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Noch-Gladbach-Coach Marco Rose trifft heute auf seinen Nachfolger und Noch-Frankfurt-Trainer Adi Hütter.

Hütters Reise in die Zukunft

  • VonSID
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Adi Hütter trifft im ersten Spiel nach der Verkündung des Wechsels ausgerechnet auf seinen neuen Klub. Im Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt steht der Trainer im Fokus.

Vor der brisanten Reise in seine neue Heimat wirkte Adi Hütter emotional angefasst. Jede Enttäuschung über seinen Wechsel von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach verstehe er, versicherte der Österreicher, doch die Anfeindungen von Teilen der Fans wühlten ihn auf. Er sei »kein Lügner«, und bis zum Sommer werde er seine »ganze Liebe und das ganze Herz« für die Eintracht geben.

Dass es im direkten Duell im Borussia-Park am Samstag (15.30 Uhr/Sky) aber auch um seine persönliche Zukunft geht, dürfte Hütter kaum ausblenden können. Zwar beteuerte der 51-Jährige, dass man seine neue Aufgabe am Niederrhein »klar trennen« müsse. Doch die Brisanz der Begegnung könnte kaum größer sein.

Obwohl beide Teams noch große Ziele verfolgen, dreht sich im Vorfeld nun alles um den einen Mann, der am Saisonende die Trainerbänke wechselt - und sich nun einen direkten Eindruck von seiner neuen Mannschaft verschaffen kann. Mit einem Frankfurter Sieg hätte Hütter womöglich großen Anteil daran, dass er in der kommenden Saison als Gladbach-Coach an Donnerstagabenden frei haben könnte.

Rücksicht will er darauf nicht nehmen. Nachdem seine Entscheidung am Dienstag bekannt wurde, sei er »noch hungriger als vorher, dass wir dieses Ziel erreichen«, sagte Hütter. Gemeint ist die erstmalige Qualifikation für die Champions League mit den Hessen. Ein ähnlicher Negativlauf, wie ihn die Fohlen nach Marco Roses Wechselentschluss erlebt hatten, soll unbedingt vermieden werden.

Doch so entschlossen Hütter im Hinblick auf den Endspurt auftritt, die heftigen Reaktionen auf seinen Wechsel ließen ihn nicht kalt. Insbesondere das eindeutige »Ich bleibe«-Bekenntnis aus dem Februar wird heiß diskutiert. »Wenn sich viele Dinge verändern, habe ich das Recht, mir Gedanken über die Zukunft zu machen«, sagte Hütter.

Die Eintracht steht nach den Abgängen von Hütter, Sportvorstand Fredi Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner und womöglich einiger Leistungsträger in wenigen Monaten vor einem radikalen Schnitt. »Wir haben Vakanzen, aber kein Vakuum«, sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann. Die Suche nach neuem Personal läuft auf Hochtouren. Philip Holzer hat sich derweil »irritiert« über die Folgen eines Treffens mit Ralf Rangnick gezeigt. »Beide Seiten haben recht schnell gespürt, dass es unterschiedliche Auffassungen zur Ausrichtung und Entwicklung eines Traditionsclubs wie Eintracht Frankfurt gibt«, wurde Holzer am Freitag übereinstimmend von mehreren Medien zitiert. Holzer sagte am Donnerstag Rangnick ab. Allerdings kam der Club einer Absage durch Rangnick damit wohl nur zuvor.

Die ständigen Unruhen sollen das Sieben-Punkte-Polster auf Dortmund keinesfalls gefährden. Hütter garantierte, »dass die Mannschaft nur dieses Ziel im Kopf hat«. Seit Mittwoch sei »wieder alles normal, die marschieren, die gehen. Wir sind trotzdem alle Profis«.

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