imago1008145297h_311221_4c
+
Werden sich beim ATP-Cup in Australien nicht begegnen: Alexander Zverev (l.) und Novak Djokovic, der nicht teilnehmen wird. Über den Impfstatus des Serben wird derzeit viel spekuliert. Ob Djokovic zu den Australian Open kommen wird, ist dagegen noch offen.

Herrliche Normalität

Der australische Tennissommer beginnt, die Corona-Sorgen steigen. Vor allem interessiert vor dem ATP-Cup aber eine Frage: Kommt Novak Djokovic zu den Australian Open? Derweil freut sich Tennisstar Alexander Zverev wieder Down Under zu sein und für das deutsche Team aufzuschlagen.

Fünf Tennisspieler posieren im Hafen von Sydney. Die Möwen kreischen, die Kameras klicken. Die Harbour Bridge bildet die Kulisse für den PR-Termin vor dem Start der neuen Saison. Herrliche Normalität, keine Masken, kein Corona, beste Laune.

Alexander Zverev und seine Teamkollegen spulen das Programm routiniert herunter, noch zwei Interviews, dann ist es geschafft. Die Normalität der vergangenen Tage sah etwas anders aus, weniger entspannt. Die Corona-Fälle in der Tennisszene häuften sich, nach einem Einladungsturnier in Abu Dhabi traf es einige prominente Spieler und Spielerinnen - auch Rafael Nadal. Denis Shapovalov und Anastassija Pawljutschenkowa brachten das Virus mit nach Australien und sitzen erst einmal in Quarantäne fest. Da ist es durchaus eine Erfolgsmeldung, wenn Zverev mit Jan-Lennard Struff und den anderen deutschen Profis durch Sydney schlendern darf. Die Einreise hat das Team geschafft, jetzt beginnt die Vorbereitung auf die Australian Open, (ab 17. Januar) - zunächst mit dem ATP-Cup und Spielen gegen Großbritannien (2. Januar), die USA (4. Januar) und Kanada (6. Januar/alle Sky und ServusTV).

Der sportliche Wert des Mannschaftsturniers ist überschaubar, auch wenn die ATP gerne einen anderen Eindruck vermitteln will. Etliche Absagen ereilten die Veranstalter, Österreich zog komplett zurück, Titelverteidiger Russland tritt mit Roman Safiullin an, der Nummer 167 der Weltrangliste.

Das größte Thema der Tenniswelt ist aber, dass Serbien ohne seinen Superstar auskommen muss. Die Frage, ob Novak Djokovic nach Australien kommt, beschäftigt die Szene seit Wochen. Der 20-malige Grand-Slam-Champion äußert sich nicht dazu und befeuert damit die Spekulationen. Djokovic gilt als Impfskeptiker, anders als viele andere Spieler legt er seinen Status aber nicht offen. Nach Melbourne kommt er aber nur geimpft oder mit einer Ausnahmegenehmigung. Die, so hieß es in einer Lokalzeitung in Belgrad, sei ihm verweigert worden. Andere Berichte behaupten das Gegenteil. Auch Djokovics Landsleute konnten oder wollten vor dem ATP-Cup nicht ins Detail gehen. Er kenne den offiziellen Grund nicht, sagte Dusan Lajovic, in Abwesenheit von Djokovic die serbische Nummer eins, bei einer Pressekonferenz, »vielleicht kennt ihn ja die ATP.« Ja, ziemlich sicher sogar, aber die lässt nichts raus.

Spekulationen über Djokovic

Lajovic dagegen musste sich äußern. Djokovic habe gesagt, dass er den ATP-Cup auslasse, aber »versucht, zu den Australian Open zu kommen«, erklärte Lajovic: »Er hat nicht angegeben, ob er kommt oder nicht, aber dass er auf eine Entscheidung wartet.« Welche Entscheidung, wusste (oder sagte) Lajovic nicht.

So werden die Spekulationen anhalten, bis sich entweder Djokovic oder Tennis Australia zur Einreise des Melbourne-Rekordsiegers erklären. Alexander Zverev kümmert das Theater wenig, für ihn ist es »großartig, zurück in Australien zu sein«. Zum Saisonbeginn für Deutschland zu spielen, sei etwas sehr Besonderes, sagte Zverev im Hafen von Sydney. Darauf freue er sich. Herrliche Normalität.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare