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Der »Höhepunkt meiner Karriere«

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Dass er die meisten der 90 000 Menschen im Londoner Wembley Stadion gegen sich haben wird, macht Wladimir Klitschko nichts aus. »Ich hab das schon im Kopf durchgespielt«, erklärt er. »Die ganzen Sitze sind belegt. Und dann höre ich die Stimmen der Zuschauer. Die schreien wahrscheinlich nicht Klitschko, sondern Joshua.« Aber der 41 Jahre alte Herausforderer ist sich sicher: »Am Ende werde ich den Applaus kriegen«. Und sein Bruder Vitali, Ex-Weltmeister der WBC, ist sich sicher, Erfahrung schlägt Jugend: »Wladimir knockt ihn aus.«

Dass er die meisten der 90 000 Menschen im Londoner Wembley Stadion gegen sich haben wird, macht Wladimir Klitschko nichts aus. »Ich hab das schon im Kopf durchgespielt«, erklärt er. »Die ganzen Sitze sind belegt. Und dann höre ich die Stimmen der Zuschauer. Die schreien wahrscheinlich nicht Klitschko, sondern Joshua.« Aber der 41 Jahre alte Herausforderer ist sich sicher: »Am Ende werde ich den Applaus kriegen«. Und sein Bruder Vitali, Ex-Weltmeister der WBC, ist sich sicher, Erfahrung schlägt Jugend: »Wladimir knockt ihn aus.«

Die Situation des Ausgebuhten ist für Klitschko nicht neu. »Das ist wie in der Köln-Arena, als ich 1999 gegen Axel Schulz geboxt habe«, erinnert sich der Ukrainer vor dem Megafight am Samstag gegen den 27 Jahre alten IBF-Titelträger Anthony Joshua. Schulz hatte vor 18 Jahren keine Chance – der Jubel gehörte damals dem Newcomer Klitschko, der anfangs Pfiffe kassierte.

Der Modellathlet beherrschte die Schwergewichts-Szene fast zehn Jahre. Bis zu jenem Tag im November 2015, als er in Düsseldorf überraschend dem ungehobelten Briten Tyson Fury unterlag und seine Titel verlor. Die vertraglich zugesicherte Revanche wurde erst verschoben, dann gecancelt. Fury wurden Drogenprobleme nachgesagt, seine Boxlizenz hat er mittlerweile verloren.

»Das ist abgehakt. Interessiert mich nicht«, sagt Klitschko. Aber der Ärger darüber ist ihm weiter anzumerken: »Ich hab ein ganzes Jahr trainiert und mich vorbereitet für nichts.« Immerhin habe er sich wenigstens so fitgehalten.

Die nervtötende Wartezeit hat sich ausgezahlt. Der mit Spannung erwartete Kampf gegen Furys Landsmann Joshua soll der »Höhepunkt meiner Karriere« werden, kündigt Klitschko an. Seit der Niederlage von Düsseldorf sei sein Schützling »absolut besessen«, erklärte sein Trainer Johnathon Banks in dieser Woche britischen Medien.

Joshua, der von Klitschko 2014 im Trainingscamp als Sparringspartner engagiert worden war, spricht in höchsten Tönen von seinem Gegner: »Klitschko ist ein Gladiator. Der Mann verliert niemals seine Motivation.« Einige Box-Experten in England sind allerdings der Meinung, Klitschko sei »über den Berg«, zu alt für den dynamischen und schlagstarken Weltmeister aus der englischen Kleinstadt Watford.

Für Banks ein Irrtum. »Wenn ein alter Mann nicht aufgeben will, dann passt du besser auf, denn er weiß etwas, was der jüngere Kerl nicht weiß und was ihn ausmacht«, warnt er. »Deswegen glaube ich, dass Wladimir gegen AJ gewinnen wird.«

Auch Klitschko sieht den Altersunterschied nicht als Nachteil. »Ich glaube, die Tendenz geht dahin, dass Sportler auch in höherem Alter noch gut performen können«, erklärt er im RTL-Interview. »Ich bin deshalb davon überzeugt, dass irgendwann jemand den Rekord von George Foreman knacken und mit 45 oder sogar 50 Jahren Weltmeister im Schwergewicht bleibt oder wird.« Womöglich er selbst? »Mein Ziel ist es nicht«, sagt er, aber: »Was morgen oder in fünf Jahren sein wird, kann ich nicht sagen.«

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