Eintracht-Winter-Zugang Stefan Ilsanker (r.), der sieben Jahre lang für Salzburg spielte, dürfte am Donnerstag für den gesperrten Martin Hinteregger (l.) verteidigen. FOTO: IMAGO
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Eintracht-Winter-Zugang Stefan Ilsanker (r.), der sieben Jahre lang für Salzburg spielte, dürfte am Donnerstag für den gesperrten Martin Hinteregger (l.) verteidigen. FOTO: IMAGO

Hütter baut um

  • vonred Redaktion
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Jetzt geht es um alles. Eintracht Frankfurt startet am Donnerstag gegen Salzburg in die K.-o.-Phase der Europa League. Trainer Hütter muss seine Mannschaft neu ausrichten.

Das Flutlicht ist angeknipst, die Fußball-Bühne ist bereitet, internationales Flair wabert durch den Stadtwald, am Donnerstag (18.55 Uhr/live in DAZN) will Eintracht Frankfurt weiter fleißig an ihrem Europapokal-Kapitel schreiben. Der FC Salzburg, der nur in diesem Wettbewerb so heißt, weil die UEFA Sponsorennamen (Red Bull) nicht duldet, ist die hohe Hürde, die die Hessen in der ersten K.-o.-Phase überspringen müssen.

Es steht viel für die Eintracht auf dem Spiel bei dieser ersten Begegnung. Es geht darum, sich ein kleines Polster zu verschaffen für das Rückspiel am 27. Februar. Die Eintracht muss vorlegen, ein klarer Sieg und möglichst zu Null wäre natürlich nett, denn in der Ferne tun sich die Frankfurter in dieser Saison so unglaublich schwer. In der Liga sind sie die drittschlechteste Auswärtsmannschaft, auch in diesem Jahr 2020, das eigentlich nicht schlecht verläuft, haben sich die Hessen sowohl in Düsseldorf als auch in Dortmund von ihrer schlechtesten Seite gezeigt. International immerhin sieht die Bilanz besser aus: In London gegen den FC Arsenal (2:1) und in Guimaraes (1:0) konnten die Hessen Siege erringen.

Rein sportlich ist die Aufgabe gegen den FC Salzburg ambitioniert, der bis 2018 das Kunststück schaffte, elfmal hintereinander an der Qualifikation zur Champions League zu scheitern, sogar gegen Gegner wie Düdelingen oder Maccabi Haifa. Auch Sportvorstand Fredi Bobic hat trotz des personellen Aderlasses bei den Österreichern im Winter warnend den Finger gehobenen: "Sie haben viele gute Spieler, die nachgerückt sind. Es ist eine sehr starke, gute Mannschaft", mit einem eher unkonventionellen Trainer Jesse Marsch und flinken, wendigen, blutjungen Stürmern.

Eintracht Frankfurt wird ein anderes Gesicht zeigen müssen als zuletzt. Und der Frankfurter Trainer Adi Hütter wird nicht umhin kommen, mehr fußballerische Qualität auf den Rasen zu bringen - ohne dabei, und das ist das Komplizierte, an Stabilität und Kompaktheit einzubüßen. Die Hessen werden sich stärker aktiv um die Spielgestaltung bemühen müssen, werden agieren müssen. Dazu bedarf es aber Profis, die mit dem Ball am Fuß etwas anfangen können, die Ideen haben, kreativ nach vorne spielen können. Ein Makoto Hasebe oder auch ein Daichi Kamada in der Form der Vorrunde würden da schon enorm weiterhelfen. Mijat Gacinovic, ohnehin am Montag erkrankt, allein ist mit der Spielgestaltung überfordert.

Denkbar ist auch, dass Hütter wieder auf eine Dreierabwehrkette zurückgreift. Mit dieser taktischen Variante hatte die Eintracht bald eineinhalb Jahre durchaus Erfolg. Dies hätte den großen Vorteil, einen spielstarken Mann mehr im Mittelfeld aufbieten zu können. Zweiter Vorteil: Hasebe, der die Rolle des Liberos nach den Worten von Hübner "brillant" ausübt, könnte von hinten heraus Struktur in das Frankfurter Spiel bringen. Dazu bietet dieses Konzept Hütter die Möglichkeit, wieder zwei Spitzen zu nominieren, um den Gegner verstärkt unter Druck zu setzen. Und Filip Kostic müsste seinen linken Flügel in alter Frische bearbeiten.

Umbauen wird der österreichische Fußballtrainer seine Innenverteidigung, so oder so. Martin Hinteregger ist nach drei Gelben Karten gesperrt, für ihn dürfte Landsmann Stefan Ilsanker neben David Abraham verteidigen. Der Neuzugang aus Leipzig, der sieben Jahre lang in Salzburg spielte und auf diese Begegnung gegen die alten Kumpels brennt, hat sich auf dieser Position im Spiel gegen den FC Augsburg ausgesprochen stabil präsentiert - jedenfalls deutlich stärker als im defensiven Mittelfeld bei den Partien in Düsseldorf und Dortmund.

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