Hempel wirft Wright raus

(sid). Früher träumte Florian Hempel von einer Karriere im Handball, jetzt ist er Dartsprofi und sorgte zum Auftakt der EM in Salzburg mit einem Sieg über den ehemaligen Weltmeister Peter Wright für eine große Überraschung. »Ich mache jeden Tag drei Kreuze in den Kalender und schicke ein paar Gebete nach oben, weil ich sehr dankbar für diese Chance bin«, sagte der 31-Jährige zuletzt im Podcast »Game on« über seine noch junge Profikarriere.

Nur vier Jahre nachdem Hempel 2017 erstmals Darts in die Hände genommen hatte, sicherte er sich die Tour-Card der Professional Darts Corporation (PDC) und darf auf der großen Profibühne mitspielen. Bis zu dieser Zeit hatte er sich dem Handball gewidmet. Als Torwart kam er für den Dessau-Roßlauer HV sogar in der 2. Bundesliga zum Einsatz.

Der Gewinn der Tour-Card kam deshalb auch für ihn überraschend, selbst einige Tage danach empfand er es als »surreal«. Doch davon unbeeindruckt präsentiert sich der Familienvater bislang mehr als ordentlich im Profizirkus. Am Samstag spielt er bei der Europameisterschaft gegen den Österreicher Mensur Suljovic. Ob die lange Zeit im Handball ein Vorteil für ihn sei, weiß er nicht so recht. »Es ist etwas anderes am Dartsboard in einer 1:1-Situation zu stehen als auf einem Handballfeld, wo man sich immer auch auf die anderen verlassen muss«, sagte Hempel. Im Handball reagiere er auch auf die anderen Spieler, im Darts sei er alleine für sich verantwortlich.

Seit 2018 trainiert Hempel bis zu acht Stunden am Tag. Dazu organisiert er Turniere, bietet Workshops an und betreibt einen Youtube-Kanal, um finanziell nicht nur von den Preisgeldern bei Turnieren abhängig zu sein. Der Gipfel seines Aufstiegs wäre die WM im Londoner Ally Pally. Weit entfernt ist er davon nicht mehr, wie er mit seinem Sieg über Peter Wright gezeigt hat.

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