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Nach dem 13:0 spendet Alex Morgan (r.) Trost an die thailändische Torhüterin Waraporn Boonsing. (dpa)

Frauen-Fußball-WM

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(sid). Alex Morgan nahm Thailands bemitleidenswerte Torhüterin Sukanya Chor Charoenying nach dem Abpfiff tröstend in den Arm. Ansonsten war die Botschaft der US-Fußballerinnen an die WM-Konkurrenz einfach nur brutal. "Wir wollen alle Weltrekorde", sagte Kapitänin Megan Rapinoe nach der 13:0 (3:0)-Demonstration des Titelverteidigers, "und die Deutschen lassen wir natürlich immer gerne hinter uns". Locker und leicht überbot der dreimalige Weltmeister in Reims den bisherigen Rekordsieg der deutschen Auswahl, die ihren WM-Triumph 2007 in China mit einem 11:0 gegen Argentinien eingeläutet hatte.

Auch Superstar Morgan stellte mit ihrem Fünferpack (12./53./74./81./87.) eine Bestmarke ein - allerdings von einer US-Legende. Fünf Tore in einem WM-Spiel hatte bislang nur Michelle Akers geschafft, beim 7:0 gegen Taiwan 1991.

Ob es aber nicht fairer gewesen wäre, die überforderten Thailänderinnen vor einer solchen Erniedrigung auf der denkbar größten Bühne zu bewahren? Was für eine Frage! "Wir respektieren jeden Gegner, aber wir sind hier bei einer WM. Das gehört zur Entwicklung des Sports dazu", entgegnete Rapinoe. Nationaltrainerin Jill Ellis ging ebenfalls auf die Barrikaden: "Wenn das hier ein 10:0 bei einer Männer-WM wäre, kämen die gleichen Fragen?" Und überhaupt: "Gegner zu respektieren, heißt, gegen jeden Gegner sein Bestes zu geben."

Das war auch bis zu diesem Abend nötig bei der Endrunde in Frankreich. Vermeintliche Außenseiter gingen den spielerisch überlegenen Favoriten oftmals fürchterlich auf die Nerven. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat dafür eine einfache Erklärung. "Es ist genau das eingetreten, was wir erwartet haben. Alle Mannschaften haben physisch aufgeholt", sagte die 51-Jährige, "dann kannst du in deiner Defensivstrategie auch länger dagegenhalten."

"Ich erinnere mich an die Männer-WM und -EM. Danach gab es die gleiche Diskussion", sagte "MVT". Für die großen Teams bedeutet diese Entwicklung letztendlich: "Jedes Spiel stellt für uns ein Endspiel dar. 85, 90 Prozent reichen nicht mehr, um zu gewinnen."

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