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Adi Hütter: "Verlieren verboten"

  • vonDPA
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Eintracht Frankfurt hofft im 100. Bundesligaduell mit Werder Bremen auf einen Big Point im Abstiegskampf. Nach dem Sieg in Wolfsburg reisen die Hessen mit neuem Selbstvertrauen an die Weser.

Verlieren verboten! Unter diesem Motto will Eintracht Frankfurt im Nachholspiel bei Werder Bremen den Befreiungsschlag von Wolfsburg veredeln und mit einem Sieg einen vorentscheidenden Schritt zum Verbleib in der Fußball-Bundesliga machen. "Es ist für beide Mannschaften ein wichtiges und bedeutsames Spiel, in dem das Motto gilt: Verlieren verboten", betonte Eintracht-Trainer Adi Hütter am Dienstag. "Wir haben die Möglichkeit, uns weit weg zu entfernen."

Mit einem Auswärtserfolg im 100. Bundesligaduell beider Teams an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) würden die Hessen ihren Vorsprung vor dem Tabellenvorletzten auf zehn Punkte ausbauen und das Polster zu Fortuna Düsseldorf auf dem Abstiegsrelegationsplatz auf acht Zähler vergrößern.

Doch Vorsicht ist geboten: Werder hat aus den vergangenen drei Spielen sieben Punkte geholt und kann mit einem Sieg den direkten Abstiegsplatz verlassen. "Sie haben drei Spiele nacheinander zu null gespielt. Das ist eine Mannschaft, die jetzt geschlossener verteidigt und weit mehr Stabilität hat als vor drei, vier Wochen", warnte Hütter.

Der 50 Jahre alte Österreicher hat für seine Schützlinge daher einen klaren Matchplan entwickelt. "Wir müssen aktiv sein und immer wieder attackieren. Es gilt, mit Ruhe und Überzeugung aufzutreten", sagte Hütter. Den größeren Druck sieht er aufseiten der Bremer: "Werder ist unter Zugzwang."

Verzichten muss der Tabellenzwölfte in der Partie neben dem langzeitverletzten Stürmer Gonçalo Paciência auch auf Defensivspieler Gelson Fernandes, der sich am Samstag beim 2:1-Sieg in Wolfsburg eine muskuläre Verletzung zugezogen hat.

Ansonsten kann Hütter personell aus dem Vollen schöpfen, was er auch tun will. Dass Offensivmann Daichi Kamada und Mittelfeldspieler Sebastian Rode nach bisher vier Gelben Karten von einer Sperre ausgerechnet im Rhein-Main-Derby gegen den FSV Mainz 05 am kommenden Samstag bedroht sind, spielt für ihn keine Rolle. "Deswegen jongliere ich mit der Aufstellung jetzt nicht herum", betonte Hütter.

Zumal vor allem Kamada zuletzt sehr auffällig agierte. Der Japaner traf sowohl beim 3:3 gegen den SC Freiburg als auch in Wolfsburg, wo er den Siegtreffer erzielte. "Er hat zuvor etwas Pech an den Schuhen gehabt", sagte Hütter. "Jetzt hat er einen guten Lauf - genau wie André Silva." Der Portugiese war ebenfalls in beiden Spielen erfolgreich.

Keine Relevanz haben für Hütter die verbalen Scharmützel, die es vor dem eigentlichen Termin Anfang März gegeben hatte. Die Partie war damals von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) abgesagt worden, weil die Frankfurter ihr Europa-League-Zwischenrundenspiel bei Red Bull Salzburg wegen eines Orkans erst 24 Stunden später als geplant austragen konnten und dadurch nur knapp zwei Tage zur Regeneration gehabt hätten. Die Verlegung war von den Bremern scharf kritisiert worden. "Das ist drei Monate her und spielt für mich überhaupt keine Rolle mehr", sagte Hütter.

Werder ist voller Zuversicht

Der SV Werder Bremen ist zwar immer noch Vorletzter im Klassement der Bundesliga, doch an der Weser ist die Zuversicht zurück. Endlich zeigt die Mannschaft diesen unbedingten Willen, sich gegen das drohende Schicksal namens 2. Liga zu stemmen. "Die Mentalität, jetzt wirklich alles reinzuwerfen, hat sich bei uns verändert", sagte Trainer Florian Kohfeldt. Mit einem Sieg würden die Hanseaten den direkten Abstiegsplatz verlassen - und gleichzeitig Frankfurt wieder richtig mit in den Strudel reißen.

"Nun haben wir es wieder selbst in der Hand", sagte Abwehrspieler Sebastian Langkamp nach dem 1:0-Sieg bei Schalke 04: "Frankfurt ist auch noch nicht raus aus dem Abstiegskampf." Gegen die Eintracht könne sich Werder nun "eine gute Ausgangsposition für die letzten Spiele erarbeiten".

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen: Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl - Vogt - Maximilian Eggestein, Klaassen - Bittencourt, Rashica - Sargent. - Eintracht Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - Chandler, Rode, Sow, Kostic - Kamada - Dost, Silva. FOTO: AFP

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