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Die Show war vorbei, (...) aber immer noch skandierten Zuschauer (...) »Uwe! Uwe! Uwe!«, als ob es beim Handball eine Zugabe gäbe wie beim Rockkonzert. (...) »Das bedeutet mir viel«, sagte Uwe Gensheimer, 32: »Ich wollte mich schon immer mal wie ein Popstar fühlen, der nur den Arm hebt, und schon schreien alle los.« (Jochim Mölter in der Süddeutschen Zeitung)

Die Show war vorbei, (...) aber immer noch skandierten Zuschauer (...) »Uwe! Uwe! Uwe!«, als ob es beim Handball eine Zugabe gäbe wie beim Rockkonzert. (...) »Das bedeutet mir viel«, sagte Uwe Gensheimer, 32: »Ich wollte mich schon immer mal wie ein Popstar fühlen, der nur den Arm hebt, und schon schreien alle los.« (Jochim Mölter in der Süddeutschen Zeitung)

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Toll, grandios, sensationell, unglaublich, phänomenal, fantastisch, überwältigend, hervorragend ... Die Lobesworte für die deutschen Handballfans waren in diesen Tagen mindestens so zahlreich wie die Tore auf dem Feld. (»press-schlag« von Johannes Kopp in der taz zur Handball-Begeisterung; Überschrift: »Vollrausch der Ahnungslosen«)

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Aus der Weltstadt Paris hat er sozusagen Glamour und Parfüm mitgebracht, beides versprüht er nun in der urdeutschen Sportart Handball, der ja immer noch das Odeur miefiger Provinz-Turnhallen anhaftet. (Mölter/SZ über Gensheimer)

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Um Handball geht es den deutschen Fans in diesen Tagen nur in zweiter Linie. (...) (In) der (...) exponentiell gewachsenen Zahl der Handballfans (...) (dürfte) im Frauenfußball das deutsche Grundwissen globaler verteilt sein, die Brasilianerin Marta bekannter als der Franzose Nikola Karabatic sein. (Kopp/taz)

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Mancher hiesige Fußballfan hat die deutsche Winterpause mit englischem Fußball überbrückt, nicht selten behaupteten Augenzeugen dann wie Erleuchtete, der Fußball der Premier League sei eine ganz andere Sportart als jener der Bundesliga. Dann geht doch nach drüben, könnten die Leute aus der Liga dazu sagen, wenn es nicht so beleidigt klänge. (Philipp Selldorf in der SZ)

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Haben Sie die Integrationsdebatte in Deutschland und die Affäre um Mesut Özil mitverfolgt? – »Ja, als Özil sich von der deutschen Fußballnationalmannschaft verabschiedete, kritisierte ich ihn auf Instagram als schwache Person. Hat Özil nicht alles, was er darstellt, Deutschland zu verdanken? Da sollte er ein wenig Haltung zeigen. Immerhin repräsentiert er Millionen Deutschtürken« (Sami Yusuf, tief gläubiger Muslim und einer der erfolgreichsten Popstars der islamischen Welt, im SZ-Interview)

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»Dieser monarchistische Ton, mit dem Uli Hoeneß neuerdings auftritt, nachdem er seit ungefähr einem Jahr seine verlogene Demutshaltung abgestreift hat, das ist wirklich übel.« Haußmann macht für dieses Selbstverständnis eine großbürgerliche Haltung verantwortlich: Die da unten können froh sein, dass es uns gibt. Denn wir geben ihnen Brot und Spiele. »Vielleicht wäre ich auch so, wenn ich schnell Erfolg gehabt hätte, dass ich die verachten würde, die für mich arbeiten.« (Johannes Dudziak in der Zeit in einem Text über den Theaterregisseur, Schauspieler und Fußballfreund Leander Haußmann)

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Wann werden Sie beim FC Bayern spielen? – »Ich? Zu den Bayern? Nie! (...) Das verspreche ich. Außerdem bin ich bald 30, die wollen doch ihre Altersstruktur auch verändern (lacht). « (Marco Reus im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

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Er könne sich Hoeneß aber auch als wohlbeleibten, trink- und raufsüchtigen Soldaten Sir John Falstaff vorstellen, der in Shakespeares Die lustigen Weiber von Windsor als zur Selbstüberschätzung neigend und in Heinrich IV. als melancholisch dargestellt wird. »Das ist das, was mich für Hoeneß wieder einnimmt. Er ist ein Renaissance-Mensch. Er liebt Reichtum, er liebt die Maßlosigkeit.« (Haußmann/Dudziak/Zeit)

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»Die westliche Kultur ist übersexualisiert. Meine Musik setzt dem aufgezwungenen Hedonismus menschliche Würde entgegen.« (Yusuf/SZ)

Neymar (...) hatte (Anm.: beim PSG-Trainingslager in Katar) einen Heidenspaß an einem Kamelrennen, (...) bei dem man den Tieren Lautsprecher auf den Rücken schnallt und dann aus der Ferne mit Walkie-Talkies Dampf macht. Neymar hat sich dabei (...) gar köstlich amüsiert. Die Kamele vermutlich weniger. (Michael Eder in der »Schluss für heute«-Glosse der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

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Das Geld von Gazprom gilt als schmutziges Geld. – »Welches Geld ist denn nicht schmutzig?« (Michael Zylka, Leiter des Schalker Wahlausschusses für den Aufsichtsrat, im Zeit-Interview)

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Da man von Tuchel weiß, dass er Spielformen aus anderen Bereichen gerne (...) einbezieht, stellt sich nun die Frage: Bekommt Neymar demnächst auch mal so einen Lautsprecher umgeschnallt und damit ordentlich Dampf gemacht bei Spielen, in denen er nicht so große Lust hat? Oder ist das nur für echte Kamele reserviert? (Eder/FAS)

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»Alle Fundamentalisten teilen meiner Erfahrung nach ein dunkles Geheimnis. Sie verstecken ihre perverse Sexualität, ihren Mangel an Selbstvertrauen oder ihre fehlende Bildung hinter einer extremistischen Fassade.« (Yusuf/SZ)

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»Pick dich!« – »Pick ich selbst!«. Wenn Spatzen sich streiten. (»Witz der Woche« von »Ella, 12, Kiel« auf der SZ-Kinderseite) (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« / Mail: gw@anstoss-gw.de)

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