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Jetzt geht’s los. Die WM beginnt. Ohne den Weltmeister, ohne seinen Finalgegner, ohne Messi, ohne Ronaldo. Aber mit dem neuen Wunderstürmer, der schon als halbes Baby den BVB aus Europaträumen gerissen hatte. Mbappé. M..b... schneller, als man seinen Namen stottern kann. Ein Naturereignis.

Von GW

Jetzt geht’s los. Die WM beginnt. Ohne den Weltmeister, ohne seinen Finalgegner, ohne Messi, ohne Ronaldo. Aber mit dem neuen Wunderstürmer, der schon als halbes Baby den BVB aus Europaträumen gerissen hatte. Mbappé. M..b... schneller, als man seinen Namen stottern kann. Ein Naturereignis.

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Und die WM beginnt auch mit seinem PSG-Partner Cavani. Wenn Tuchel mit ihnen nicht die Champions League gewinnt, ist er schneller weg vom Pariser Fenster, als er im Münchner Kneipenduell mit Guardiola die Salz- und Pfefferstreuer über den Tisch ziehen konnte.

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Der Zsmmnbruch. #ZSMMN. Best never rest. Wenn Hochmut in seinem eigenen gequirlten Quark versinkt.

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Andererseits: Hätte Hummels in der 87. Minute ... stünde Deutschland heute im Achtelfinale gegen Brasilien ... die Hoffnung würde leben. Bisschen viel Konjunktiv. Hätte, hätte, Fahrradkette.

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Meine ist übrigens kurz vor Südkorea (zeitlich, nicht örtlich) gerissen, mitten in der Walachei. Die Gute hat mich rechtzeitig abgeholt und gerettet. Pünktlich zum Anstoß zu Hause. Warum bloß?! Nach 90 Minuten Fahrradschieben hätte ich nicht solche bleiernen Füße gehabt wie die amtierenden Weltmeister.

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Der weinende Thomas Müller. Ein visueller Schock. Solch ein Bild hat man nie sehen wollen. Und sich nie vorstellen können. Jedenfalls nicht wegen eines Fußballspiels.

Wie gut, dass wir nicht dabei gewesen sind! Später, erleichterter Stoßseufzer von Leroy Sané & Co.

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Grimmig seufzen dagegen die Niederräder Rennbahn-Nostalgiker: Ach, wäre die WM doch früher gekommen! Die anmaßende (siehe Hochmut) DFB-Akademie wäre bei der Volksbefragung #zsmmngebrochen.

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Sollte Löw zurücktreten? Die rauf und runter diskutierte Frage ist eine obsolete, wahlweise hypothetische. Ja, was denn sonst? Natürlich, er muss. Nach einem derartigen Desaster unvermeidlich, egal, wieviel man ihm davon ankreidet. Tritt er dennoch nicht zurück, wäre er das, was ihm seine Kritiker vorwerfen: abgehoben und über den Wolken schwebend die Realität ignorierend.

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Auch Özil sollte zurücktreten. Aus Selbstachtung. Dass er beharrlich schweigt, obwohl halb Deutschland ein "Geständnis" aus ihm herausprügeln möchte (wie wär’s mit Waterboarding?), ist schon mal ein starkes Statement. Ich habe ein Faible für den scheuen, verstockten Schweiger mit dem feinen Füßchen.

Womit ich in der aktuellen deutschen Thematik wieder zwischen den Stühlen sitze. Auch damit: In der FAS lese ich, eine Reportage-Reise zum "kontrollierten Zentrum" auf Lesbos sei "ein Besuch in der Hölle" gewesen. Ich war kürzlich auf Samos, wenige Luftkilometer von Lesbos entfernt, besuchte ebenfalls ein "kontrolliertes Zentrum" – und fand beschauliche, träge Ruhe, gelassene griechische Bewacher, in die nahe Inselhauptstadt hin und zurück spazierende Flüchtlinge. Gewiss, eine Momentaufnahme. Die kann täuschen. Was glauben? Ich erst mal, was ich selbst gesehen habe.

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Zu weit abgeschw... nein, den alten, abgegriffenen, abgeschwiffenen Kalauer schenk ich mir, ... eift. Zurück zum Sport. Uns Hessen kann die WM-Pleite nicht erschüttern. Noch rockt Eintracht die WM! Hoffentlich kommen alle zurück zu uns (Rebic habe ich allerdings schon aufgegeben). Und auch im engeren Mittelhessen wächst die Hoffnung auf frohe Fußballtage. Dem neuen FC Gießen widmet sogar das Fußball-Fachblatt Kicker eine Sonderseite.

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Schade, dass auch eine andere Schlagzeile in den überregionalen Medien auftaucht. Für Lisa Mayer ist die Saison beendet, bevor sie begonnen hat. Auf das "auch" verzichte ich. Unsere großartige und jetzt verletzte Sprinterin hätte es nicht verdient, mit den bleiernen Füßen von Kasan verglichen zu werden.

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Ergänzung zu den LA-Themen vom Samstag: Abderrahaman Samba, ein von Katar eingebürgerter Mauretane, toppt die Topzeit des im "Sport-Stammtisch" erwähnten Jungen aus der Karibik und bleibt als zweiter 400-m-Hürdenläufer unter 47 Sekunden. Und Caster Semenya streift den 800-m-Weltrekord von Jarmila Kratochvilova. Bis zum Stichtag, der sie hormonell runterregeln soll, wird sie ihn wohl knacken. Wird er dann wieder gestrichen? Ältere Leichtathletik-Freunde, die sich an Jarmila Kratochvilova erinnern, fragen sich auch: Wie viele Pillen hätte die schlucken müssen, um vor der neuen IAAF-Regel zu bestehen?

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Wie steigert man Erratum? Komparativ: Dumm gelaufen. Superlativ: Scheiße gebaut. Am Samstag gab ich den hoffnungsfrohen Tipp, bei der Tour de France auf Maximilian Schachmann zu achten. Postwendende Mail von Radsport-Freak und -Kenner Andreas Kautz aus Florstadt: "Leider ist Schachmann nicht im Tourkader von Quick-Step."

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Wenn ich vor Wimbledon den Tipp gebe, dort auf ein junges, aufstrebendes Talent zu achten, einen siebzehnjährigen Leimener namens Boris Becker, dann weiß ich ... jetzt isses so weit. (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog "Sport, Gott & die Welt" / Mail: gw@anstoss-gw.de)

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