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Ein Osterwetter wie aus dem Ei gepellt. Damit es so bleibt, vor allem aber aus purem hessischem Trotz, gibt es Montagsthemen nach Ostern auch am Dienstag. Für mich dauert Ostern sogar noch viel länger – denn ab sofort gibt es all die wunderbaren Schokohasen zum halben Preis.

Ein Osterwetter wie aus dem Ei gepellt. Damit es so bleibt, vor allem aber aus purem hessischem Trotz, gibt es Montagsthemen nach Ostern auch am Dienstag. Für mich dauert Ostern sogar noch viel länger – denn ab sofort gibt es all die wunderbaren Schokohasen zum halben Preis.

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Auferstehung (1). Spiegel- Titelgeschichte: "Wer glaubt denn sowas? – Warum selbst Christen keinen Gott mehr brauchen." In dem Artikel kommt auch eine Pastorin vor, die sagt: "Ich bin Atheistin." Ist es vorstellbar, dass eine gläubige Christin Ortsverbandsvorsitzende des deutschen Atheistenbundes wird? Relativiert sich das Christentum zu Tode?

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Auferstehung (2). Oster-Interview in der Frankfurter Rundschau mit Manfred Lutz, Psychiater und Bestseller-Autor. "Die Auferstehung Jesu ist das Ereignis, das allen Mühseligen und Beladenen, allen Opfern böser Menschen zusagt, dass am Ende das Gute siegen wird. Endgültig." – Mir bleibt als ewig Zweifelnder nur die Ahnung: Fromme wissen, dass sie glauben, Atheisten glauben lediglich, dass sie wissen. Ich aber kenne immerhin schon die Bild- Schlagzeile nach dem Jüngsten Tag: ALLES GANZ ANDERS!

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Auferstehung (3). Im christlichen Sinn umstritten, als Wort inflationär, von Tiger Woods bis Notre Dame ("Ein Gefühl der Wiederauferstehung"/FAS). In Hessen begab sich ein Oster-Wunder schon am Donnerstag. Ekstatische Fans rissen sich das Hemd vom Leib und die Werbebande nieder, stürmten das Innenfeld ... beinahe, denn obwohl ihnen nur ein kleines Ordnerlein gegenüber stand, erstarrten sie wie vom Zauberstrahl gebannt. Der Fußball-Gott ließ Vernunft regnen.

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Und damit zum Sport. Diesmal ohne Fußball, denn die Titel-Duelle gehen unverändert weiter (Bayern - BVB und Pep - Klopp), und die Eintracht, dieses vom Datum her echte Montagsthema, spielte erst nach dem Schlusspfiff für diese Kolumne. Vom Eise befreit sind nicht Main, Lahn und Nidda, denn Eis gab’s dort erst gar nicht. Die Leichtathleten sind es, die sich nach der Winterpause für ihre Wettkampfsaison aufwärmen. Die spannend wird, nicht nur auf Track & Field (engl.: Leichtathletik). Am Osterwochenende stieß Ryan Crouser die Kugel so weit wie keiner zuvor seit 1990 (22,74 m) und hat den Weltrekord im Visier, und der erst 21-jährige Michael Norman lief gleich im ersten 400-m-Rennen der Saison 43,45 Sekunden, kratzte am US-Rekord des – vornehm ausgedrückt – sagenumwobenen Michael Johnson (43,18) und scheint in diesem Jahr die "2" vor das Komma zu stellen. Das alles mitten in der Diskussion, ob man die Rekorde aus dem "Dopingzeitalter" annullieren sollte. Wartet, wartet nur ein Weilchen, dann erledigt sich das Problem von alleine ...

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Noch so’n Problem: Die Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe befürchtet das "Ende des Frauen-Sports", wenn in Kürze die Testosteron-Grenzwerte wieder gekippt werden sollten: "Öffnet es nicht die Tür für alle Transgender-Athleten, die dann sagen können: Wir müssen unsere Werte nicht senken, wir können uns einfach so identifizieren, wie wir uns fühlen und im Frauen-Sport antreten?" – Sehr mutig, diese Athletin. Das zu sagen traut sich heutzutage kaum jemand. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf das kommende Urteil in Sachen "Caster Semenya u.a. kontra /IAAF". Es wird mitentscheiden, ob die Leichtathletik in einigen Frauen-Disziplinen zur Farce verkommt.

Stichwort Farce. Dass ein Komiker die Wahl in der Ukraine gewinnt … ist immerhin nicht so furchteinflößend, wie wenn ein böser Clown eine Weltmacht regieren würde. Lachhafte Vorstellung, oder? Sich darüber lustig zu machen, ist in jedem Fall unlustig. Da vergeht einem das Lachen. Pessimisten fürchten sogar, dass die Welt in einem schwarzen Loch versinkt. Ich nicht. Mehr Apfelbäumchen pflanzen, bitte!

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Obwohl ... ich mache mir auch so meine Gedanken. Seit langem, schon vor der Verkündung der astrophysikalischen Weltsensation, für die es demnächst wohl den Nobelpreis geben wird, denn immer, wenn ich in der Badewanne liege, siehe ich im ablaufenden Wasser, wie Spiralnebel der Galaxien im schwarzen Loch verschwinden. Denn die sehen im fernsten Weltenraum genauso aus wie Wirbelstürme auf der Erde und wie der ablaufende Wasserstrudel in der Badewanne.

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Aber warum taucht aus der sinkenden Wasseroberfläche als erhabenster Körperteil mein Bauchnabel von Jahr zu Jahr früher auf, obwohl er einst doch meine tiefste Körpermulde bildete?

Aber das ist ein ganz anderes Thema und hat mit Sport ... Quatsch, das passt ja heute gar nicht: Klar hat das was mit Sport zu tun. Bewegung, bitte! (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog "Sport, Gott & die Welt" / Mail: gw@anstoss-gw.de)

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