Eintracht-Trainer Adi Hütter erwartet heute eine Steigerung seines Teams. FOTO: DPA
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Eintracht-Trainer Adi Hütter erwartet heute eine Steigerung seines Teams. FOTO: DPA

Hütter legt Zurückhaltung ab

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Eintracht Frankfurt ist nicht glanzvoll in die Saison gestartet. Trainer Adi Hütter hätte deshalb gerne neue Spieler, die den Kader besser machen. Bei Hertha BSC müssen die bewährten Kräfte ran. In der vergangenen Saison gab es einen 4:1-Sieg in Berlin.

Nach dem durchwachsenen Saisonstart hat Adi Hütter seine Zurückhaltung beim Transferthema aufgegeben. "Ich habe betont, dass ich grundsätzlich viel Vertrauen in unseren Kader habe", sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt vor dem Bundesliga-Freitagspiel bei Hertha BSC (20.30 Uhr/DAZN). Dennoch müsse man den Markt beobachten. "Wenn etwas dabei ist, dass uns qualitativ weiterbringt, muss man darüber nachdenken und entsprechend handeln."

Alles was den Frankfurter Kader besser mache, komme infrage. Dabei hat der 50-jährige Österreicher konkrete Vorstellungen. Eine Neuverpflichtung für die Offensive wäre ihm willkommen, vielleicht auch "ein Spieler mit einem kreativen Element, damit man flexibler ist und andere Lösungsansätze" habe. "Wenn uns etwas in die Arme fällt, kann ich mir vorstellen, dass wir etwas machen könnten", meinte Hütter. Denn sowohl im DFB-Pokal beim Drittligisten 1860 München (2:1) als auch zum Ligaauftakt gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld (1:1) lief es alles andere als rund und spielerisch überzeugend.

Bisher holte der Europa- League-Teilnehmer der vergangenen zwei Jahre nur den jungen Stürmer Ragnar Ache (22) von Sparta Rotterdam und Steven Zuber, der im Tausch mit Mijat Gacinovic von 1899 Hoffenheim kam. In der Anbahnung ist das Engagement von Ajdin Hrustic. Der australische Nationalspieler will mit Macht weg vom FC Groningen und den Wechsel an den Main trotz laufenden Vertrages durchsetzen. Hütter räumte etwas unbedacht ein, dass er Hrustic schon getroffen habe: "Ich habe ihn kennengelernt und ihn sehr bescheiden in Erinnerung. Das passt gar nicht zusammen."

Nicht mehr als ein Gerücht war eine mögliche Leihe von Ex-Stürmer Luca Jovic, der wegen geringer Einsatzzeiten bei Real Madrid gern wieder zur Eintracht zurückkommen würde. Hütter, der von Spekulationen eigentlich nichts hält, hörte dies aber gern. "Es ist doch auch schön, dass Luca sagt, er möchte zur Eintracht zurück", meinte der Coach. Und weil er einmal beim Wechselthema war, räumte er auch mit den mehrfach aufgekommenen mutmaßlichen Abwanderungsabsichten von Torwart Kevin Trapp auf. "Man sollte diese Gerüchte ad acta legen. Ich weiß, dass er zu hundert Prozent hierbleiben will", betonte Hütter. Ohne große Sorgen um das Personal kann er die Aufgabe bei Hertha BSC angehen. Nur der verletzte Verteidiger Evan N’Dicka wird fehlen. "Wir hoffen, dass er in etwa einem Monat wieder zurück ist", sagte Hütter. "Ansonsten sind für das Spiel alle an Bord."

Als Motivation dient der Eintracht der 4:1-Erfolg aus der Vorsaison. "Wir erinnern uns natürlich gern an unseren letzten Sieg in Berlin zurück. Aber am Freitag erwartet uns ein ganz anderes Spiel", sagte Hütter. "Hertha ist ein gutes Team, mobil und mit einem guten Speed nach vorne."

Bei Hertha BSC richten sich die Blicke auf die neue Edel-Offensive. Edel steht dabei zunächst einmal für teuer, denn die Angreifer Krzysztof Piatek (für 23 Millionen Euro geholt), Dodi Lukebakio (20 Millionen), Matheus Cunha (18 Millionen) und Jhon Cordoba (15 Millionen) gehören zu den preisintensivsten Neuzugängen in der Vereinsgeschichte überhaupt. Doch die illustre Stürmer-Gruppe gibt den Berlinern auch die Hoffnung, dass es - wie mit den neuen Investoren-geldern von Lars Windhorst erhofft - nach oben geht. Wie er seine Abteilung Attacke heute aufstellt, ließ Trainer Bruno Labbadia offen.

Dass die Wiederöffnung des Olympiastadions mit 4000 Fans weit unter den 20 Prozent der Zuschauerkapazität bleibt, auf die sich die Länder für eine Testphase eigentlich geeinigt hatten, gehört für Hertha zum neuen Alltagsgeschäft. Der Berliner Senat hatte die Corona-Verordnung nicht geändert, sodass es bei der Höchstgrenze von 5000 Stadionbesuchern einschließlich der Teams, aller Offizieller, Sicherheitskräfte und Medienvertreter bleibt. Mit der 20-Prozent-Regel könnten wieder 14 895 Fans im 74 475 Besucher fassenden Olympiastadion sein.

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