Auch die Torhüter Johannes Bitter (Mitte) und Andreas Wolff (rechts) müssen sich steigern, wenn es für die deutsche Mannschaft doch noch weitergehen soll. 	FOTO: AFP
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Auch die Torhüter Johannes Bitter (Mitte) und Andreas Wolff (rechts) müssen sich steigern, wenn es für die deutsche Mannschaft doch noch weitergehen soll. FOTO: AFP

SO KOMMT DIE DHB-AUSWAHL NOCH WEITER

»Die Hoffnung stirbt zuletzt«

  • vonSID
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Für Frust und Ärger blieb bei den deutschen Handballern kaum Zeit. Die Chancen auf das WM- Viertelfinale sind nach der Spanien-Pleite zwar gering, aber noch vorhanden.

Andreas Wolff schlurfte mit hängenden Schultern und finsterem Blick durch die Lobby des deutschen Teamhotels. Und auch Alfred Gislason schaute grimmig drein. »Es heißt ja, die Hoffnung stirbt zuletzt«, sagte der Bundestrainer der deutschen Handballer, »realistisch gesehen, müssen wir aber schon sehr viel Glück haben«.

Und so war es am Freitag die Aufgabe des Alterspräsidenten Johannes Bitter, die junge Mannschaft wiederaufzurichten und auf die verbleibende Chance auf das WM-Viertelfinale hinzuweisen. »Es ist noch alles möglich, wir sind nicht raus«, sagte der schlachtenerprobte Weltmeister von 2007: »So etwas hat es alles schon gegeben.«

Nach dem bitteren 28:32 gegen Spanien sind die Chancen auf den anvisierten Sprung in die K.o.-Runde deutlich gesunken. Und doch kann die von Gislason angesprochene »Glücksformel« noch funktionieren: Das deutsche Team muss seine verbleibenden Spiele gegen Brasilien heute (20.30 Uhr/ZDF) und gegen Polen am Montag (20.30 Uhr/ARD) zwingend gewinnen und auf einen Sieg der Polen am Samstag gegen Ungarn hoffen.

Noch in der Nacht zu Freitag setzte sich das deutsche Team im Hotel zusammen und schwor sich auf die kommenden Aufgaben ein. »Es ist nicht vorbei. Wir müssen alle zusammen wieder gute Laune finden«, appellierte der 38-jährige Bitter an seine Kollegen. DHB-Vizepräsident Bob Hanning betonte: »Die Mannschaft wird aufgerichtet und nicht hingerichtet.«

Mit aller Kraft, das wurde am Freitag deutlich, klammert sich das DHB-Team am letzten Strohhalm fest. »Solange wir die Chance haben, gebe ich nicht auf. Natürlich ist die Hoffnung noch da«, sagte Wolff. Er rechnete alle Szenarien durch und kam zum Schluss: »Ich bin frohen Mutes, dass wir die Chance haben werden.« Dafür bedarf es allerdings einer Leistungssteigerung. Vor allem in Sachen Chancenverwertung - und im Tor. Gerade einmal vier Paraden bei 18 Würfen verbuchte Stammkeeper Wolff im Showdown gegen Spanien. Entsprechend niedergeschlagen war Wolff auch am Freitag noch. »Ich bin richtig, richtig sauer und tief enttäuscht«, sagte er. Bitter, der immerhin zehn von 27 Würfen hielt, spendete seinem Gespannpartner Trost. »Er ist sicher jemand, der es mit sich rumträgt. Ich bin mir aber sicher, dass er heute Abend im Training wieder richtig Bock hat, Bälle zu halten«, so Bitter. Ob Wolff auch heute im Tor steht oder Silvio Heinevetter stattdessen in den Kader rückt, behielt Coach Gislason für sich.

Cleverness fehlt

Auch der Isländer hatte mit der vermeidbaren Niederlage gegen Spanien zu kämpfen. »Ich ärgere mich schwarz, weil wir uns selbst um diese Chance bringen«, so Gislason. 25:22 hatte das deutsche Team gegen die ausgebufften Spanier geführt, doch am Ende fehlte die Cleverness. Die wird auch gegen Brasilien gefordert sein. In der Vorrunde trotzten die Südamerikaner den Spaniern überraschend ein 29:29 ab. Für Gislason ist das aber nebensächlich. Ziel seiner Mannschaft könne jetzt nur sein, »gute Leistungen zu zeigen und gleichzeitig die Punkte einzufahren«.

(dpa). Die deutschen Handballer haben nach der 28:32-Niederlage gegen Spanien nur noch minimale Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale.

Dennoch kann der Vorstoß in die K.-o.-Runde gelingen. Vorausgesetzt, das Team gewinnt die Spiele heute gegen Brasilien und gegen Polen am Montag. So kommt Deutschland weiter:

Wenn Ungarn gegen Spanien und Polen verliert und die DHB-Auswahl im Dreiervergleich der dann punktgleichen Teams aus Deutschland, Polen und Ungarn das beste Torverhältnis aufweist. Die einzige realistische Möglichkeit.

Wenn Spanien gegen Ungarn und Außenseiter Uruguay verliert. Das erscheint jedoch wegen der geringen Leistungsstärke der Südamerikaner ausgeschlossen.

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