Hohes Pressing bietet Räume

  • vonred Redaktion
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Weiter, immer weiter! Das Motto von Oliver Kahn zu seiner aktiven Zeit als Fußballer hat wohl nie besser zu einer Mannschaft gepasst, als zum FC Bayern München unter Hansi Flick.

Die Spielweise der Münchner ist daher ganz nach dem Geschmack von Vorstandsmitglied Kahn, wie er gestern sagte: "Selbst bei einer 3:0-Führung ist es nicht der Stil der Mannschaft, sich zurückzuziehen. Sie ist immer darauf aus, das nächste Tor zu erzielen. Das führt manchmal zu einer Euphorie, da vergisst man dann auch mal, dass der Gegner schnell kontern kann. Aber das ist der Stil der Mannschaft, das hat sie so stark gemacht und davon wird sie auch nicht abrücken."

Was allerdings auch zur Wahrheit gehört: Sowohl gegen Lyon im Halbfinale als auch gegen Barcelona im Viertelfinale hatte der FCB jeweils in der Anfangsphase großes Glück, nicht bereits früh in der Partie in Rückstand zu geraten. Vor allem das enorm hohe Pressing der Außenverteidiger bietet dem Gegner regelmäßig großzügige Räume im Rücken der Bayern-Abwehr. Während Lyon im Torabschluss eklatante Schwächen zeigte, werden die Pariser Superstars um Neymar und Kilian Mbappe nicht so zimperlich auf das Tor von Manuel Neuer schießen.

Das sieht auch Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus so, wie er in seiner Analyse bei Sky erklärt: "Bayern hat Qualitäten nach vorne, aber hinten müssen sie stabiler stehen. Sie dürfen auch nicht so hoch und damit weit weg vom eigenen Tor stehen, weil sonst die Geschwindigkeit von Mbappe, Neymar und auch Di Maria enorm gefährlich werden kann." Matthäus ist der Meinung, dass Paris eine höhere Qualität als Lyon und Barcelona hat: "Wenn die Bayern sich defensiv so verhalten wie gegen Lyon, wird’s nichts mit der Favoritenrolle."

Flick kritisiert Ballverluste

Bayern-Trainer Flick ist von seiner Ausrichtung weiterhin überzeugt, kreidet seiner Mannschaft allerdings unnötige Ballverluste an, die erst zu den gefährlichen Lyon-Kontern geführt hätten. Die Anfangsphase habe seine Mannschaft zum Glück schadlos überstanden. Flick sagt mit Blick auf das Endspiel am Sonntagabend (21 Uhr/ZDF): "Wir wissen, dass Paris schnelle Stürmer hat, wir müssen schauen, ob wir die Defensive ein bisschen anders organisieren. Wir wissen, dass wir oftmals hohes Risiko gehen." Hört sich ganz danach an, als wolle Flick dieses Risiko im Finale minimieren. BOK/JAU

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