Kurios: Die Wolfsburgerinnen Svenja Huth (l.), Pia-Sophie Wolter (2.v.l.) und Pernille Harder (M.) jubeln zusammen mit Sara Björn Gunnarsdottir Mitte Juni in der Bundesliga, im Champions-League-Finale allerdings trägt Gunnarsdottir das Trikot von Finalgegner Lyon. FOTO: DPA
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Kurios: Die Wolfsburgerinnen Svenja Huth (l.), Pia-Sophie Wolter (2.v.l.) und Pernille Harder (M.) jubeln zusammen mit Sara Björn Gunnarsdottir Mitte Juni in der Bundesliga, im Champions-League-Finale allerdings trägt Gunnarsdottir das Trikot von Finalgegner Lyon. FOTO: DPA

Hungrige Wölfinnen

  • vonSID
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Gelingt das deutsche "Triple-Double"? Der VfL Wolfsburg will im Champions-League-Finale endlich die unbezwingbaren Fußball-Königinnen von Olympique Lyon stürzen.

Für die Erfüllung der Triple-Mission muss der VfL Wolfsburg das scheinbar Unmögliche möglich machen. Im Traumfinale der Champions League bittet wieder einmal Olympique Lyon zum Rendezvous - der dominanteste Verein der Frauenfußball-Welt, der Europas Krone seit vier Jahren nicht mehr hergegeben hat.

Und auf dem Weg zu dieser Dauerregentschaft immer die Wölfinnen in die Knie zwang: 2016 und 2018 im Endspiel, 2017 und vergangenes Jahr schon im Viertelfinale. Mit der schwarzen Serie soll am Sonntag (20.00 Uhr/Sport1) in San Sebastian Schluss sein. "Wir glauben daran", sagt VfL-Trainer Stephan Lerch, "dass Lyon schlagbar ist".

Eine Woche nach dem Triumph der Bayern im Männerfinale in Lissabon können die Wolfsburgerinnen das deutsche "Triple-Double" perfekt machen. Vielleicht ein gutes Omen, dass das schon einmal gelang: Vor sieben Jahren, beim ersten und bislang einzigen Titel-Dreierpack des VfL, räumten diese beiden Klubs nacheinander alle Trophäen ab.

Damals, im Frauenfinale an der Londoner Stamford Bridge gegen Lyon (1:0), gelang Wolfsburg als Newcomer in der Königsklasse sensationell der Favoritensturz. Alexandra Popp war seinerzeit schon dabei, die Kapitänin wittert nun beim Schlussakt des K.-o.-Turniers im Baskenland eine große Chance: "Es wirkt, als seien sie nicht mehr so dominant wie in den vergangenen Jahren."

Im Viertelfinale gegen den FC Bayern (2:1) wie im Halbfinale gegen den Ligarivalen Paris St. Germain (1:0) tat sich das internationale Starensemble um Regisseurin Dzsenifer Marozsan schwer. Aber auch der VfL hatte nach dem Aufgalopp gegen Außenseiter Glasgow City (9:1) gegen den Vorjahresfinalisten FC Barcelona (1:0) unübersehbare Schwierigkeiten.

Seit der Titelverteidigung 2014 (4:3 gegen Tyresö FF/Schweden) jagen die Wölfinnen vergeblich dem begehrten Henkelpokal hinterher. Der im nächsten Sommer scheidende VfL-Trainer Lerch forderte umso eindringlicher, dass sein Team beim Geisterfinale im Estadio Anoeta wieder sein "wahres Gesicht" zeigen muss.

Schließlich habe der Rekordchampion Lyon (sechs Titel) einen "unfassbar starken Kader", in dem jede Position mindestens doppelt gleichwertig besetzt sei. Auch wenn Superstar Ada Hegerberg (Kreuzbandriss) in der Offensive spürbar vermisst wurde.

Seit Jahren lockt der französische Serienmeister (14 Titel in Folge) mit seinem spendablen Klub-Präsidenten Jean-Michel Aulas die Creme de la Creme des Frauenfußballs an. Gerade erst wechselte Sara Björk Gunnarsdottir vom VfL zu den unersättlichen "Fenottes", was beim Finale für ein Wiedersehen mit bitterem Beigeschmack führt. Die isländische Mittelfeldspielerin gehörte ja nicht nur in dieser seltsamen Corona-Saison zu den Leistungsträgerinnen des deutschen Serienmeisters und -pokalsiegers. Nun trägt sie im Endspiel das gegnerische Trikot. Anders als beim Männerturnier durften die Viertelfinalisten der Frauen aufgrund der Auswirkungen der Pandemie bis zu sechs Neuzugänge für die Endrunde melden. "Das ist schon sehr komisch und schade", sagte Lerch zu dieser kuriosen Konstellation, "aber während der 90 oder 120 Minuten spielt das keine Rolle mehr."

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