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Früher Jubel: Torschütze Kingsley Coman (2. v. l.) feiert in der fünften Minute seinen Treffer zum 2:0 mit Robert Lewandowski und Thomas Müller (r.). Kölns Timo Horn (l.) ist bedient. F.: AFP

Historischer Bayern-Blitzstart

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Erst mit Glanz, dann mit halber Kraft: Der FC Bayern hat auf die Siege der Konkurrenz eindrucksvoll reagiert. Und dabei sogar etwas geschafft, was ihm in seiner Bundesliga- Geschichte zuvor noch nicht gelungen war.

Hansi Flick ging es wie zuvor seiner Mannschaft: Am Ende verließen ihn die Kräfte. 90 Minuten hatte der Trainer des FC Bayern München während des 4:1 (3:0) beim 1. FC Köln engagiert gecoacht, dann versuchte er noch ein Interview zu geben. Dieses musste der erkältete Flick abbrechen, bei der anschließenden Pressekonferenz ließ er sich entschuldigen.

Das Spiel fasste dafür Manuel Neuer treffend zusammen. "Wir hätten heute zehn Tore schießen können", sagte der Kapitän und Torhüter: "Aber auch viel mehr kassieren können." Sehr lange hatten sich die Bayern meisterlich präsentiert und mit einem historischen Blitzstart den Grundstein für die direkte Rückeroberung der Tabellenspitze gelegt. Allenfalls die etwas fahrlässige Schlussphase trübte die ansonsten eindrucksvolle Demonstration der Stärke. "Ich habe uns selten so spielfreudig erlebt wie in der ersten Halbzeit", sagte Thomas Müller: "In der zweiten Halbzeit waren wir dann zu gemütlich, haben uns zu sicher gefühlt. Das ist menschlich. In der Champions League dürfen wir uns das aber nicht erlauben."

Dass die Münchner den am Samstag an die Spitze gesprungenen Leipzigern direkt wieder die Tabellenführung entreißen würde, war aber schon nach weniger als einer Viertelstunde klar. Robert Lewandowski mit seinem 23. Saisontor (3. Minute), Kingsley Coman beim Startelf-Comeback nach zweimonatiger Verletzungspause (5.) und Serge Gnabry (12.) schossen die schnellste 3:0-Auswärtsführung in der Bundesliga-Geschichte des FC Bayern heraus. Gnabry legte nach (66.), Köln kam durch Mark Uth zum Ehrentreffer (70.). Müller verbucht nach seinen Vorlagen zum 1:0 und 2:0 zudem nun 14 Assists in dieser Bundesliga-Saison, das schaffte seit Einführung der genauen Datenerfassung im Jahr 2004 nach 22 Spieltagen noch niemand.

Die zuvor viermal in Folge daheim siegreichen Kölner gehen mit einer klaren Niederlage in die Karnevalswoche, der Frust hielt sich aber in Grenzen. "Es hätte übel enden können", sagte Torhüter Timo Horn: "Das ist es letztlich aber nicht." Manager Horst Heldt, einst in Köln Mitspieler von Flick, antwortete auf die Frage, ob das Team so seine Ehre gerettet hätte: "Ja, das finde ich schon."

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