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Frankreich gegen Kroatien, das ist der französische Stabilitätsansatz des Generals Deschamps gegen leidenschaftlichen Guerillafußball, der sich manchmal eine Halbzeit lang im Gebüsch versteckt, ehe er wie ein Naturereignis über den Gegner hereinbricht. (Claudio Catuogno in der Süddeutschen Zeitung)

Von GW

Frankreich gegen Kroatien, das ist der französische Stabilitätsansatz des Generals Deschamps gegen leidenschaftlichen Guerillafußball, der sich manchmal eine Halbzeit lang im Gebüsch versteckt, ehe er wie ein Naturereignis über den Gegner hereinbricht. (Claudio Catuogno in der Süddeutschen Zeitung)

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Was heißt "schön" im Fußball? (...) Die Ästhetik des Zirkus ist für den Fußball nicht maßgebend. Wer nur über die Unterscheidung von "Feuerwerk" und "glanzlos" verfügt, betrachtet unerwachsen. (Jürgen Kaube in der WM-Kolumne "Nachgetreten" im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

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Sie haben 1996 die Fußballweisheit von den Deutschen geprägt, die am Ende doch irgendwie gewinnen. Wie erklären Sie sich das Versagen des Weltmeisters? – "(...) Ich habe noch nie eine deutsche Mannschaft gesehen, die taktisch so konfus agierte wie gegen Mexiko: wie eine Schülermannschaft! Das war schon schockierend." (Gary Lineker im Spiegel-Interview)

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"Eigentlich standen immer elf Spieler auf dem Feld, die gegen die anderen elf hätten gewinnen müssen. An den fußballerischen Qualitäten kann es also nicht gelegen haben. Außer es waren alle nicht in Form." (Philipp Lahm im Zeit-Interview)

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De facto kann Löw (...) sich nur selbst entlassen. Nur: Warum sollte er, wenn es sich doch so gut leben lässt als Bundestrainer? Die viele Freizeit, das fürstliche Honorar, der gelegentliche Plausch mit der Kanzlerin bei Cordon bleu und Bratkartoffeln ..." (Autoren-Team im Kicker)

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Millionen Deutsche starten in diesen Tagen in ihren wohlverdienten Urlaub. Aber was heißt eigentlich wohlverdient? (...) "Manuel Neuer tankt Kraft an der Adria", schreibt Frau im Spiegel. Nur: Wo hat er sie verbraucht? In den drei WM-Spielen? Bei aufwendigen Werbedrehs für koffeinhaltige Limonade? (...) Wir aber stellen uns vor, eines unserer Kinder wäre sitzen geblieben. Hätten wir da nicht gesagt: nix Mykonos! Ferien auf Balkonien und schön für die neue Saison lernen!" ("Herzblatt-Geschichten" von Anke Schepp in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

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Hätten Sie jemals damit gerechnet, einmal im hellsten Rampenlicht des Weltfußballs zu stehen? – "Ich habe doch früher bei Spartak gespielt, bin hier und da Meister geworden." – Aber diesen Druck, den Sie aushalten mussten ... – "... darf ich fragen, was Deutsche immer mit dem Druck haben? Das ist euer Lieblingswort, oder?" (Russlands WM-Trainer Stanislaw Tschertschessow im Spiegel-Interview)

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Perisic (...) Schuss aus 15 Metern landete statt im Tor in der empfindlichsten Körperregion von Kyle Walker – dem bei der längeren Behandlung, die nötig war, die gute alte viktorianische Empfehlung geholfen haben dürfte: "Schließ die Augen und denke an England." (Christian Eichler/FAZ online)

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Gehört hat er (Anm.: Paul Pogba) auch auf seinen Mitspieler Samuel Umtiti: "Ich habe immer gesagt: Paul, wenn du erwachsen werden willst, dann ändere deine Frisur!" Gesagt, getan. (Jean Mikhail in der Welt)

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Er hat keine Tattoos, ist aber schon Vater und hat zwei Hunde. (dpa über Harry Kane)

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... der Dissens zu den gesammelten Idiotien der ARD-ZDF-Reporter (...), die auch von den meist klarsichtigeren Studioexperten nur diskret korrigiert werden können, weil man den Trottel nicht so nennen darf, wenn er ein Kollege ist. (Peter Körte in der FAS)

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Infantino (...) bewies mal wieder Schlitzohrigkeit und lud die Kinder (Anm.: die thailändischen Kinder in der Höhle) zum Endspiel (...) ein. Schließlich sind die Eingeschlossenen ein Fußballteam. (...) Fehlt nur noch, dass – um die Ekelhaftigkeit dieses Falls auf die Spitze zu treiben – McDonald’s noch einen Frittengutschein draufpackt und Coca-Cola einen Liter Fanta. (Michael Herl in seiner Kolumne in der Frankfurter Rundschau)

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Die Szene (Anm.: Infantino bei Putin) erinnerte an die Kabinettssitzung von Donald Trump, bei der auch jeder erst mal sagen sollte (...), wie großartig Trump sei. Der Unterschied: Trump sah man die Genugtuung an, der Sabber der Selbstliebe lief ihm zu beiden Hosenbeinen raus. Putin schien die vorsätzliche Arschkriecherei seiner Gäste unangenehm zu sein. (Holger Gertz in der SZ)

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Die Weltmeisterschaft geht zu Ende. (...) Gewonnen hat längst Putin. (...) Und in der Nachspielzeit trifft Wladimir Putin sich mit Donald Trump, der für ihn kein Gegner ist. (Gertz/SZ)

(gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog "Sport, Gott & die Welt" / Mail: gw@anstoss-gw.de)

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