DOSB-Mitarbeiterbrief

Hörmann will »offene Debatte«

(dpa). Alfons Hörmann mühte sich um Gelassenheit. Dabei war der Druck auf den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes weiter gewachsen, als sich der 60-Jährige erstmals ausführlicher zur DOSB-Krise rund um einen anonymen Mitarbeiterbrief äußerte. Er würde »nichts lieber« tun, als zu den einzelnen Vorwürfen Stellung zu nehmen, behauptete er am Montag im Münchner Presseclub - leider aber sei dies der »falsche Zeitpunkt« und »falsche Ort«.

Nach den Anschuldigungen aus der Vorwoche steht der Allgäuer vor entscheidenden hausinternen Anhörungen.

Eines stellte Hörmann aber klar: Seinem Verständnis nach sieht der DOSB-Präsident »keinerlei Grund, in irgendeiner Form« sein Amt bis zur Aufklärung der Vorwürfe ruhen zu lassen. Am Wochenende hatte es sogar Forderungen nach einem Rücktritt des obersten deutschen Sportfunktionärs gegeben. Wie es nun weitergeht mit dem offenen Brief von nicht genannten Mitarbeitern aus der DOSB-Zentrale in Frankfurt, die von einer »Kultur der Angst«, großem psychischen Druck durch Hörmann und einem ganz laxen Umgang mit Corona-Vorschriften berichteten, das liegt an der Ethik-Kommission des DOSB. Am Mittwoch will das Gremium über die Anschuldigungen beraten, wie Hörmann am Montag ankündigte.

»Unser Ziel wird sein, all die Punkte klar, offen und transparent zu beantworten«, sagte er. Von den Vorwürfen sei er »persönlich gleichermaßen wie das gesamte Präsidium und der Vorstand« getroffen, sagte der 60-Jährige. Bis zum Dienstag wolle die DOSB-Spitze den Ethikern »unsere entsprechenden Darstellungen« vorlegen. An der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise kommt der Hauskrach zur Unzeit - die Vorbereitungen auf Corona-Olympia in Tokio gehen in die wichtigste Phase.

Hörmann sagte, er sei überrascht von den Vorwürfen, die er »ernst« nehme und nach denen man »im Lauf der nächsten Wochen« zu einem Ergebnis kommen und »die entsprechenden Schlüsse ziehen« werde. Man wolle »ein anderes Klima im DOSB schaffen«, kündigte er an. Substanzlos wäre der Brief demnach nicht.

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