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Voller Tatendrang - Neu-Basketball-Bundestrainer Gordon Herbert.

Herbert legt los!

Der Neue übernimmt - und sieht die erste große Aufgabe darin, aus einem Rumpfkader eine starke Einheit zu formen. Ein Heimsieg gegen Außenseiter Estland ist für Gordon Herberts Basketball-Truppe absolut Pflicht.

Vor dem Start seiner kniffligen Mission als Bundestrainer lässt sich Gordon Herbert die Laune nicht verderben. Die Ausgangslage für den neuen starken Mann beim Deutschen Basketball-Bund (DBB) ist alles andere als optimal: nur zweieinhalb Tage zur Vorbereitung, keine NBA-Spieler, keine Euroleague-Spieler, sondern ein Rumpfteam zum Auftakt der WM-Qualifikation am Donnerstag (19.00 Uhr/Magentasport) in Nürnberg gegen Estland. Doch Herbert klagt nicht, er sagt: »Es ist eine aufregende Zeit für den deutschen Basketball.«

Der 62 Jahre alte Nachfolger von Henrik Rödl hat eine 26-tägige Tour quer durch Deutschland hinter sich, hat Spieler und Vereine getroffen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Herbert ist sportlich nun der Mann für alles: Er hat nach den mit dem Viertelfinal-Einzug erfolgreich absolvierten Olympischen Spielen von Tokio Druck beim nächsten Turnier, zumal dieses in der Heimat (Köln und Berlin) stattfindet. Gleichzeitig muss er ein weitgehend unerfahrenes Team durch die WM-Quali lotsen. Bei den Gegnern Estland, Polen und Israel hat er dabei nicht viel zu gewinnen.

»Es gibt immer Druck als Trainer. Das deutsche Team war extrem gut im vergangenen Jahr - sie haben sich für Olympia qualifiziert und dort eine tolle Leistung gezeigt. Ich hoffe, wir können darauf aufbauen und auf das nächste Level kommen«, sagte Herbert. Der Kanadier ist nach Cheftrainer-Stationen in Frankfurt, Würzburg und Berlin nun in seine Wahlheimat zurückgekehrt und lernt wieder verstärkt Deutsch.

NBA-Profis wie Dennis Schröder (Boston Celtics), Maximilian Kleber (Dallas Mavericks) oder die Wagner-Brüder Franz und Moritz (beide Orlando Magic) machen Lust auf eine erfolgreiche Zukunft nach Ex-Superstar Dirk Nowitzki, stehen aber frühestens im Sommer kurz vor der EM wieder zur Verfügung. Spätestens dann (1. bis 18. September) werden Herbert und sein Team an der europäischen Spitze gemessen.

Das gilt am Donnerstag für das Duell mit Estland in der Arena am Nürnberger Tillypark noch nicht. »Das Positive ist, dass wir junge Spieler für Deutschland testen können«, sagte Herbert über den Kader, der statt mit Schröder und Co. mit Talenten wie Aufbauspieler Justus Hollatz von den Hamburg Towers auskommen muss.

Der Bundestrainer will - sofern es die Corona-Regeln zulassen - auch alle NBA-Spieler persönlich treffen, hat sich aber zunächst auf das aktuelle Fenster mit Spielen gegen Estland und am Sonntag in Polen konzentriert.

Im Verband ist Herbert, der zunächst bis Sommer 2023 unterschrieben hat und dessen Vertrag sich bis Olympia 2024 verlängern könnte, gut aufgenommen worden. Die Spieler berichten, wie eifrig der Coach Gespräche suche. Auch Vizepräsident Armin Andres (ehemals Spieler und Trainer in Gießen) ist vom Rödl-Nachfolger angetan. »Er sprüht vor Ideen und sprüht vor Energie, um jetzt endlich loslegen zu können. Er ist sehr aktiv in der Kommunikation. Die Spieler wollen, dass man Kontakt hält - das macht er«, sagte Andres der Deutschen Presse-Agentur.

Der Funktionär hob vor allem die Erfahrung hervor, die Herbert in den vergangenen Jahren als Chef und Co-Trainer von Kanadas Nationalteam mit NBA-Spielern gemacht hat.

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