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Sebastian Rode (r.) glaubt, dass die Wechsel-Ankündigung von Trainer Adi Hütter die Leistung der Mannschaft beeinflusst hat.

Hütter wählt leise Töne

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(kil). Der scheidende Trainer Adi Hütter hat auf seiner vorletzten Pressekonferenz für Eintracht Frankfurt Wert darauf gelegt, die Wogen zu glätten und in die wegen der Enttäuschung über das Scheitern an der Champions League aufgeheizte Stimmung nicht zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen. Es fiel kein böses Wort, es gab auch keine Generalabrechnung, wie das Sportvorstand Fredi Bobic dieser Tage via Boulevard für eine gute Idee hielt.

Hütter vermied die lauten Töne. Es ist die Zeit des Abschieds, ab Sonntag ist das Kapitel Hütter für den Fußball-Bundesligisten Vergangenheit, ab Sonntag ist der Österreicher im Urlaub. Dann zieht er nach Mönchengladbach um.

Vor allem war es ihm ein Bedürfnis, allen möglichen Leuten zu danken. Er zählte alle auf, selbst Finanzvorstand Oliver Frankenbach und auch die Presse, selbst wenn er dort zuletzt nicht die beste hatte. Kritik sei immer dann angebracht, wenn man sportlich nicht die Leistung erbracht habe, und das habe man zuletzt nicht: »Wir haben einen Sieben-Punkte-Vorsprung verspielt, das ist zu kritisieren.« Dessen ungeachtet sei sein »Gemütszustand nicht der Allerbeste«.

Bezeichnend war freilich, wen Hütter in seiner Dankesadresse als Einzigen aussparte: Vorstandssprecher Axel Hellmann. Zufall? Eher nicht. Hellmann war es, der am Wochenende recht deutlich Hütter und Sportvorstand Fredi Bobic ein paar Takte ins Stammbuch geschrieben hatte, wonach nach einer blamablen Niederlage gegen einen Absteiger nicht der Zeitpunkt gekommen sei, das Erreichen einer Europapokalplatzierung als Erfolg zu feiern.

Aber diese 3:4-Niederlage war der negative Höhepunkt einer vierwöchigen Talfahrt, in der Eintracht Frankfurt nach Bekanntgabe des überraschenden Wechsels von Hütter zu Borussia Mönchengladbach eine historische Chance vergeben hat. In diesen vier Wochen hat Hütter eine Menge jenes Kredits verspielt, den er sich in den drei Jahren seines durchaus erfolgreichen Wirkens in Frankfurt erarbeitet hat. Dass diese Entscheidung, anders als Hütter und Bobic wahrhaben wollen, doch einen größeren Einfluss auf die Mannschaft hatte, hat erneut Mittelfeldspieler Sebastian Rode, der wie Djibril Sow im bedeutungslos gewordenen Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den SC Freiburg verletzt fehlen wird, dem »Kicker« gesagt: »Am Anfang denkt man wirklich, dass einen das nicht beeinflusst und man das abschüttelt, um auch eine gewisse Stärke nach außen zu zeigen. Wenn die komplette sportliche Leitung wegbricht, ist es menschlich, dass die Spieler ins Grübeln kommen. Was ist eigentlich los? Wir spielen die beste Saison der Eintracht-Geschichte - und alle gehen weg.« Diese Faktoren spielten unterbewusst eine Rolle. Und am Ende fehlten »vielleicht doch ein paar Prozent«. Man habe versucht zu verdrängen, schaffte es aber nicht, »das komplett außen vor zu lassen«, so Rode.

Hütter sagte nun, er sei »betroffen« und nach wie vor »sehr, sehr enttäuscht«, das Traumziel verpasst zu haben - »dafür bin ich verantwortlich«. Bei aller Kritik aber verwahrte er sich gegen den Vorwurf, er habe sein eigenes Handeln »nicht reflektiert«: »Das habe ich immer getan. Ich bin, was meine Arbeit in den letzten Wochen betrifft, nicht zufrieden«, sagte der 51-Jährige: »Es war nicht gut genug, um allen hier noch mal eine Freude zu bereiten. Das ist das, was mich stört.« Unterdessen geht bei der Eintracht die schwierige Suche nach einem Hütter-Nachfolger weiter. Ein Favorit ist derzeit nicht auszumachen.

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