik Kohr wegen Abseits die Anerkennung verweigert wurde (59.). Doch groß grämen musste sich die Eintracht nicht, denn nur eine Minute später köpfte Silva ziemlich unbedrängt nach Klasseflanke von Filip Kostic unhaltbar in die Maschen. Der Vorsprung verlieh den Adlern ganz offenkundig Oberwasser. Gacinovic hätte nach einem feinen Solo erhöhen müssen, schob die Kugel aber am Pfosten vorbei (72.). Dass die Frankfurter in der Schlussphase weiterhin nach vorne spielten und nicht das eigene Tor verrammelten, sprach für deren Weiterentwicklung. Der Lohn: Der 20 Sekunden zuvor eingewechselte Ilsanker drückte nach einer Ecke und Kopfballverlängerung des ebenfalls von Hütter ins Spiel gebrachten Bas Dost das Spielgerät zur 2:0-Entscheidung über die Linie. Dem Österreicher glückte nach einem weiteren Standard sogar noch das 3:0.

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl (76. Augustinsson) - Vogt (83. Woltemade) - M. Eggestein, Klaassen - Bartels, Osako (76. Bittencourt) - Selke (61. Sargent).

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - Touré, Kohr, Rode (81. Ilsanker), Kostic - Gacinovic (88. de Guzmán), Kamada (77. Sow) - Silva (77. Dost).

Im Stenogramm: SR: Ittrich (Hamburg). - Tore: 0:1 Silva (61.), 0:2 (81.) und 0:3 Ilsanker (90.). - Gelb: Bartels (2), Veljkovic (6) / Hinteregger (7).

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